Zusatzpunkte für die Warnweste

Jung-Landwirt Lars Ruschmeyer aus Horstedt siegt beim Landeswettbewerb

+
Die Arbeit im Stall geht dem angehenden Landwirt leicht von der Hand.

Horstedt - Von Antje Holsten-Körner. Lars Ruschmeyer gehört zu Niedersachsens besten Auszubildenden in den grünen Berufen. Der angehende Landwirt hat sich gegen rund 2000 Mitbewerber durchgesetzt und den Landesentscheid in Westerstede gewonnen.

Damit hat er sich für den Wettbewerb auf Bundesebene qualifiziert, der Mitte Juni in Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) stattfindet. Der Weg des 20-jährigen Horstedters führte über erste Plätze beim Berufsschul- sowie beim Gebietsentscheid.

Nicht nur Fachwissen ist gefragt

„Die Aufgaben wurden jedes Mal umfangreicher“, erzählt Lars Ruschmeyer. In Westerstede galt es, insgesamt sechs Aufgaben so gut wie möglich zu meistern. Im theoretischen Teil waren nicht nur gute Fachkenntnisse in Tier- und Pflanzenproduktion sowie landwirtschaftlichen Maschinen gefragt, sondern auch eine gute Allgemeinbildung. Weiter ging es mit einer Präsentation. Dabei standen zwei Themen zur Auswahl. Lars Ruschmeyer entschied sich, für die Prüfer einen „Tag des offenen Hofes“ vorzubereiten und zu präsentieren.

Lars Ruschmeyer mit seinen Urkunden, die er für den Gewinn der Wettbewerbe erhalten hat.

Eine weitere Aufgabe bestand darin, Tierbeurteilungen durchzuführen. Dafür waren zwei Kühe anhand ihrer Körpermerkmale einzustufen und eine fiktive Kaufentscheidung zu treffen. Da er mit Milchvieh sehr vertraut ist, hat ihn auch das nicht vor ernsthafte Probleme gestellt. Die anschließende Getreidebonitur, also eine fachgerechte, qualitative Beurteilung des Getreideschlages, stellte für ihn dagegen schon eine größere Hürde dar, die er jedoch mit Bravour meisterte. Das gute Abschneiden hatte einen Grund: „Heinrich Romundt, Pflanzenschutzbeauftragter der Landwirtschaftskammer Bremervörde, hatte sich viel Zeit für mich genommen und mir viel über Pflanzen beigebracht“, ist der 20-Jährige dankbar.

Gesunder Sportsgeist zwischen den Teilnehmern

Ein „dickes Dankeschön“ für die Unterstützung bei den Vorbereitungen hatte er ebenfalls für seine bisherigen Chefs, die Berufsschullehrer in Schiffdorf und Rotenburg, seinem Papa sowie die Fahrschule Franke, die ihn für die Aufgabe Transporteinheit beraten hatte. Dabei ging es darum, einen Trecker mit Anhänger 20 Meter rückwärts und fünf Meter nach links versetzt zu schieben und an einen weiteren Anhänger anzukuppeln. Es musste die Fahrtüchtigkeit des Gespannes, die Unfallverhütung und das Bremssystem kontrolliert werden. Die gute Vorbereitung kam ihm und seinem Teamkollegen abermals zugute. „Wir haben aus dem Auto die Warnweste mitgebracht und dafür Zusatzpunkte bekommen“, berichtet der Horstedter.

Überhaupt gefiel ihm das gute Miteinander der Teilnehmer. „Niemand war übertrieben ehrgeizig, sondern es herrschte ein gesunder Sportsgeist untereinander“, so Ruschmeyer. Abends haben alle Teilnehmer dann zusammen gegrillt und gefeiert. Über den Gewinn des Landesentscheides, der sogar noch mit einem Qualtiäts-Hochdruckreiniger und einer dreitägigen Reise zur Grünen Woche nach Berlin belohnt wurde, ist Ruschmeyer sehr glücklich. Dabei geht es ihm gar nicht darum, im Mittelpunkt zu stehen. „Ich möchte Werbung für meinen Beruf und die Landwirtschaft machen“, betont der Landwirt aus Leidenschaft.

Liebe für die Landwirtschaft von den Eltern geerbt

Die Liebe dazu wurde ihm quasi in die Wiege gelegt, denn seine Eltern bewirtschaften in Horstedt einen Betrieb mit 220 Milchkühen und der damit verbundenen Nachzucht. „Als meine Großeltern, Werner und Magda Ruschmeyer, 1961 den Hof erworben haben, haben sie sich darauf spezialisiert“, weiß der 20-Jährige. Seit sich die Senioren 2003 in den Ruhestand zurückgezogen haben, stehen Cord und Andrea Ruschmeyer an der Spitze des Betriebs.

Für Lars Ruschmeyer war früh klar, dass er in die Fußstapfen seiner Eltern treten will. Daher hat er nach dem Abitur am Sottrumer Gymnasium die Ausbildung zum Landwirt begonnen. Als Erstes ging es für ihn zu Jörn Buthmann nach Hassendorf, wo er das erste Lehrjahr wechselnd im Betrieb und der Berufsschule absolvierte. Im zweiten Lehrjahr wird er auf einem Hof in Dorfhagen (Landkreis Cuxhaven) ausgebildet. Das dritte Lehrjahr wird Ruschmeyer nach Nienburg führen.

Mit dem Abschluss der Ausbildung soll mit dem Lernen aber noch nicht Schluss sein. „Ich möchte möglichst viel mitnehmen, um auf alles vorbereitet zu sein“, sagt er. Daher sieht der Vorsitzende der Horstedter Landjugend, an deren Gründung er vor zwei Jahren beteiligt war, die größten Chancen in einem Studium der Agrarwissenschaft in Kiel. Aber das nächste große Ziel ist erst einmal ein gutes Abschneiden beim Bundeswettbewerb.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Südkoreas Präsident: Nordkorea nähert sich "roter Linie"

Südkoreas Präsident: Nordkorea nähert sich "roter Linie"

Urlauber auf Mallorca gelassen trotz Tourismus-Protesten

Urlauber auf Mallorca gelassen trotz Tourismus-Protesten

Botanischer Garten auf dem Brocken: So blühen die Berge

Botanischer Garten auf dem Brocken: So blühen die Berge

Warum Urlauber das Abenteuer suchen

Warum Urlauber das Abenteuer suchen

Meistgelesene Artikel

1500 Schützen feiern in Westervesede

1500 Schützen feiern in Westervesede

Rotenburger Werke feiern das Sommerfest an der Lindenstraße

Rotenburger Werke feiern das Sommerfest an der Lindenstraße

„La Strada – Straßenzirkus“ startet Freitagabend

„La Strada – Straßenzirkus“ startet Freitagabend

Nach dem Starkregen: Auto durch Gullydeckel beschädigt

Nach dem Starkregen: Auto durch Gullydeckel beschädigt

Kommentare