Im zweiten Anlauf

Kommunalwahl: Nicolas Fricke will Sottrumer Samtgemeindebürgermeister werden

Nicolas Fricke will Sottrumer Samtgemeindebürgermeister werden.
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Nicolas Fricke will Sottrumer Samtgemeindebürgermeister werden.

Sottrum – „Ich bin neugierig, mache gerne neue Erfahrungen, lerne gerne Neues“, sagt Nicolas Fricke. Wenn es nach ihm geht, könnte im November sehr viel Neues auf ihn zukommen – das Amt des Bürgermeisters der Samtgemeinde Sottrum mit all seinen Aufgaben und Anforderungen. Der 53-jährige Sittenser ist neben Holger Bahrenburg und Robert Abel der dritte Kandidat, der sich bei der Kommunalwahl am 12. September um den Chefsessel im Rathaus bewirbt. „Die Neugier lebt sozusagen in mir“, sagt er und lacht. Das hat mit seinen beiden Berufen zu tun, derzeit arbeitet er als Anwalt in einer Kanzlei für Baurecht in Hollenstedt, davor war er einige Jahre als Redakteur bei der Rotenburger Rundschau.

Verantwortung zu übernehmen, politisch mitzugestalten, zwar nicht als Hauptamtlicher aber doch beispielsweise in der Funktion eines Ratsmitgliedes: Die Idee dazu hat Fricke schon zu Rundschau-Zeiten. „Das ist allerdings mit diesem Beruf nicht zu vereinbaren.“ Eine erste Anfrage kommt von CDU-Vertretern, irgendwann streckt auch der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Bernd Wölbern seine Fühler nach Fricke aus – „oder vielmehr den Kopf aus dem geöffneten Autofenster, er hatte mich da nämlich beim Spazierengehen abgepasst“, erinnert er sich.

Dann meldet sich Wolfgang Harling von der Sottrumer SPD. „Er hat mich da schon ein bisschen abgeholt, als er sagte, dass das Amt des Samtgemeindebürgermeisters mehr ist, als das eines Grüßonkels, nämlich eine spannende und interessante Aufgabe“, erinnert sich der Sittenser. „Auch bei den Herausforderungen war er so offen, dass ich mir das sehr gut vorstellen konnte“, sagt Fricke. Rückendeckung bekommt er von seiner Frau Diana. „So etwas würde ich auch nie alleine entscheiden“, betont er. „Wir sind da als Familie ein Team.“

Er soll als Kandidat für SPD, CDU, Grüne und FDP ins Rennen gehen, aber es kommt anders: Die Wahl fällt auf Wolf Linne, erst als dieser im Frühling nach Querelen hinwirft, ist wieder alles offen – und Fricke fragt sich: „Rufen sie jetzt doch wieder an?“ Denn mittlerweile ist ihm klar: „Ich will das machen, egal, was das beruflich bedeutet.“ Als Harling erneut anruft und Fricke im zweiten Anlauf nun doch wieder ins Rennen geht, dieses Mal lediglich für SPD und Grüne, haben Abel und Bahrenburg bereits ihre Hüte in den Ring geworfen.

Beide sind im Gegensatz zu Fricke in der Kommune keine Unbekannten: Bahrenburg als Mitarbeiter der Verwaltung, Abel als langjähriges Mitglied in politischen Gremien. Und dennoch, im Nachteil sieht Fricke sich da nicht: „Wenn es darum geht, dass jemand die Verwaltung, so wie sie ist, übernehmen soll, ist Herr Bahrenburg der Richtige. Wenn ich mir allerdings anhöre, was von Bürgern bemängelt wird, weiß ich nicht, ob er der Richtige ist.“ Als Rechtsanwalt und ehemaliger Redakteur bringe er die Fähigkeit mit, zuzuhören. „Das gilt für die Bürger, aber auch für die Verwaltung“, sagt er. „Und ich kann mich daher auch sehr zügig in Themen einarbeiten, Sachverhalte zu analysieren und nach Lösungsmöglichkeiten zu schauen.“

Egal, wie das hier ausgeht: Ich lerne gerade unheimlich viel, und es macht einfach Spaß.

Nicolas Fricke

Auch wenn Fricke kein Parteimitglied – weder bei der SPD noch bei den Grünen – ist, gibt es vor allem zwei Positionen, die ihm wichtig sind: „In Sachen Klimaschutz müssen wir jetzt handeln, jeder von uns. Mehr trockene Sommer und häufigere Starkregenfälle sind für mich Indizien, dass sich da etwas verändert.“ Ein weiteres Thema ist Chancengleichheit: „Es geht mir um möglichst gute Bildung, und das auch an staatlichen Schulen. Dazu gehört die Umsetzung des Ganztagsangebotes.“

2025 gibt es eben darauf einen Rechtsanspruch: „Bis dahin muss Sottrum darauf vorbereitet sein – und das sind nur noch drei Jahre“, sagt Fricke. Auch mit anderen Knackpunktthemen hat er sich schon etwas auseinandergesetzt, darunter auch die Frage nach den Jahresabschlüssen der Kommune. „Wir müssen an diesem Punkt die Gemeindebürgermeister entlasten“, findet der Kandidat. „Wenn ich mir ansehe, was da teilweise an Stunden geleistet wird, ist das schon bald kein Ehrenamt mehr.“ Grundsätzlich ist ihm der Dienstleistungscharakter wichtig: „Die Verwaltung muss bürgerfreundlicher werden – egal, ob auf digitalem Weg oder in Präsenz. Der Bürger muss das Gefühl haben, dass er gut behandelt wurde und mit seinem Anliegen ernst genommen wird.“

Derzeit ist er auf Wahlkampftour durch die Gemeinde. Die hat vor allem einen Effekt: „Langsam wird mir die Tragweite dessen bewusst, was da auf mich zukommt.“ Das schreckt ihn nicht ab: „Je länger ich darüber nachdenke: Ich finde die Herausforderung toll.“

Entspannung findet er beim Gassigehen mit Familienhündin Finchen und beim Lesen. „Zur Zeit ist es ,Freddie Mercury – A life in his own words‘. Ich weiß allerdings noch nicht, ob es mir gefällt.“

Sollte es mit der Wahl klappen, will er im ersten Jahr zwischen Sittensen und Sottrum pendeln, die neunjährige Tochter Charlotte soll die Grundschule noch in Sittensen abschließen. Sein sechsjähriger Sohn Jonathan ist auf jeden Fall schon mal überzeugt: „Er sagt jetzt schon: Papa wird Bürgermeister! Er ist da Optimist“, so Fricke mit einem Lachen. Und er ist überzeugt: „Egal, wie das hier ausgeht: Ich lerne gerade unheimlich viel, und es macht einfach Spaß.“

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