Hoffnung für den Skatepark

Gemeinsam setzen sich Koordinator Jan-Henning Göttsche (v.l.), „SoFa“-Geschäftsführer Jan-Dieter Junge, Nicole Georgi (Ferienstrolche) und Johannes Graf (Jugendtreff) für die Angebote für Kinder und Jugendliche ein. 
Foto: Beims
+
Gemeinsam setzen sich Koordinator Jan-Henning Göttsche (v.l.), „SoFa“-Geschäftsführer Jan-Dieter Junge, Nicole Georgi (Ferienstrolche) und Johannes Graf (Jugendtreff) für die Angebote für Kinder und Jugendliche ein. Foto: Beims
  • Ann-Christin Beims
    vonAnn-Christin Beims
    schließen

Es war eine schlichte Frage während der Jugendausschusssitzung: Wie sieht es mit dem Skatepark am Jugendzentrum aus? Seit 2011 wird das Projekt diskutiert. Ein Element wurde bereits in Eigenregie realisiert, seitdem ist es ins Stocken geraten. Nun soll es vorangehen. Den „Ferienstrolchen“ hingegen droht mit dem geplanten Hort das Aus.

Sottrum – Es war der Punkt, den die Jugendausschussmitglieder am Montagabend im Rathaus am längsten diskutiert haben: Wie geht es mit dem Skatepark am Jugendzentrum weiter? Eigentlich war vorgesehen, dass Jan-Henning Göttsche vom Sottrumer Jugendtreff und sein Kollege Johannes Graf einen Überblick über ihre Arbeit geben, um zu entscheiden, ob die Arbeit zu den gleichen Konditionen wie bisher fortgesetzt werden soll. Nach der Anfrage Jörg Bormanns (FDP) entspann sich jedoch eine rege Diskussion: Geht es mit dem Skatepark weiter? Und wenn ja, wie? Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung empfahlen die Mitglieder am Ende, dass sich dort etwas tun müsse.

Eine sogenannte Funbox ist bereits vorhanden, in Eigenregie vom Jugendzentrum erstellt, mit eigens dafür eingeworbenen Mitteln. Aber Rampen zum Beispiel fehlen, „man kann noch nicht von einem Skatepark sprechen“, fand auch Bormann. Die Jugendlichen und ihre Betreuer wollten zunächst selber bauen, das hatte nicht funktioniert. Also wurde im Februar 2018 der Beschluss gefasst, das Jugendzentrum mit 40 000 Euro für die Baukosten zu unterstützen, eine Fremdfirma sollte das Projekt fertigstellen. Weitere 20 000 Euro sollten aus Fördermitteln kommen. Der zugehörige Antrag ist abgelehnt worden, berichtete Gemeindedirektor Holger Bahrenburg – entsprechend wurde die Maßnahme nie fortgeführt. „Fördermittel können wir derzeit nicht weiter akquirieren“, sagte er. Da das Thema seitdem geschoben wird, wünschte sich Bormann eine Entscheidung: „Deckel drauf oder den Fördergeldzuschuss davon entkoppeln und loslegen“, befand er. „Gerade für junge Leute sollten wir die Glaubwürdigkeit in der Ortspolitik nicht verlieren, wir sind aber auf bestem Wege dorthin.“

Ähnlich sah es Andreas Zack (FDP), der anmerkte, dass man sich sonst überlegen müsste, wie man das Außengelände anderweitig nutzt. „Das ist kein Projekt, das wir noch 20 Jahre schieben sollten“, machte er deutlich. Die Gemeinde müsse ein Signal setzen, sonst „ist das irgendwann unglaubwürdig, dann können wir das beerdigen“, stimmte Robert Graske (SPD) zu.

