Eine Frage der Taktung

Kämmerei stellt den Sottrumer Gemeindehaushalt für 2022 vor

Bauhof der Gemeinde Sottrum
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Ein nicht unerheblicher Posten im Haushalt 2022: 540 000 Euro hat die Gemeinde Sottrum für die Erweiterung des Bauhof-Hauptgebäudes eingestellt.

Eine gute Kassenlage, aber auch viele Investitionen auf dem Zettel: Die Gemeinde Sottrum stellt ihren Haushalt als auch ihre finanziellen Pläne vor. Dabei sind es vor allem die zahlreichen Bauprojekte, unter anderem an Kindergärten, die die Politik beschäftigen.

Sottrum – „Glück gehabt.“ So kommentiert Karl-Heinz Bacher, Kämmerer der Samtgemeinde, den Kontostand der Gemeinde Sottrum in Höhe von rund 7,6 Millionen Euro. Nicht ohne Grund: „Denn es ist schon ein dickes Brett, das Sie bohren wollen.“ Damit bezieht er sich auf etliche Investitionen, die die Sottrumer auf dem Zettel haben – netto eine Summe von etwa 1,9 Millionen Euro.

Auch Gemeindedirektor Holger Bahrenburg zeigt sich auf einer Sitzung des Finanzausschusses eher zurückhaltend: „Natürlich geht es der Gemeinde Sottrum gut, wir brauchen allerdings zusätzliche Einnahmen, um den Haushalt dicht zu bekommen.“

Natürlich geht es der Gemeinde Sottrum gut, wir brauchen allerdings zusätzliche Einnahmen, um den Haushalt dicht zu bekommen.

Holger Bahrenburg

Im Haushaltsplan für das laufende Jahr, den Bacher am Montag dem Gremium vorstellte, stehen den erwarteten Erträgen in Höhe von etwa 10,8 Millionen Euro kalkulierte Aufwendungen in Höhe von rund 10,9 Millionen Euro gegenüber – wonach das negative Jahresergebnis 113 200 Euro beträgt. Zum Vergleich: 2021 betrug das Defizit des Ergebnishaushalts noch 650 400 Euro.

Dabei zeigt sich, dass die Kämmerei die Summe der erwarteten Erträge im Vergleich zum vorherigen Jahr um gut 800 000 Euro höher angesetzt hat. Grund dafür ist laut Bacher vor allem eine Steuersteigerung im Gewerbebereich – „dementsprechend haben wir eine Gesamtsteigerung“. Ein weiterer Plus-Posten sind die Zuwendungen für die Kindergärten, anteilig berücksichtigt sind dabei auch schon die neuen Gruppen, die in diesem Jahr im Krippen- und Hortbereich entstehen sollen. 132 000 Euro wiederum fließen als Elternbeiträge in das Säckel der Gemeinde.

Aufwendungen sind gestiegen

Die Aufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls gestiegen, allerdings um etwa 300 000 Euro. Unter anderem sieht Bacher als eine Ursache eine Tarifsteigerung für die Angestellten der Kommune in Höhe von 1,8 Prozent. Dazu haben er und sein Team eine Energiekostensteigerung um 30 Prozent in das Zahlenwerk eingepflegt. „Wir rechnen allerdings damit, dass das reicht“, so Bacher. Erstmals berücksichtigt der Haushalt die Posten „fiktive Erträge“ und „fiktive Abschreibungen“. „Dabei gehen wir davon aus, dass im Durchschnitt die Investitionen zur Mitte des Jahres fertiggestellt werden und damit abgeschrieben werden müssen“, so Bacher. „Es geht darum zu wissen, was es heißt, zu investieren.“

Und dann ist da die Liste an Investitionen – deutlich länger als noch im vergangenen Jahr. „Für wichtig halte ich da vor allem die 240 000 Euro für die Luftfilteranlagen in den Kindergärten“, so Bacher. Dieser Betrag stellt allerdings lediglich 20 Prozent der Gesamtsumme dar, die fehlenden 80 Prozent fließen aus Töpfen des Bundes.

Erweiterung des Bauhof-Hauptgebäudes

Noch teurer kommt der Gemeinde der Ankauf von Grundstücken am Dannert, an der Lindenstraße und weiteren landwirtschaftlichen Flächen zu stehen. Diese Kosten belaufen sich auf 713 300 Euro, dazu kommen 352 600 Euro für das Areal, auf dem das Gewerbegebiet Dannert entstehen soll. Für den Anbau am Kindergarten Pusteblume rechnet die Kämmerei mit 370 000 Euro, für die Erweiterung der Kinderkrippe Wurzelfreunde mit 560 000 Euro. Darüber hinaus fallen 240 000 Euro für ein Kommunalfahrzeug mit Mulchausleger und Mähkombination an sowie 540 000 Euro für eine Erweiterung des Hauptgebäudes auf dem Bauhof. 170 000 Euro hat Bacher zudem vorerst für die umstrittene Bürokostenpauschale veranschlagt.

Eine unbekannte Größe stellt allerdings noch das Brettmann-Haus an der Stuckenborsteler Wassermühle dar, das Projektvolumen beläuft sich auf insgesamt etwa zwei Millionen Euro, 800 000 Euro davon stehen bereits im Haushalt 2022. Allerdings wartet die Gemeinde noch auf einen möglichen Förderbescheid. „Ich bin da sehr zuversichtlich“, betont Bahrenburg. Aufgrund der Höhe der Investitionen müsse man alles gut takten, „aber zumindest das Thema Lüftung soll bis Juli soweit erledigt sein, da versuchen wir jetzt noch, die übrigen Mitgliedsgemeinden mit einzuklinken“.

Straßen und Wege als nächster Schritt

Ausschussvorsitzende Frederike Paar (CDU) sieht allerdings im Unterhalt der Straßen noch einiges auf die Gemeinde zukommen. „Wir haben ohnehin noch einen Antrag zu der Straßenausbaubeitragssatzung liegen“, kommentiert das Bahrenburg. „Aber bevor wir das diskutieren, brauchen wir einen Investitionsplan.“ Ihm sei allerdings klar: „Wir werden in die Straßen und Wege investieren müssen, da ist einiges nicht mehr tragbar.“

Als Nächstes werden die verschiedenen Fachausschüsse über den Haushalt beraten, bis dieser dann abschließend vom Rat verabschiedet wird.

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