Juroren bei „Unser Dorf hat Zukunft“ können Stapel so schnell nicht vergessen

„Ein Gesamtkunstwerk“

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Gaby Meyer (v.l.), Claudia Koppert, Michael Schröck, Reinhard Wulff, Dieter Szczesny und Christiane Reich-Ludwig präsentieren die gewonnen Urkunden.

Stapel - Von Jessica Tisemann. Knapp zwei Monate ist es her, dass Stapel im Landesentscheid des Wettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“ ausgeschieden ist. Nach der anfänglichen Enttäuschung wissen die Mitglieder des Organisationsteams nun, was zum Ausscheiden geführt hat und könnten sich sogar vorstellen, noch einmal anzutreten.

Auf dem Tisch liegen die verschiedenen Urkunden. Im Landesentscheid lobte die Jury vor allem die Nach- und Umnutzung historischer Gebäude im Ort, das ökologische Engagement vor allem im Bereich des Kräuterfeldes und das gelebte Leitbild „Leben und leben lassen“. Und das Leitbild ist genau das, was Stapel so besonders macht.

Bei einem Workshop, bei dem sich die Juroren den Fragen der Dörfer stellen, hat Autorin Claudia Koppert oft den selben Satz gehört: „Stapel vergisst man nicht“. Die Dörfer hätten alle gute Beiträge gehabt, aber sich vereinzelt mit den Leitbildern schwer getan. Ganz anders Stapel.

Seit diesem Treffen weiß Koppert auch, warum es nicht zu einem Einzug in die nächste Runde für das 250-Einwohner-Dorf gereicht hat. „Die Jury sucht Dörfer aus, die dem Konzept sehr entsprechen und auf Bundesebene auch eine realistische Chance haben“, berichtet sie. In diesem Fall die Orte Böddenstedt (Kreis Uelzen), Dudensen (Region Hannover) und Vrees (Landkreis Emsland).

Die Stapeler seien besonders stolz, dass viel in privaten Initiativen geleistet und wenig Geld angewendet wurde. Die drei Dörfer, die weitergekommen sind, hätten das Programm „durchkonzeptioniert“. „Wir haben das Dorf für uns selbst entdeckt und alles nicht so planerisch aufgezogen“, macht Koppert deutlich. Sollte Stapel tatsächlich noch einmal antreten, gelte es, das stärker zu berücksichtigen.

Und Überlegungen in die Richtung, noch einmal anzutreten, gibt es. „Ich war im ersten Moment geschockt, dass wir nicht weiter sind. Ich war der festen Überzeugung, dass wir gewonnen haben“, so Horstedts Bürgermeister Michael Schröck. Und weiter: „Vielleicht sollten wir nochmal von vorne anfangen.“

Doch bei all den Preisen und Auszeichnungen – die auch schön seien – sei für die Stapeler etwas ganz anderes wichtig. Alle Bewohner hätten sich intensiv mit dem Dorf beschäftigt und zusammengearbeitet. „Ein Gesamtkunstwerk“, nennt es Claudia Koppert. Doch für ein solches Projekt braucht es auch immer Leute, die das Ganze tragen. „Wir haben uns da dann einfach mitziehen lassen“, lobt Christiane Reich-Ludwig das Engagement des Kerns des Organisationsteams.

Da der Stein des Kreissieges mittlerweile nach Bötersen weitergezogen ist, soll ein Schild mit der Teilnahme an den Wettbewerben den Dorfstein aus dem Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ schmücken. Auch die Projekte, ob Lavendelfeld, Wegraine oder Blühstreifen, die während der Teilnahme an dem Wettbewerb ins Leben gerufen worden sind, sollen weiterlaufen. Koppert: „Wir wollen da weiter arbeiten, ob Wettbewerb hin oder her.“ Und Dieter Szczesny verspricht: „Die nächste Aktion in Stapel kommt bestimmt.“

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