Ilka Rath, Neurologin in Rotenburg, macht in ihrem Vortrag in Bötersen klar, wie wichtig Bewegung ist

„Ein Bandscheibenvorfall ist für das Altwerden normal“

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Ilka Rath spricht über das Altwerden.

Bötersen - Wer möchte das nicht? Lange leben, aber nicht alt werden. Doch da tickt die biologische Uhr anders. Denn vor dem Altwerden kann keiner weglaufen. Was mit den Jahren normal ist oder was krank, darüber hat vor mehr als 50 Senioren auf dem Kaffeenachmittag der Seniorengruppe „Blievt in gang“ Ilka Rath gesprochen. Sie praktiziert in Rotenburg als Neurologin.

„Im vorherigen Jahrhundert lag die Lebenserwartung bei 60 Jahren, heute bei 85 bis 90 Jahren. Wer als Mädchen heute auf die Welt kommt, kann bis 100 Jahre, die Jungen bis 95 Jahre alt werden – dank des medizinischen Fortschritts“, so die Referentin einleitend. Die Leute wollten alle lange leben, aber nicht alt werden. Normal sei, dass die Haut an Elastizität verliere und sich Falten bildeten. Üblicherweise veränderten und verformten sich auch die Wirbelsäule und der gesamte Bewegungsapparat, die Knochen, die Sehnen, die Muskeln und die Gelenke.

Dann verblüffte Rath ihre Zuhörer. „Ein Bandscheibenvorfall ist für das Altwerden normal. Viele haben einen, den sie nicht bemerken. Bei manchen schmerzt er. Der Schmerz hängt ab von der Muskulatur und den Nerven.“ Auch würden die Menschen mit dem Alter kleiner, weil sich Gelenke verformten und der Mensch schrumpfe. Rückenleiden seien ebenfalls altersbedingt, aber oftmals hausgemacht, weil sich der Mensch zu wenig bewegen würde und die Muskeln sich verkrampfen.

Rath betonte: „Alt werden heißt, dass sich jeder Teil des Körpers wie das Herz, die Lunge, die Ohren oder die Augen verändern. Der Blutdruck steigt, das Hören und Sehen wird schwächer.“ Und auch das Gehirn altert. Umso wichtiger sei es, das Gehirn zu trainieren, weil es den Körper steuert und die Persönlichkeit ausmache.

Das Gehirn brauche Arbeit und könne durch Lernen und Lachen und mit den Sinnen Hören, Riechen, Sehen und Fühlen trainiert werden. Je älter ein Mensch wird, desto anfälliger werde er. „Das beginnt mit dauerhaftem Stress, der die Muskulatur verkrampft und auf Dauer die Wirbelsäule schädigt. Oder mit Rauchen und viel Sitzen, weil damit die Blutgefäße anfälliger werden, verkalken und der Blutdruck steigt.“ Ein zu hoher Blutdruck begünstige unter anderem einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt.

Abschließend empfahl Rath, auf eine gesunde Lebensweise zu achten, einseitige Ernährung zu meiden und sich regelmäßig zu bewegen. „Das A und O ist tägliche Gymnastik. Trainieren Sie Ihre Muskeln. Achten Sie auf gesunde Lebensmittel. Und Pflegen Sie soziale Kontakte.“

woe

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