Abiturienten treten Bundesfreiwilligendienst an

Vier helfende Hände von Jonas Cordes und Jonas Lübeck

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Für Jonas Cordes (Mitte) und Jonas Lübeck war es selbstverständlich, auch beim Winterball des Gymnasiums zu helfen.

Sottrum - Von Antje Holsten-Körner. Im vergangenen Juni durften Jonas Cordes und Jonas Lübeck ihre Abiturzeugnisse in Empfang nehmen. Trotzdem besuchen die beiden weiterhin jeden Tag das Sottrumer Gymnasium. Dies hat einen einfachen Grund, denn sie absolvieren seit Mitte September dort ihren Bundesfreiwilligendienst (Bufdi). Der erstmalige Einsatz von Bufdis am Gymnasium erfolgte zeitgleich mit der Umstellung zur Ganztagsschule.

„Ich habe die Stellen beim Schulträger und beim Landkreis beantragt“, berichtet Ferdinand Pals, seit 2014 Leiter des Gymnasiums. Nach der Genehmigung nahm er zehn Tage vor Schuljahresende die Ausschreibung in den schulinternen Mitteilungen vor. Die Besetzung erfolgte aber eher durch Zufall. „Als ich die Bücher zurückgeben wollte, bin ich mit Herrn Pals ins Gespräch gekommen“, erinnert sich Jonas Lübeck. Da der heute 19-Jährige noch keine konkreten Pläne hatte, bewarb er sich kurzfristig um den Job. „Es passt genau in meine Lebensplanung“, sagt Lübeck, der den Kontakt zu Lehrern und Schülern auf der jetzt anderen Ebene sehr zu schätzen weiß.

Besonders gut gefällt dem Bassener, dass die Arbeit größtenteils in Eigenregie erfolgt. „Es ist cool, sein eigener Herr zu sein“, so der Bufdi. Und weiter: „Es ist sehr vertraut hier, man fühlt sich wie zu Hause.“ Zusätzlich zu den eigenen Ideen unterstützen die beiden Abiturienten die Lehrer bei Arbeitsgemeinschaften, der Pausengestaltung, der Durchführung von Kunstprojekten oder anderen Arbeiten. Auch wenn eine Lehrkraft für einen Wandertag oder eine Klassenfahrt ausfällt, sind sie einsatzbereit. „Es ist hervorragend, dass die beiden als Feuerwehr bereitstehen – solche Ressourcen hat eine Schule sonst nicht“, freut sich Pals.

„Uneingeschränktes Lob“ von Ferdinand Pals

Begeistert ist er von der Verlässlichkeit seiner „Jungs“ sowie der ansteckenden Fröhlichkeit. Auch die anderen Qualifikationen weiß Pals zu schätzen: „Beide haben durch Sport Erfahrung im Umgang mit Kindern und Jugendlichen“, hebt er hervor. An beide verteilt er ein „uneingeschränktes Lob“. Die Gradwanderung zwischen Freundschaft und Autorität von Lübeck und Cordes bei den Schülern funktioniert gut, Akzeptanzprobleme gibt es nur sehr selten. „Die Jüngsten haben schon mal Widerworte“, verrät Jonas Lübeck schmunzelnd. Er freut sich, dass er den Bundesfreiwilligendienst zusammen mit seinem Freund absolvieren kann. „Dies ergab sich durch ein Gespräch mit Jonas“, sagt Jonas Cordes, der auch den guten Draht zum Schulleiter hervorhebt. Zu dem Zeitpunkt war dem Ottersberger noch nicht klar, wohin der Weg gehen soll, denn der Traum von einem Jahr in Argentinien scheiterte an den notwendigen finanziellen Mitteln.

„Mit den Aufgaben als Bufdi mache ich etwas Sinnvolles und helfe der Schülerschaft“, so Cordes. Außerdem kann er einen Teil der 380 Euro hohen Aufwandsentschädigung für die Reise nach „Down Under“ sparen. Mindestens genauso wichtig sind ihm die sozialen Kontakte. Auch wenn bis dahin noch viel Wasser die Wieste herunterfließt, hat der 19-Jährige schon Pläne für die Zeit nach der Rückkehr aus Australien: „Ich möchte Wirtschaftspsychologie studieren“, sagt er.

„Ein Segen, dass wir sie haben“

Auch Jonas Lübeck hat schon Vorstellungen, wie es weitergehen soll, denn er peilt eine Ausbildung zum Kaufmann für Versicherung und Finanzen an. Aber noch profitieren die Lehrer und Schüler vom Engagement von Jonas Lübeck und Jonas Cordes. Durch den von ihnen gestalteten Oberstufenraum werden sie lange in Erinnerung bleiben. „Es ist ein Segen, dass wir sie haben“, lobt Ferdinand Pals. Durch die gute Erfahrung möchte er auch im kommenden Schuljahr zwei Stellen ausschreiben. Dabei soll der Abiturjahrgang – ob Junge oder Mädchen – wieder die erste Adresse sein. Da dann schon mehr Erfahrung mit der Handhabung besteht, soll den neuen Kandidaten schon frühzeitig die Möglichkeiten geboten werden, die entsprechenden Kurse zu belegen. „Wenn der Sportübungsleiterschein noch nicht vorhanden ist, kann er auf diesem Weg erworben werden“, sagt der Schulleiter.

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