Assia Cunego spielt zur Diamantenen Konfirmation in der St.-Georg-Kirche

Ein Juwel an der Harfe

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Zum 60. Jahrestag von 34 Konfirmanden war die Harfenistin Assia Cunego in der St.-Georg-Kirche zu Gast. 

Sottrum - Von Heidi Stahl. Einen besonderen Abschluss haben 34 Diamantene Konfirmanden am Sonntag nach ihrem Jubiläumsgottesdienst und gemeinsamem Mittagessen im Gemeindehaus in Sottrum erlebt: Die Harfenistin Assia Cunego war auf Einladung von Günther Schierloh, Vorsitzender des Gemeindebeirats der St.-Georg-Kirche, für ein meisterliches Konzert an der Wieste zu Gast.

Assia Cunego hat ein schier unermessliches Spektrum an Klangfarben, und ihre Interpretation ist zugleich werkgetreu und doch höchst individuell. Bei vielen internationalen Musikwettbewerben gewann sie erste Preise, ist Dozentin für Harfe in Hamburg und Tallin und hat schon über zweitausend Solokonzerte in ihrer künstlerischen Laufbahn gegeben. Günther Schierloh hat sie bei einem Konzert auf der Insel Föhr erlebt und sie gleich dort zur Feier der Diamantenen Konfirmation nach Sottrum eingeladen – die sie annahm.

Das Programm von Cunego sah eine Begegnung zwischen französischen und russischen Kompositionen für Harfe vom 19. Jahrhundert bis in die Moderne vor. Im petrolfarbenen, langen Satinkleid und engelhaften Locken, die ihr bis zur Taille reichen, setzte sich die junge Künstlerin an ihr Instrument. Die David-Harfe glänzte in gold und mahagoni. Die Töne, die Cunego ihr entlockte, erfüllten die kleine Kirche bis in den letzten Winkel.

Doch es ging nicht ausschließlich um Musik: Zwischen der Sonatina No.6 in d-moll von Francois-Joseph Nadermann (1781-1835) und den Variationen „Folies d’Espagne“ von Xavier Desargus erklärte die Harfenistin, warum es bis zum Barock Frauen verboten war, die Harfe zu spielen. Zu erotisch erschien den bigotten Tugendwächtern die Haltung, in der man spielt: das Instrument zwischen den geöffneten Knien und Hände, die die Saiten fast umarmen. Erst die französische Königin Marie-Antoinette machte das Instrument mit ihrer Liebe zu dessen Klang auch für Frauen zugänglich und in der Folge fast zu einem Modeinstrument für höhere Töchter.

Doch wer dieses Klischee aus der Gründerzeit vor Augen hat, wurde an diesem Nachmittag eines ganz anderen belehrt. Volltönend und raumfüllend, fast wie ein ganzes Orchester, kann eine Harfe klingen, so wie sie Cunego mit virtuoser und meisterlicher Fingerfertigkeit ertönen ließ. Zupfend, streichend, streichelnd oder mit geballter Kraft anreißend interpretierte Assia Cunego mit unglaublich vielen Facetten ihres Könnens Valeri Kiktas Sonate No. 2 von 1982, in der er viele Elemente russischer Volksweisen für die Harfe vertont hat und auch die Zerrissenheit der russischen Seele erahnen lässt. Die Bewunderung und der Beifall bestätigte, dass dieses Konzert, passend zur Feier der Diamantenen Konfirmation, fast selbst ein glitzerndes Juwel unter den Konzerten in der Sottrumer Kirche war.

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