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Horstedter DRK-Ortsverein plant Neustart mit neuen Gesichtern

Ines Engel (l.) und Beatrix Luthien wollen mit weiteren Unterstützern den Horstedter DRK-Ortsverein auf neue Füße stellen.
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Ines Engel (l.) und Beatrix Luthien wollen mit weiteren Unterstützern den Horstedter DRK-Ortsverein auf neue Füße stellen.

Wie geht es mit dem Horstedter DRK weiter? Auf diese Frage findet sich jetzt wohl eine Antwort – dank Ines Engel. Die Horstedterin, die auch Vizepräsidentin des Kreisverbandes Bremervörde ist, hat eine Gruppe von 13 Bürgern gefunden, die sich künftig einbringen wollen.

Horstedt – Gibt es Hoffnung für den Horstedter DRK-Ortsverein? Vor gut zwei Jahren hatte der nach wie vor amtierende Vorstand SOS gefunkt: Vorstand und Vertrauensfrauen wollen nach oft langjährigem Engagement ihre Arbeit in jüngere Hände legen – nur leider fanden sich keine. Jetzt allerdings zeichnet sich eine Neuformierung des Vereins ab. Eine der treibenden Kräfte dahinter ist Ines Engel. Die Vizepräsidentin des DRK-Kreisverbandes Bremervörde ist selbst Horstedterin. „Daher war das für mich eine Herzensangelegenheit“, betont sie.

Denn die Lage in Horstedt verschärft sich so weit, dass die Feuerwehr die Blutspendeaktion übernimmt. Engel bekommt mit, dass es dem Verein nicht gut geht und will etwas tun. „In Bremervörde haben wir den Generationswechsel in den Ortsvereinen schon so ziemlich hinter uns – und das erfolgreich.“ 13 Interessierte hat sie jetzt auf dem Zettel, die in irgendeiner Form, sei es im Vorstand, sei es als Unterstützung bei Blutspendeaktionen oder weiteren Aktivitäten des Vereins, mit anpacken wollen. Eine von ihnen ist Beatrix Luthien, bereits Rotkreuzlerin durch und durch: „Ich bin mit dem DRK quasi groß geworden“, sagt die Horstedterin mit einem Lachen. Bis vor einigen Jahren lebte sie in Wolfenbüttel, war dort schon bei Blutspenden aktiv und leitet derzeit die Jugend-Rot-Kreuz-Gruppe in Tarmstedt.

Arbeit des DRK vorgestellt

Allerdings: Erst bremst Corona das Vorhaben etwas aus, dann, im August vergangenen Jahres, gibt es ein Treffen der Vorsitzenden im Kreisverband Rotenburg. „Manfred Holsten vom Mulmshorner DRK sprach mich an, dass es ja Überlegungen gäbe, seinen Verein mit Horstedt zusammenzulegen“, erinnert sich Engel. „Aber wir waren uns da einig, dass es besser wäre, das in den jeweiligen Orten zu belassen. Für viele ist es von hier nach Mulmshorn schon zu weit, daher ist eine Lösung vor Ort wichtig – gerade in der Seniorenarbeit.“

Nach Gesprächen mit der Noch-Vorsitzenden Ursel Lohmann macht sich Engel an die Arbeit, spricht mit verschiedenen Köpfen in Horstedt, darunter Bürgermeister Michael Schröck, darüber, wen man eventuell für das DRK gewinnen könnte. Dann folgt ein Treffen mit ersten Interessenten, wo sie die Arbeit des DRK vorstellt. „Viele können sich die vielfältigen Aufgaben und Möglichkeiten gar nicht so vorstellen. Das DRK ist mehr als Blutspende und Seniorenarbeit“, betont Engel, die auch auf Bezirks- und Landesebene des Roten Kreuzes aktiv ist.

Jeder soll so viel machen, wie er will und kann. Und das geht nur im Team.

Ines Engel

Engel spricht auch Luthien an – und stößt auf offene Ohren. Für sie ist das nicht nur eine Möglichkeit, ihre bisherige Erfahrung im DRK-Engagement miteinzubringen, „es ist für mich auch eine Möglichkeit, am Dorfgeschehen teilzuhaben.“ Sie gehört mit zu denen, die den künftigen neuen Vorstand besetzen wollen. „Schon bei dem Treffen mit den anderen Interessierten dachte ich: Mit diesen Leuten – das wird was“, ist sie überzeugt. Dass es noch keinen Kandidaten für den Vorsitz gibt, ist aus Engels Sicht überhaupt kein Problem: „Das lässt sich auch mit mehreren zweiten Vorsitzenden machen, da mache ich mir gar keine Sorgen.“ Wichtig sei allein, dass es im Team läuft: „In der Regel sind alle berufstätig und haben ja auch noch ein Privatleben, dazu ist das Ehrenamt heute einfach anders als früher“, sagt Engel. „Daher soll jeder so viel machen, wie er will und kann. Und das geht nur im Team.“

Natürlich: Was die Zahl der Freiwilligen angeht, sehen Engel und Luthien noch Luft nach oben. „Aber wir starten erstmal, ich bin mir sicher, dass noch weitere dazukommen, wenn die ersten vorausgehen“, ist Luthien überzeugt. Dazu kommt: Während sich die neue Gruppe findet, streckt Engel bereits die Fühler nach der nächsten Generation aus. „Jüngere Unterstützer beim Blutspenden beispielsweise ziehen wieder jüngere Spender, und die ziehen wieder andere mit. Von daher ist das total wichtig“, so Engel. „Wir wollen die Menschen so früh wie möglich in die Arbeit des Roten Kreuzes mit reinnehmen“, sagt auch Luthien.

Hoffen auf eine Jugendgruppe

In den Sternen steht allerdings noch eine Jugend-Rot-Kreuz-Gruppe in Horstedt. „Das gab es wohl vor vielen Jahren schon einmal, und auch heute hätten wir die Möglichkeit. Aber dafür brauchen wir natürlich Leute, die das übernehmen wollen, denn das ist sehr zeitaufwendig“, sagt Engel. „Jugend-Rot-Kreuz ist nämlich viel mehr, als Erste Hilfe. Es geht generell um soziale Themen, es geht auf Fahrten, in Zeltlager und Aktionen. Und die Arbeit mit Kindern gibt einem total viel.“ Die Erfahrung hat auch Luthien bereits gemacht: „Das ist viel Dankbarkeit und Herzlichkeit, die die Kinder einem entgegenbringen.“ Beide wissen: Einige der Kinder, die im Jugend-Rot-Kreuz groß werden, bleiben auch später dabei.

Aktuell laufen die Planungen für die Mitgliederversammlung mit Wahlen für Ende März, Anfang April – je nach Pandemielage. Einen Blutspendetermin übernimmt noch die Feuerwehr, am 30. Mai ist dann zum ersten Mal das neue Horstedter DRK-Team am Start. Mit viel Zuversicht, wie Engel und Luthien betonen. „Wir sind motiviert – und schon die ersten Ideen zeigen, dass einiges anders werden wird“, sagt Engel. „Aber auch das bietet wieder eine Menge neuer Möglichkeiten.“

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