Jan-Christoph Oetjen und Robert Abel arbeiten im Samtgemeinderat zusammen

Die „Spielverderber“

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Das Rathaus in Sottrum.

Sottrum - Von Jessica Tisemann. Das Pech des Einen und der überraschende Triumph des Anderen. So hat die Geschichte von Robert Abel (Politik ohne Partei, PoP) und Jan-Christoph Oetjen (FDP) im Rat der Samtgemeinde Sottrum nach der Wahl 2011 angefangen. Seitdem bilden sie eine Fraktion. Und dass die beiden gar nicht so verschieden sind und worin sie sich gut ergänzen, haben sie schnell herausgefunden.

Die beiden seien sich kommunalpolitisch bei den verschiedenen Themen sehr oft einig gewesen. „Auf kommunaler Ebene zählt etwas anderes als der Parteiname. Es geht um die Sache“, macht Abel deutlich. Es sei wichtig, was für die Allgemeinheit gut ist.

„Am Anfang war die Verbindung eher aus meiner Not geboren“, erzählt Oetjen, der mit seiner Partei bei der letzten Wahl einige Stimmen verloren hatte. Dann habe man sich etwas beschnuppert und sich von Anfang an verstanden. „Das man sich menschlich versteht, ist auf kommunaler Ebene das Wichtigste“, so Oetjen.

Auch bei den Themenschwerpunkten waren sich der Sottrumer und der Ahauser schnell einig – sparsam mit dem Geld umgehen und die Familienwirklichkeit abbilden. „Wir sind mit ungefähr der gleichen Ausrichtung an die Themen gegangen“, so der FDP-Politiker.

Robert Abel

Bei der gemeinsamen Arbeit mit dem FDP-Landtagsabgeordneten Oetjen hat Abel viel mitnehmen können. „So habe ich mir erhebliche Fauxpas erspart“, sagt der 52-jährige Unternehmensberater. Und auch für den 37-jährigen Oetjen war die Zusammenarbeit mit dem Politikneuling von Vorteil. „Robert hat sich nie mit Aussagen wie, ‚das war schon immer so‘ zufriedengegeben und hat kritisch nachgefragt.“ Das helfe auch, seine eigene Position noch einmal zu überdenken. Davon war auch Abel ein wenig überrascht, gibt er zu: „Ich habe nicht gedacht, dass ich auf einen gestandenen Kommunalpolitiker treffe, der sich noch selbst hinterfragen kann.“

Jan-Christoph Oetjen

Mittlerweile brauchen die beiden nicht mal mehr eine vorbereitende Sitzung, weil sie wissen, wie der andere tickt. Besprechungen gibt es dann übers Telefon – auch für den Landtagsabgeordneten von Vorteil, der dreimal die Woche zwischen Sottrum und Hannover pendelt. Und auch im Rat der Samtgemeinde sind die früheren „Spielverderber“, wie sie selbst sagen, angekommen. „Es hat sich wirklich etwas geändert im Rat. Früher wurden wir etwas als Störenfriede angesehen, die auch mal kritische Nachfragen gestellt haben“, berichtet Oetjen, „das liegt auch in unser beider Naturell“.

Doch trotz der guten Zusammenarbeit wollen Abel und Oetjen bei der nächsten Wahl jeder noch mehr Stimmen bekommen. „Das Ziel ist es, mit der FDP wieder mit Fraktionsstärke im Rat einzuziehen“, betont Oetjen. Und auch Abel hofft, „dass die Reichweite von PoP noch über Ahausen hinaus größer wird“.

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