33-Jähriger stellt sich zur Wiederwahl

Julian Loh möchte Bürgermeister in Reeßum bleiben

Julian Loh steht vor dem Reeßumer Gemeindebüro.
+
Julian Loh ist vor einem halben Jahr in das Reeßumer Bürgermeisteramt gerutscht. Im September möchte er sich wiederwählen lassen.

Vor einem halben Jahr hat Julian Loh das Bürgermeisteramt in Reeßum übernommen. Im Herbst stellt er sich zur Wiederwahl.

Reeßum – Die „Schnupperphase“ ist sozusagen beendet. Bei seinem Amtsantritt im vergangenen Dezember hat Julian Loh noch offengelassen, ob er über die kommende Kommunalwahl am 12. September hinaus Bürgermeister der Gemeinde Reeßum bleiben möchte. Jetzt, ein knappes halbes Jahr nachdem er die Nachfolge von Marco Körner angetreten hat – der aufgrund einer neuen Anstellung in der Samtgemeinde-Verwaltung zurücktreten musste – hat sich der 33-Jährige entschieden: Er stellt sich zur Wiederwahl.

Er sei oft angesprochen worden, ob er weitermachen würde, erzählt der Reeßumer. Insbesondere seitdem er für die Bürgerliste Wiestedörfer, auf der er kandidieren wird, Leute zum Mitmachen zu motivieren versucht. Ob er denn Bürgermeister bleiben will, sei die häufigste Gegenfrage gewesen. In den vergangenen Monaten habe er viele Einblicke in das Amt bekommen, und er wollte sich auch eine gewisse Zeit nehmen, in Ruhe über sein weiteres Vorgehen zu entscheiden.

„Es hat Tage gegeben, da habe ich gedacht, dass es das Geilste ist. Es gab aber auch Tage, da habe ich gedacht, dass die das nächstes Jahr ohne mich machen können“, sagt Loh und lacht. Offenbar haben die guten Tage überwogen. Dass er weitermachen möchte, hänge mit der guten Unterstützung aus dem Gemeinderat zusammen, der Loh so manche Aufgabe von den Schultern genommen habe. „Das ist die Grundvoraussetzung, das muss es auch im kommenden Rat geben.“ Alleine könne man die Geschwindigkeit, die in dem Amt manchmal erforderlich sei, nicht schaffen. Er habe zwar schon gemerkt, dass manche Aufgaben mit der Zeit schneller von der Hand gehen würden, dennoch müsse er sich noch in viele Themen einarbeiten. So kommt man zum nächsten Grund: „Bekräftigt hat mich die Unterstützung durch die Samtgemeinde.“

In den kommenden Jahren sei zum Beispiel das Thema Straße, Wege und Fußwege besonders wichtig, erklärt Loh. Das sei in den vergangenen 20 oder 30 Jahren vielleicht ein wenig zu kurz geraten. Er möchte dabei eine gewisse Langfristigkeit etablieren und auch mal mehrere Jahre vorausplanen. Dazu könne er sich auch externe Unterstützung vorstellen, die die Straßenzustände neutraler bewerten könne als ein Rat, bei dem bei der Beurteilung unter Umständen auch mal Emotionen im Spiel sein können. Auch die Kinderbetreuung rückt in den Blickpunkt: Loh erwartet, dass es in Zukunft mehr Krippenkinder geben wird in Reeßum. Sein Fokus liege aber darauf, beide Standorte – Reeßum und Taaken – zu erhalten.

Trotz seiner in der Lokalpolitik eher unterdurchschnittlichen 33 Jahre, gehört Loh zu den „alten Hasen“ im Rat. 2006 hat er sich als 18-Jähriger erstmals in das Gremium wählen lassen, und ist seit 15 Jahren sozusagen immer der Jüngste dort gewesen. Nach der Wahl 2011 wurde er bereits stellvertretender Bürgermeister. Auch auf Samtgemeinde-Ebene ist Loh aktiv – hier aber für die CDU. Seit 2016 ist Loh der Vorsitzende des Samtgemeinderates, fünf Jahre zuvor ist er erstmals in diesen Rat gewählt worden.

Er wisse natürlich nicht, was nach Corona ist. Lächelnd gibt er zu: Die ersten Monate als Bürgermeister klingen ein wenig nach Lockdown-Projekt. „Wenn man abends nichts mehr machen konnte, ging ich halt noch mal ins Gemeindebüro.“ Wenn das öffentliche Leben langsam wieder in die gewohnten Bahnen kommt, dann wird er wieder weniger dort anzutreffen sein. Abends geht man dann vielleicht mal auf eine Veranstaltung, und auch beruflich – Loh ist Einkäufer und Projektmanager bei der Behrens-Gruppe in Rotenburg – werde er dann wieder mehr unterwegs sein. Entlastung soll die sogenannte Schnittstellenoptimierung in der Samtgemeinde bieten, darin sehe er „viele gute Ansätze“. Ihm sei wichtig gewesen, seine Bewerbung früh bekannt zu geben, somit Signale zu senden, und nicht kurz vor Fristende abzusagen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Landkreis sucht Fachkraft für den Vertretungsstützpunkt

Landkreis sucht Fachkraft für den Vertretungsstützpunkt

Landkreis sucht Fachkraft für den Vertretungsstützpunkt
Leon Radermacher erlebte die Flut an der Ahr mit und ist in Nindorf zu Gast

Leon Radermacher erlebte die Flut an der Ahr mit und ist in Nindorf zu Gast

Leon Radermacher erlebte die Flut an der Ahr mit und ist in Nindorf zu Gast
Filmdreh mit Heimvorteil – übers Aufwachsen auf dem Land

Filmdreh mit Heimvorteil – übers Aufwachsen auf dem Land

Filmdreh mit Heimvorteil – übers Aufwachsen auf dem Land
Leipzig, München, Rotenburg

Leipzig, München, Rotenburg

Leipzig, München, Rotenburg

Kommentare