„Die individuelle Stärke war überragend“

40 Jahre Handball in Sottrum: Die Anfänge und die Blütezeit

Das Team der ersten Stunde mit den beiden Gründern Horst Krenz (unten, M.) und Rolf Thies (unten, r.) und dem Jugendtrainer Jochen Johannigmann (oben, 3.vl.).

Sottrum - Von Matthias Daus. 1978 war ein bewegtes Jahr für den Handballsport, denn es fanden zwei herausragende Ereignisse statt. Die Nationalmannschaft der Bundesrepublik Deutschland gewann in einem denkwürdigen Finale gegen die übermächtige Mannschaft der UDSSR den Weltmeistertitel und in Sottrum wurde eine Handballabteilung neu gegründet. Diese Gründung geschah allerdings unabhängig von der Weltmeisterschaft und hatte ihren Ursprung in einem Gespräch, das Horst Krenz und Rolf Thies, zwei Sottrumer Neubürger, am Rande des damaligen Schützenfestes führten.

Schnell stellte sich heraus, dass beide eine große Leidenschaft für den Handballsport empfanden und es entstand die Idee, nach Gleichgesinnten zu suchen, um eine Mannschaft zu gründen und zur nächsten Saison am Spielbetrieb teilzunehmen. Einen ähnlichen Gedanken hatte Rolf Thies bereits zwei Jahre zuvor, als er in Sottrum eine Jugendmannschaft ins Leben rufen wollte, was aber daran scheiterte, dass er den Aufwand nicht allein bewältigen konnte. Doch nun hatte er mit Horst Krenz einen Partner gefunden, der insbesondere ein Händchen für die bürokratischen Anforderungen hatte und dieses Aufgabengebiet übernahm.

Ein Aufruf in der regionalen Presse zeigte sich erfolgreich, und binnen kurzer Zeit fanden sich elf motivierte junge Männer zusammen, die zum Teil auch schon über reichlich Spielerfahrung aus anderen Vereinen verfügten. Nach einer fristgerechten Anmeldung startete die erste Handballmannschaft des TV Sottrum am 24. September 1978 in der 5. Kreisklasse in ihre erste Saison. Die erste Spielpaarung lautete TV Sottrum gegen den TuS Rotenburg II.

Die erste Handball-Damenmannschaft des TV Sottrum.

„Für die heimische Presse war von vornherein klar, dass Rotenburg deutlich gewinnen würde“, erinnert sich Thies an eine Vorankündigung zu dem Spiel. Eine Einschätzung, die angesichts eines Kantersieges der Sottrumer mit 28:13 überdacht werden musste. Im Lauf der Saison, die die Sottrumer ohne Verlustpunkte meisterten, avancierten die Handballer von der Wieste schnell zu den Favoriten der 5. Kreisklasse. Zurecht: Sie wurden ungeschlagen Meister und diese Erfolgswelle setzte sich in den Folgejahren bis zur ersten Kreisklasse fort. „Die individuelle Stärke der einzelnen Spieler war damals überragend“, weiß Volker Schmidt, auch ein Spieler der ersten Stunde, zu erzählen.

In Sottrum gab es damals noch keine Halle, die annähernd eine erforderliche Spielfeldgröße vorwies, und deshalb musste man sich behelfen. Heimspiele wurden in anderen Orten wie Scheeßel ausgetragen und beim Training hatte man nur etwa ein Drittel der eigentlichen Fläche zur Verfügung.

Nach einem Jahr mit Frauenteam

In kurzer Zeit vergrößerte sich der Kader auf 19 Spieler. Es entstanden Überlegungen zur Gründung einer zweiten Herrenmannschaft zur nächsten Saison. Das Interesse war augenscheinlich größer als erwartet und auch die Unterstützung war unübersehbar. „Wenn wir spielten, waren Frauen und Kinder selbstverständlich immer dabei. Das hatte manchmal den Charakter eines Familienausflugs“, erinnert sich Thies. Diese Art der Fankultur hatte noch einen weiteren positiven Effekt, denn auch bei den Frauen keimte der Wunsch auf, selbst eine Mannschaft zu gründen.

Gesagt getan, und so stand zur Saison 1979/80 die erste Sottrumer Damenmannschaft auf dem Feld. Trainer war hier, wie auch bei den Herren, Rolf Thies. Aber auch in den Jugendbereich kam Bewegung, denn mit Jochen Johannigmann, hatte man einen Lehrer der Sottrumer Mittelpunktschule in den eigenen Reihen. Er rief eine Handball AG ins Leben, rekrutierte daraus viele Schüler für die Handballabteilung des TV und trainierte sie dort auch. 

Es existierten nun also eine Herren- eine Damen- und eine Jugendmannschaft. Das war die Grundlage für eine mittlerweile 40-jährige Geschichte, die sich nicht allein auf das Sportliche erstreckte, denn die Geselligkeit war von Anfang an ein wichtiges Element im Vereinsleben. Auch die Teilnahme an Turnieren in Dänemark oder gar in Spanien waren die eindeutigen Highlights.

Entwicklung nicht immer geradlinig

Ein weiterer belebender Faktor war die Großturnhalle am Bullenworth in Sottrum, die 1983 in Betrieb genommen wurde. Endlich war es möglich, Heimspiele auch wirklich zu Hause auszutragen. Dies und die Tatsache, dass man nun auch im geeigneten Rahmen trainieren konnte, sorgte für eine positive Entwicklung der Mitgliederzahlen. „In unseren Blütezeiten Anfang der Neunziger hatten wir jeweils drei Damen und drei Herrenteams und im Jugendbereich waren wir von der A-Jugend bis hin zur D-Jugend sowohl weiblich als auch männlich lückenlos besetzt“, erläutert Marianna Schmidt, die später für einen langen Zeitraum als erste Vorsitzende die Nachfolge von Horst Krenz antrat.

Natürlich ist die Entwicklung der Handballabteilung in Sottrum nicht immer geradlinig verlaufen und wie so viele Vereine sind auch hier Probleme wie Mitgliederschwund nicht spurlos vorübergegangen, aber trotzdem hat sich der Verein bis heute etabliert und gerade im Bereich der Nachwuchsarbeit sind positive Signale zu vermelden.

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