Jochen Richert organisiert spontane Demonstration an Taaken Z2 / Nur drei Fracking-Gegner folgen dem Aufruf

„Unheimliche Geräusche“ an der Bohrstelle

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Drei Fracking-Gegner demonstrieren an der Bohrstelle Taaken Z2.

Taaken - Rauchschwaden über der Bohrstelle Taaken Z2 bereiten den Bürgern Sorgen. „Wir fordern Luftuntersuchungen. Wir müssen Druck machen“, sagt die Taakenerin und Aktivistin gegen Fracking, Iris Eckhoff. Sie wohnt in unmittelbarer Nähe zum Bohrfeld.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hörte Eckhoff außerdem „ein unheimliches Geräusch, wie ein großes Bohrwerk das gegen Gestein drückt“. Beunruhigt wandte sie sich an Jochen Richert, Vorsitzender der Bürgerinitiative (BI) „Gegen Gasbohren im Landkreis Rotenburg“. Per Rundmail rief er zu einer spontanen Demonstration auf.

Gerade vor dem Hintergrund, dass nur wenige Tage vorher in Schmarbeck (Uelzen) ebenfalls Rauchentwicklung an einer Bohrstelle beobachte und gemeldet wurde. Laut der dortigen BI „wurde für die Erdgasförderstation auf Anweisung der Bergaufsicht des Landesbergamtes (LBEG) die Außerbetriebnahme verfügt“. BI-Sprecher Bernd Ebeling teilte mit, dass der Betreiber, der Erdöl- und Erdgasproduzent „ExxonMobil“, die Hinweise nicht ernst genommen hatte. Gleiches befürchten die Taakener.

„Keiner weiß Bescheid, weder der Bürgermeister noch der Samtgemeindebürgermeister“, sagt Jochen Richert über die versprochene Transparenz von „ExxonMobil“. „Nur im Nachhinen gibt es eine Randnotiz in der Zeitung“, kritisiert er. Richert allerdings weiß, dass Z2 zurückgebaut wird. Daher der aufgestellte Turm. „Damit werden die Rohre herausgezogen“, erklärt Richert. Der Bohrschacht würde dann mit Beton verfüllt.

Aktuell fordert Eckhoff gemeinsam mit der BI die Untersuchung der Luftemissionen. Richert geht noch weiter mit seinen Forderungen: „Was uns auffiel ist, dass es keine Aufkantung gibt. Normalerweise wird das Oberflächenwasser gesondert gesammelt und abgefahren. Das ist dort nicht der Fall. Wir fordern, dass das Erdreich auch außerhalb der Bohrstelle im Rahmen der Erduntersuchung nach dem Rückbau durch das LBEG untersucht wird, damit der Grundstückseigentümer, nichts Kontaminiertes zurückbekommt.“ Richert weiter: „Außerdem wollen wir wissen: Befinden sich in den vorhandenen Tanks noch Lagerstättenwasser? Liegen hier noch Lagerstättenleitungen, liegen noch PE-Rohre, wo Benzol durchsickern kann?“

Richert ärgert, dass „ExxonMobil“ Infoabende veranstaltet sowie Flyer verteilt, wenn der Mineralölkonzern neue Bohrplätze erschließen will, bei einem Rückbau aber nicht informiert. „Ist das die Zukunft, wenn die Erdgasförderung eingestellt wird?“, fragt Richert, der enttäuscht über die Beteiligung war. Lediglich zwei weitere Fracking-Gegner konnte er aktivieren und schob es auf das Wetter. „In Taaken waren alle informiert, der Bürgermeister auch.“

bd

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