Hans-Peter Daub trifft Sottrumer Bürger und Mitglieder der Grünen / „Mehr Menschlichkeit“

Kandidat steht Rede und Antwort

+
Lühr Klee (l.) im Gespräch mit den Kandidaten Hans-Peter Daub.

Sottrum - Zum Dialog mit den Bürgern hatte der Sottrumer Ortsverein der Grünen eingeladen. Rede und Antwort stand als Gast der Landratskandidat und Noch-Superintendent Hans-Peter Daub.

Groß war das Interesse an diesem Abend nicht. Gerade einmal neun Bürger hatten sich Zeit für das Treffen genommen. Daub bat darum, nicht nur Rede und Antwort stehen zu müssen, sondern auch möglichst viel von den Anwesenden zu erfahren, wie die Situation im Ort ist und was sie sich vom Landkreis wünschen. Der scheidende Superintendent teilte den Gästen mit, zwar ein Landrat mit politischer Meinung sein zu wollen, aber gleichzeitig ein moderierender und informierender. „Ich verstehe unter einem Landrat, dass er erreichbar ist für die Bürger. Ich halte es für wichtig, außerhalb der Verwaltung mit eigener Meinung zu repräsentieren“, sagte Daub.

Der Landkreis stünde ja ganz gut dar, sagte der Fraktionsvorsitzende Lühr Klee. Gute Wirtschaftslage, wenige Arbeitslose, den Landwirten scheint es offenbar wieder ganz gut zu gehen. „Warum sollen wir Sie wählen“, fragte Klee den Kandidaten. „Ich muss es wirklich nicht werden“, sagte Daub. Er betonte, dass er nichts schlechtes über die bisher geleistete Arbeit des Landkreises sagen wolle. „Ich bin Kandidat geworden, weil dem Kreistag einiges unter den Nägeln brennt.“ „Mein Wunsch ist mehr Menschlichkeit“, sagte eine Zuhörerin. Sie sehe den Landrat einfach nicht. „Die Zwischenmenschlichkeit fehlt mir da.“ Immer wieder war an diesem Abend die Farblosigkeit Luttmanns ein Thema.

Deutlich wurde, dass den Anwesenden die „Vermaisung“ und der „ausufernde“ Bau der Biogasanlagen stinkt. Selbst wenn die Genehmigungen aufgrund der von den Landwirten nachgewiesenen benötigten Flächen zum Betreiben der Anlagen vorlägen. „Wer kontrolliert später denn, ob es stimmt?“, fragte Klaus-Dieter Klotz (SPD). „Gibt es dafür zu wenig Personal oder fehlt da der politische Wille?“, wollte Grünen-Mitglied Helga Busch wissen. „Ich habe das Gefühl, wir laufen immer nur hinter dem Desaster hinterher und haben keine langfristige Planung“, so Busch. Selbst der Grüne Ulrich Thiart gab zu: „Die Grünen sind manchmal zu blauäugig gewesen. Das muss ich denen vorwerfen. Man hätte bestimmte Bedingungen beim Biogas von vorneherein festlegen müssen. Das wir noch von bäuerlicher Landwirtschaft sprechen, ist ein Witz. Wir kommen uns im Kreistag manchmal hilflos vor.“

Daub will, dass die Kreisverwaltung alles dafür tut, was sie tun kann, um Einfluss zu nehmen. Ihn störe, dass Flächen, die früher zur Nahrungserzeugung dienten, jetzt für Biogas genutzt würden. Hinzu komme, dass die Äcker erst mit Gülle und später mit Gärresten gedüngt würden. Daub: „Das ist eine Doppelnutzung. Und die Gärreste werden nicht in der Nitratbilanz erfasst. Deshalb haben wir doch die hohe Nitratbelastung im Grundwasser.“

Ein weiterer Herzenswunsch, den Daub den Sottrumer mit auf den Weg gab: Zu lernen, Energie zu sparen. Das sei vorrangiges Ziel. „Energiewende heißt ja Energie einzusparen. Das gehört zur eigenen Haltung.“ Und auch zu den kommunalen Gebäuden.

Der Landratskandidat berichtete an diesem Abend außerdem über seine nächsten Vorhaben. Darunter ist die geplante Wandertour auf dem Nordpfad am 18. Mai. Sie wirkt fast ein bisschen wie ein kleines Deja-vu. Christian Sonnenwald (ehemals SPD) lief 2001 als Landratskandidat während seiner Wahlkampftournee von Rotenburg nach Bremervörde. Und auch der derzeitige Landrat Hermann Luttmann (CDU) organisierte später ebenfalls eine „Laufveranstaltung“. · bd

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Nach neuer Krawallnacht in Katalonien: Madrid erhöht Druck

Nach neuer Krawallnacht in Katalonien: Madrid erhöht Druck

Den Hass leise machen: Konzert für Anschlagsopfer von Halle

Den Hass leise machen: Konzert für Anschlagsopfer von Halle

#hallezusammen-Konzert gegen Hass und Ausgrenzung

#hallezusammen-Konzert gegen Hass und Ausgrenzung

Fotostrecke: Lukebakio kontert Sargent - 1:1

Fotostrecke: Lukebakio kontert Sargent - 1:1

Meistgelesene Artikel

Viel zu tun für die neue Kartoffelkönigin

Viel zu tun für die neue Kartoffelkönigin

Die Klimawandel-Alternative

Die Klimawandel-Alternative

Wider die Altersarmut

Wider die Altersarmut

Mann mit Klappmesser bedroht: Polizei stellt Täter wenig später

Mann mit Klappmesser bedroht: Polizei stellt Täter wenig später

Kommentare