Internationales Café in Sottrum ist ein beliebter Anlaufpunkt

Jede Geschichte ein Schicksal

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Familie Memedova (v.l.) mit Alisa, Zümmrije, Ali, Amet, Lütrije und Djansu im internationalen Café.

Sottrum - Von Matthias Daus. Flüchtlinge, die sich einmal im Monat mit möglichst vielen Einheimischen aus der Samtgemeinde Sottrum treffen, das ist der Grundgedanke, der hinter dem internationalen Café steckt. Ein Konzept, das noch nicht in allen Bereichen aufgegangen ist, sich aber immer größerer Beliebtheit erfreut.

Hinter jedem Flüchtling steckt ein Schicksal, das weiß Brigitte Mintenbeck nur zu genau, denn sie kennt die Geschichten von den meisten, die sich heute im Gemeindesaal der Sottrumer Kirche eingefunden haben. „ Manches von dem, was ich zu hören bekam, war so grauenvoll, dass es mich nicht mehr losgelassen hat“, sagt die Gründerin des Arbeitskreises Asyl in Sottrum.

Während sie diese Worte spricht, herrscht um sie herum ein reges Treiben, denn das internationale Café hat wieder seine Tore geöffnet. Hinter diesem Namen verbirgt sich eine Veranstaltung, bei der sich regelmäßig an jedem vorletzten Sonnabend im Monat Flüchtlinge aus der Samtgemeinde treffen, um gemeinsam mit Einheimischen einen netten Nachmittag bei Kaffee und Kuchen zu verbringen – ein weiterer Schritt zur Integration der Menschen mit fremder Herkunft. Integration ist auch die zentrale Aufgabe des Arbeitskreises Asyl, der sich mit vielen ehrenamtlichen Helfern um die Belange der Flüchtlinge bemüht. Das beginnt mit Hilfe bei Behördengängen und mündet im selbst organisierten Deutschunterricht. „Wir vermitteln den Menschen unsere Sprache, unsere Kultur und die Werte, die für uns wichtig sind, wobei die Sprache der Schlüssel zu allem ist“, erklärt Friederike Paar, die sich zusammen mit weiteren Freiwilligen dieser Aufgabe widmet.

Seit November gibt es das internationale Café, das für die Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten und im Bereich der Samtgemeinde Sottrum untergebracht wurden, eine wichtiges Anlaufstelle ist.

Und so sitzen hier Familien und Personen aus verschiedensten Nationen einträchtig beieinander und verbringen eine angenehme Zeit mit Spielen und Gesprächen. Wie wichtig dieser Treffpunkt für die Menschen ist, zeigt sich auch daran, dass sich viele von ihnen aktiv in die Gestaltung einbringen. Einzig der Anteil der Einheimischen, die sich dazugesellen, ist noch ausbaufähig. „Vielleicht denken viele, dass sie mit ihrer Teilnahme auch eine Verpflichtung für ein Ehrenamt oder dergleichen eingehen müssen“ , vermutet Friederike Paar und gibt sogleich Entwarnung: „Wir freuen uns über jeden, der uns besucht und sich persönlich ein Bild von all dem hier machen möchte.“ Es gehe letztendlich um den Abbau von Vorurteilen durch das Schaffen von sozialen Kontakten.

Laut Brigitte Mintenbeck sind die Bürger der Samtgemeinde sehr aufgeschlossen und freundlich, was sie hoffen lässt, dass sich im Gemeindesaal eine multikulturelle Begegnungsstätte entwickeln könnte. Dass angesichts der anhaltenden Flüchtlingsströme und der unterschiedlichen Mentalitäten auch Probleme unvermeidbar sind, wissen die Mitglieder des Arbeitskreises. Umso wichtiger erscheint ihnen deshalb ihre Integrationsarbeit. „Das Kennenlernen ist der Schlüssel dazu, sein Gegenüber in erster Linie als Menschen zu sehen und ihn nicht auf seine Herkunft zu reduzieren“, erklärt Mintenbeck. Das Café ist immer am vorletzten Samstag im Monat ab 15 Uhr geöffnet. Am 21. November ist der nächste Termin.

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