Johannes Kaußler dirigiert die h-moll-Messe in der St.-Georg-Kirche

Leidenschaft für Bach

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Johannes Kaußler dirigiert Chor, Orchester und Solisten zu Höchstleistungen.

Sottrum - Von Heidi Stahl. Mit dem Konzertchor Wümme-Wieste, dem Projektorchester und den vier Solisten Mechthild Rieh-Natter (Sopran), Christiane Artisi (Alt), Dennis Egel (Tenor) und Wieland Lemke (Bass) hat sich der Kirchenmusiker Johannes Kaußler diesmal an eines der populärsten und bekanntesten Werke des 18. Jahrhunderts gewagt – Johann Sebastian Bachs Hohe Messe in h-moll, BWV 232.

Sie gilt als eines seiner Meisterwerke und steckt doch voller Rätsel und Fragen, da es sich nicht um eine homogene Komposition handelt. Der älteste Bestandteil ist das „Sanctus“, das Bach bereits 1724 komponierte. Kyrie und Gloria schuf er 1733, um sich damit um den Titel eines Hofkompositeurs bei Kurfürst Friedrich August zu bewerben, was ihm damit auch gelang. Erst in seinen letzten Lebensjahren ergänzte Bach die noch fehlenden Teile Credo, Hosanna, Benedictus und Agnus Dei zu der vollständigen fünfteiligen Vertonung der Messe und griff dabei größtenteils auf Sätze aus eigenen Kantaten zurück, die er dafür bearbeitete.

Kaußlers Leidenschaft für den Meister der Kirchenmusik kam an diesem Abend in der St.-Georg-Kirche voll zum Ausdruck. Mit einer vehementen Körpersprache und Intensität dirigierte er Chor, Orchester und Solisten, führte sie zu Höchstleistungen und riss seine Musiker und auch das Publikum mit und erfüllte die Zuhörer mit andächtigen Staunen.

Die Soli der Sänger wurden von meisterhaft gespielten Soli der Streicher oder, wie bei dem Solo von Sopran und Tenor „Domine meus“ aus dem Agnus Dei, von Susanne Meier auf der Querflöte souverän begleitet. Die andächtige Atmosphäre in der Kirche wurde diesmal auch durch flackernde Kerzen in den Fensternischen unterstützt, und der Inschrift an der Kanzel „...erhebe deine Stimme wie eine Posaune...“ hätte es diesmal gar nicht bedurft, die Musiker und Sänger erfüllten mit ihrer beeindruckenden Wiedergabe das ganze Kirchenschiff.

Kaußler ist es wieder gelungen, seinen erst 2009 gegründeten reinen Laienchor durch intensive Proben und bewundernswertes Engagement aller Beteiligten an ein solch anspruchsvolles Werk heranzuführen und den Sottrumern einen hochkarätigen Kirchenkonzert-Abend zu bieten.

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