Jessica Röhrs folgt Jonas Stelling als Freiwilliger beim Sportverein

Staffelübergabe in Sottrum

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Jonas Stelling gibt den Staffelstab beim TV Sottrum an Jessica Röhrs weiter.

Sottrum - Von Antje Holsten-Körner. Der TV Sottrum hat seinen Mitgliedern viel zu bieten: Aus zwölf Sparten haben Interessierte die Möglichkeit, sich eine Sportart auszuwählen. So sollte für jede Altersgruppe ein passendes Angebot vorhanden sein. Ohne ehrenamtliche Arbeit wäre dieses umfangreiche Angebot aber nicht möglich. Seit einigen Jahren werden die Ehrenamtlichen durch einen „Bufdi“ – also einen jungen Menschen, der ein Jahr Bundesfreiwilligendienst leistet – unterstützt.

Seit Anfang September übt dies Jessica Röhrs aus. „Mein ehemaliger Handballtrainer Marten Windler, selber damals ‚Bufdi‘ beim TV, hat viel davon erzählt“, berichtet die Abiturientin. Daher stand für die Reeßumerin – selbst elf Jahre aktive Handballerin bis sich ihr Team aufgelöst hat – fest, den Bundesfreiwilligendienst beim TV Sottrum zu absolvieren.

Schon durch ihre Arbeit als Gruppenleiterin bei den Pfadfindern konnte Jessica Röhrs viel Erfahrung beim Umgang mit Menschen sammeln. Dies kommt ihr jetzt zugute. Für jede Woche wird zusammen mit Heidi Rosebrock ein Stundenplan aufgestellt. Die Leiterin der vereinseigenen Geschäftsstelle ist auch für die Betreuung verantwortlich. Unterstützt wird sie vom zweiten Vorsitzenden Bernhard Hockmann, der Röhrs schon viel Wissen über Vereinsrecht und Versicherungen vermittelte.

Involviert in den Ablauf sind ebenfalls der restliche Vorstand und die Trainer. Die ersten Lehrgänge liegen bereits hinter der Abiturientin. Ziel ist dabei die Trainerlizenz. „Mein Wunsch, diese Lizenz auf Handball zu spezialisieren, ließ sich nicht verwirklichen, denn in dieser Sparte beginnt der nächste Block erst im Frühjahr“, bedauert sie etwas.

Aus den Augen verloren hat Jessica Röhrs den Handballsport aber nicht: „Es ist weiterhin mein Traum, eine Handballmannschaft zu trainieren“, verrät die 19-Jährige. Außerdem will sie die Prüfung für den Schiedsrichterschein in dieser Sparte ablegen.

Nachdem sie schon in viele Abteilungen – überwiegend im Turnbereich – schnuppern konnte, übernimmt die Reeßumerin derzeit das Aufwärmtraining beim Tischtennis. Auch die Arbeit in der Geschäftsstelle steht immer wieder auf dem Stundenplan.

Besonders angetan hat es ihr die Arbeit mit Behinderten, wo sie auch schon ein Seminar besuchen durfte. „Das macht mir unheimlich viel Spaß“, schwärmt Röhrs. Nach den Herbstferien steht für sie außerdem viermal wöchentlich Betreuung in der Morgenstern-Grundschule im Kalender.

In ihren zwölf Monaten muss sie noch ein gemeinnütziges Projekt auf die Beine stellen. „Mir schwebt derzeit ein Sponsorenlauf für die Flüchtlinge vor“, hat sie schon eine Idee. Obwohl Röhrs beim TV Sottrum eingesetzt ist, ist der Arbeitgeber für die 39-Stunden-Woche das ASC (Active Sports Center) Göttingen. Als Taschengeld werden von dort aus monatlich 300 Euro gezahlt.

Schon jetzt weiß die Reeßumerin, dass ihr die Zeit des Bundesfreiwilligendienstes etwas bringt. „Ich habe schon viele neue Seiten kennengelernt“, betont sie. Fest steht für sie dadurch, dass sie weiterhin Tourismuswirtschaft studieren möchte, wofür ihr bereits Zusagen vorgelegen haben. Einen Schwerpunkt möchte sie dort auf den Kurbereich legen.

Während die Abiturientin noch am Anfang steht, hat Jonas Stelling den Bundesfreiwilligendienst beim TV Sottrum gerade hinter sich. „Es hat sich echt gelohnt“, so der 19-Jährige. Da es nach der Schule für ihn zu kurzfristig war, sich für eine Ausbildung zu entscheiden, fiel seine Wahl auf ein Jahr als „Bufdi“. Bereits seit seiner Kindheit ist er im TV aktiv und da Sport dazugehören sollte, bot sich das soziale Jahr dort an.

Die Entscheidung sollte sich als richtig herausstellen, denn Jonas Stelling entwickelte sich weiter. „Dadurch habe ich gelernt, alleine Gruppen zu leiten und zu motivieren“, erzählt er. Wie bei seiner Nachfolgerin gefiel ihm besonders die Arbeit mit der Behindertensportgruppe von Dorothee Heinze.

Viel Spaß machte Stelling auch die Arbeit mit den Grundschulkindern. „Dadurch gehe ich anders auf Kinder zu“, berichtet er. Entschieden hat er sich für eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann, die er in Oyten absolviert. „Ohne den Bundesfreiwilligendienst hätte ich dort noch nicht gleich den Crossfit-Kurs leiten können“, berichtet der Sottrumer erfreut. Auch sein Privatleben wurde durch das Jahr geprägt: „Ich habe bei den Seminaren viele Leute kennengelernt, zu denen ich noch heute Kontakt habe.“

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