Jugendfeuerwehr in Bötersen fischt immer häufiger Müll aus den Kartons

Ekelfaktor beim Altpapiersammeln

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Olaf Buthmann (l.) und Jan Hendrik Müller finden regelmäßig Hausmüll im Altpapier.

Bötersen - Von Matthias Daus. Seit mittlerweile mehr als drei Jahrzehnten sammelt die Jugendfeuerwehr Bötersen in regelmäßigen Abständen Altpapier in der Gemeinde. Auf diese Weise erwirtschaftet sie das Geld, dass dann der Feuerwehr zugutekommt. Eine sehr sinnvolle Tradition, die auch viele Mitbürgern der Gemeinde fleißig unterstützen. Doch eine Sache trübt das harmonische Bild beim Altpapiersammeln der Jugendfeuerwehr – es ist immer häufiger Hausmüll in den Bündeln versteckt.

Mit Einführung der blauen Tonne für die häusliche Altpapierentsorgung, war erwartet worden dass die Arbeit der Jugendfeuerwehr bald überflüssig ist. Doch stattdessen ist das Pensum sogar noch erheblich gestiegen. Das ist eigentlich eine gute Entwicklung. Eigentlich, denn seit geraumer Zeit stoßen die Verantwortlichen der Feuerwehr auf Probleme, mit denen sie in der Vergangenheit nicht viel zu tun hatten.

Zum einen ist eine schwindende Bereitschaft, das Altpapier platzsparend zu bündeln oder zumindest in Kartons zu stecken, zu verzeichnen, teilen die Verantwortlichen mit. Doch für die größte Aufregung sorgt der zunehmende Trend, den eigenen Hausmüll im Papier zu verstecken. „Das geht mit benutzten Taschentüchern los und reicht bis zu Teppichen, die wir in dem Altpapier vorfinden“, beklagt Jugendwart Jan Hendrik Müller die Moral einiger „Entsorger“.

Auch der stellvertretende Ortsbrandmeister Olaf Buthmann sieht diese Entwicklung in der Gemeinde mit Sorge: „Es sind schließlich Kinder und Jugendliche, die ihre Freizeit für eine gute Sache opfern und dann auf solche Dinge wie Speisereste in Pizzakartons und ähnliches stoßen. Das hat manchmal schon einen gewissen Ekelfaktor.“

Wie man dieser Lage Herr werden könnte, darauf haben die beiden Feuerwehrleute bisher auch keine passende Antwort. „Es bleibt uns nur, an die Vernunft und Einsicht der Leute zu appellieren“, sagt Jan Hendrik Müller mit einem leicht resignierten Unterton.

Die Tatsache, dass es in der näheren Umgebung Betriebe gibt, die darauf spezialisiert sind, den Abfall anzunehmen, der nicht mehr in die Hausmülltonne passt, und das auch zu erschwinglichen Preisen, zeige, wie unnötig es doch ist, ihn illegal zu entsorgen. „Die Leute sollten sich einfach mal in die Lage der Mitglieder der Jugendfeuerwehr versetzen und bedenken, was sie tun würden, wenn es das eigene Kind oder gar man selbst wäre, der in solchen Hinterlassenschaften herumwühlen muss“, erklärt Olaf Buthmann verärgert und hofft auf ein Umdenken bei allen Beteiligten.

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