Den Hühnern ganz nah

Erstklässler aus Horstedt besuchen Legehennen-Betrieb

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Der fünfjährige Thilo stand im Mittelpunkt, als er eine Henne auf den Arm nahm.

Stapel - Von Antje Holsten-Körner. Artgerechter geht es wohl kaum: Auf der Suche nach Würmern scharren Hühner aufgeregt im grünen Gras. So gut haben es die knapp 500 Legehennen in Stapel bei Familie Meyer. Auf einer zwei Hektar großen Wiese stehen dort zwei Hühnermobile, wo vollautomatisch gesteuert wird, dass die Tiere um 10 Uhr auf die Wiese dürfen und mit Sonnenuntergang wieder zurück zum Mobil gehen.

Jetzt bekamen die Eierproduzentinnen Besuch von den Erstklässlern der Horstedter Grundschule. „Da heute die Zweit-, Dritt- und Viertklässler ihr Sportfest haben, veranstalten wir unseren Wandertag“, erzählt Klassenlehrerin Tanja Kaiser, die zusammen mit ihrer Kollegin Daniela Leuteritz von Seiten der Löwenzahn-Grundschule dabei war. Da kam die Einladung der Familie Meyer genau richtig. Zu Fuß ging es – gemeinsam mit interessierten Eltern – von der Schule in Richtung Stapel.

„Darf ich ein Huhn mitnehmen?“

Nach dem Marsch folgte eine gemeinsame Frühstückspause der 32 Kinder, bevor Gaby und Cord Meyer die Gäste auf die Rückseite des Hofes führten. Kurz nach ihrem Eintreffen öffneten sich die Türen des Hühnermobiles. „Sie freuen sich schon, wenn morgens die Tür aufgeht“, erklärte Cord Meyer. Auf der Suche nach frischem Futter ließen sich die Tiere von den neugierigen Mädchen und Jugend kein bisschen beeindrucken. Schon nach kurzer Zeit verloren auch die Kinder ihre Scheu. Der fünfjährige Thilo war sofort mutig und nahm ein Huhn auf den Arm. Verständlich, denn der Erstklässler ist mit der Landwirtschaft vertraut. Seine Eltern bewirtschaften den benachbarten Hof.

„Die Eier sind zuerst noch klein und werden von Woche zu Woche größer“, berichtet Cord Meyer. Bis mittags haben alle Legehennen ihre Aufgabe erfüllt. Dann dürfen sie die Weitläufigkeit des Geländes nutzten. Wenn die Sonne untergeht, geht das Licht im Mobil an. „Dann zieht es die Hühner in Richtung des Lichtes, damit sie bei Dunkelheit im geschützten Stall sind“, so Meyer. Die Stromversorgung erfolgt autark über die installierte Photovoltaikanlage.

Noch ist das Gras vor dem Hühnermobil grün, doch schon bald wird der Boden durch Scharren und Picken grau sein. Dann wird das Mobil einfach ein Stück weitergezogen. Manchen Kindern gefiel der Besuch so gut, dass sie am liebsten zu Hause auch die Gesellschaft der Hennen hätten. „Darf ich ein Huhn mitnehmen?“, fragte Aysu. Da konnte Cord Meyer natürlich nicht zustimmen, aber mit nach Hause nehmen durfte Aysu und alle anderen Erstklässler jeweils ein Viererpack frische Eier.

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