31-jähriger Sandhauser mehrheitlich gewählt

Jörg Kockert ist SPD-Wunschkandidat für die Europawahl

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Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth (v.l.), Kreisvorsitzender Klaus Manal, Jörg Kockert und Bezirkschefin Petra Tiemann auf der Bezirksvertreterversammlung in Sottrum.

Sottrum - Die Vertreter des SPD-Bezirks Nord-Niedersachsen haben am Samstag auf ihrer Versammlung im Gasthaus Röhrs in Sottrum ihrem Wunschkandidaten Jörg Kockert mehrheitlich das Vertrauen ausgesprochen. Offiziell nominiert wird der IT-Unternehmer und Abteilungsleiter für Qualitätssicherung in einer Privatbank aus Sandhausen später von einem Gremium der Landespartei.

„Wir können Europa nicht den Hetzern und Spaltern überlassen. Deswegen müssen wir die demokratischen Kräfte bündeln“, zeigte sich der Ratsherr kämpferisch. Der 31-Jährige sehe sich selber als Europäer, der gerade junge Menschen in den Parlamenten, vom Ortsrat bis zum Europaparlament, haben will. 

Sein Steckenpferd sei die Einführung einer Digitalsteuer für die großen E-Commerce-Konzerte, wie Amazon und Google. Außerdem forderte er dringend, Subventionen der EU für die Digitalisierung des Flächenlandes Niedersachsen in Brüssel locker zu machen. Beim Brexit wolle er keine Rosinenpickerei seitens der britischen Regierung zulassen.

Der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Rotenburg Klaus Manal hielt seinerseits einen Appell an die Europapolitiker, dass es den Menschen durch Europa besser gehen solle. Dann werde der europäische Gedanke von selber in den Köpfen verankert. In seinem Referat nahm Tiemo Wölken (SPD) als Mitglied im Europaparlament den Gedanken auf und sah die großen Probleme durch die Jugendarbeitslosigkeit, insbesondere in Südeuropa, als wichtigste Herausforderung für die EU. 

Timo Woelken, Mitglied des europäischen Parlaments, sprach vor seinen Parteigenossen.

Außerdem gelte für ganz Europa, dass es keine Menschen zweiter Klasse gäbe. „Ich möchte nicht in einem Land leben, wo Menschen mit anderer Hautfarbe oder Religion Angst haben müssen, am nächsten Morgen noch aufzuwachen“, nahm er Bezug auf die Vorgänge in Chemnitz. Deswegen sei das Verfahren gegen die ungarische Regierung auch richtig, weil diese die demokratischen Grundwerte untergrabe. 

Verstört nahm er wahr, dass die CSU-Abgeordneten im Europaparlament dem Antrag nicht zugestimmt hätten. „Der CSU ist wohl der politische Kompass abhandengekommen, um lieber mit Viktor Orban zu kuscheln“, führte er bildlich aus. Abschließend forderte Wölken auf: „Werdet alle Botschafter für Europa. Wir scheuen die Vielfalt von Europa nicht, wir sind von ihr begeistert.“ 

lee

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