„Sottrum 2030“ auf der Zielgeraden: Einwohner werden erneut befragt

Im Endspurt

Der Bereich Lienworth gehört zu den zentralen Orten im Maßnahmenpaket zu „Sottrum 2030“.
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Der Bereich Lienworth gehört zu den zentralen Orten im Maßnahmenpaket zu „Sottrum 2030“.

Sottrum – Gedacht war das eigentlich ganz anders, aber man muss sich zu helfen wissen. Aufgrund der Covid-19-Pandemie leicht verzögert, biegt die Erstellung des Entwicklungskonzeptes „Sottrum 2030“ so langsam auf der Zielgeraden ein. Im Herbst hat der Rat das sogenannte Leitbild bestimmt, eine Art grober Rahmen, in dem sich die Experten vom Planungsbüro „plan zwei“ für konkretere Maßnahmenvorschläge bewegen können. Diese sollen bald mit der Öffentlichkeit sozusagen besprochen werden. Ab dem 11. Januar geht dafür zum zweiten Mal eine Online-Befragung über die Bühne.

Die Beteiligung der Öffentlichkeit ist ein Wesenszug von „Sottrum 2030“. Das Konzept begann mit einer gut besuchten Auftaktveranstaltung im Heimathaus und mehreren sogenannten Dialogforen zu speziellen Themengebieten. Und dann kam die Pandemie, „plan zwei“ musste sich was überlegen. Das Ergebnis waren eine Freiluft-Infoausstellung und eine erste Onlinebefragung. „Die neue Befragung wird etwas grafischer sein als die erste“, so Ulrich Berding, der Verantwortliche beim Planungsbüro. Diese Grafiken könne man anklicken, Fragen stellen, kommentieren und ergänzen. Man merkt ihm an, dass ihm eine Präsenzveranstaltung lieber wäre. Man muss es ihm vielleicht auch einfach glauben, wenn er sagt, dass die Sottrumer sich aus seiner Erfahrung heraus außergewöhnlich gut und viel in den Entwicklungsprozess einbringen. Doch die Interaktion wie bei den Veranstaltungen im Heimathaus, das direkte Antworten auf Fragen, das Hintergründe darlegen – das sei nun schwieriger. Doch er kann der Sache auch etwas Positives abgewinnen: „Es ist auch eine Chance, es erleichtert anderen die Teilnahme.“

Für „plan zwei“ sei es wichtig, „die Sache transparent zu machen“. Immerhin geht es so langsam ans Eingemachte. Im Herbst haben sich die Bürger Sottrums dafür ausgesprochen, sich eher als Dorf weiterzuentwickeln und die eigenen Vorteile stärken zu wollen, anstatt sich angesichts des Zuzugs von Auswärtigen langsam als kleine Stadt zu definieren. Die bald vorgestellten Maßnahmen sollen das konkret unterfüttern, sie wurden von der Arbeitsgruppe aus Politik, Verwaltung und eben „plan zwei“ ausgearbeitet. „Wir wollen aber nicht nur mit Politik und Verwaltung reden“, so Berding. Nachdem auch die anstehende Bürgerbeteiligung abgeschlossen ist, fällt es den Ratsleuten, die am Ende darüber abstimmen, sicher auch leichter, eine Entscheidung zu fällen.

Das kann nach derzeitigem Stand noch vor dem Sommer und damit vor der Kommunalwahl im Herbst geschehen. Politisch bindend ist „Sottrum 2030“ zu keinem Zeitpunkt. „Beschließen heißt nicht, dass es eine kommunale Satzung oder Ähnliches wird“, so der Planer. Es gehe auch nicht nur um die Gemeinde, sondern eben auch um die anderen Akteure im Dorf – etwa die aus der Wirtschaft.

Die im Herbst im Leitbild verabschiedeten Handlungsfelder sind nun zu konkreten Zielen definiert worden. Es handelt sich dabei um mehrere Projekte und Maßnahmen, die nach Abschluss des Entwicklungskonzeptes als Vorschlagsliste für den Rat dient. „15 Maßnahmen beziehen sich alleine auf den Bereich Einzelhandel, Arbeit und Wirtschaft.“ Insbesondere das Gebiet rund um die Straße Lienworth stehe im Fokus. Hier stehe die Erstellung eines städtebaulichen Konzeptes auf der Liste genauso wie die Frage, wie ein Wochenmarkt wieder nach Sottrum kommen könnte, nennt Berding einige Beispiele. „Unterfütternde Einzelmaßnahmen“, nennt er das, wobei die Entwicklung des Lienworths auch nach seiner Einschätzung eher zu den zentralen Schlüsselprojekten gehöre. Diese Maßnahmen habe man „gewonnen aus den Gesprächen und Diskussionen“. Berding legt Wert darauf, dass nicht der Eindruck entsteht, sie würden von ihm und seinen Mitarbeitern den Sottrumern „übergestülpt“.

Der nun „alte“ Zielkatalog definiert insgesamt sieben Handlungsfelder: „Wohnen“, „Arbeit und Wirtschaft“, „Verkehr und Mobilität“, „Freiraum und Umwelt“, „Klimaschutz und Klimaanpassung“, „Ortsleben, Freizeit und Kultur“ sowie „Ortskern“. In der Umsetzung kann es zum Beispiel um die Innenverdichtung gehen, mit der freie Flächen im Ort für Wohnungsbau genutzt werden, anstatt neue Baugebiete am Ortsrand zu entwickeln, oder darum, im Ortskern das Wohnen im Erdgeschoss zu erlauben. Ebenso könnte die Gemeinde die Ansiedlung von kleinen, lokalen Betrieben fördern oder versuchen, die Trennwirkung der Bundesstraße 75 zu überwinden.

In den zwei Wochen der anstehenden Bürgerbeteiligung wird „plan zwei“ das Verfahren begleiten und beobachten, danach geht es in die Auswertung. In Rücksprache mit der Arbeitsgruppe soll dann eine modifizierte Fassung der Maßnahmenvorschläge erstellt werden. Berding: „Wir würden uns freuen, wenn wir viel Zustimmung bekommen würden. Wir sehen es aber auch als Chance, es besser zu machen.“

„Sottrum 2030“ online

Mehr Informationen zum Entwicklungskonzept „Sottrum 2030“ und zur Öffentlichkeitsbeteiligung gibt es online unter www.sottrum2030.de.

Von Matthias Röhrs

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