Zumal: Das Außengelände dürfen Jugendliche mittlerweile wieder betreten. Dann sei es sinnvoll, es herzurichten, befand Mike Lünsmann (SPD) – insbesondere, wenn es eine zweite Welle des Coronavirus geben sollte. Dann wäre die Chance da, den Jugendlichen Angebote zu ermöglichen. „Wir könnten wenigstens anfangen.“ Dass das nicht so einfach ist, mahnte Bahrenburg an. In diesem Jahr könne der Park so oder so nicht mehr fertiggestellt werden. „Es gibt noch viele Projekte, ich weiß nicht, wie wir das schaffen sollen.“ Der Skatepark könnte aber in die Planung für 2021 aufgenommen werden. Am Ende kam es zur Einigung: Der Ausschuss empfahl mit fünf Stimmen, 40 000 Euro mit einer Verpflichtungsermächtigung in den Haushalt 2021 zur Umsetzung einzustellen.

Auch die Ferienstrolche waren Thema. Es ist ein Angebot, das die Sozialpädagogische Familien- und Lebenshilfe („SoFa“) für Kinder berufstätiger Eltern geschaffen hat. Aber: Die Kosten kann der Verein nicht mehr alleine tragen, eine vertragliche Vereinbarung mit der Gemeinde, die bislang jährlich 600 Euro beisteuert, gibt es bisher nicht. Zehn Kinder sind durchschnittlich bei dem Angebot dabei, etwa 11 200 Euro kostet das jährlich insgesamt. Sven Plaschke (Grüne) wollte wissen, ob das ein Minusgeschäft ist. „Im Prinzip ja, wir haben das immer mitgetragen, die Kosten decken sich nicht aus den Elternbeiträgen“, so Geschäftsführer Jan-Dieter Junge.

Zunächst stand aber zur Debatte, ob die Ferienstrolche überhaupt noch angeboten werden. Das Angebot in den Osterferien musste bereits gestrichen werden. Die Ausschussmitglieder debattierten entsprechend über gut 9 500 Euro, die benötigt würden, um das Angebot in den Sommer- und Herbstferien starten zu können und die in den Haushalt eingestellt werden müssten.

Langfristig werde es nicht mehr benötigt, merkte Bahrenburg an. Mit dem geplanten Hort, dessen Start nun vom 1. August auf den 1. Februar 2021 gelegt worden ist, wird es überflüssig. „Dann sind die Ferienstrolche Geschichte“, so der Gemeindedirektor.

„Besonders in diesem Jahr sollten wir das beibehalten“, meinte Lünsmann aber im Hinblick auf viele Eltern, die im Rahmen der Kurzarbeit Urlaub abgebaut haben und das Angebot brauchten. Genaue Zahlen gibt es laut Koordinatorin Nicole Georgi noch nicht, aber Rückmeldungen, dass es angenommen würde. Auch Hans-Jürgen Brandt (SPD) sprach sich dafür aus, „das Angebot weiterzuführen, bis das mit dem Hort in sicheren Tüchern ist“.

Die Entscheidung, ob es stattfindet, trifft der Rat Anfang Juli – sie wird also kurzfristig fallen. „Sobald er den Haushalt freigibt, wissen wir, ob die Kosten dafür eingestellt sind“, dann könnte es verbindlich werden, so Bahrenburg.

Einstimmig empfahl der Jugendausschuss, die 9 500 Euro einzustellen und die Ferienstrolche in diesem Jahr fortzuführen – zumal das Angebot alternativlos sei, weildie Gemeinde es nicht aus eigenem Personal stemmen könnte.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Rückkehr nach Mallorca - ein Erfahrungsbericht

Rückkehr nach Mallorca - ein Erfahrungsbericht

Schöne Picknick-Plätze in Deutschland

Schöne Picknick-Plätze in Deutschland

Wie man Backups und Datenumzüge meistert

Wie man Backups und Datenumzüge meistert

Mit der App auf Motorrad-Tour

Mit der App auf Motorrad-Tour

Meistgelesene Artikel

Grindel denkt über Kandidatur nach

Grindel denkt über Kandidatur nach

Comeback bleibt aus: Grindel sagt Kandidatur ab

Comeback bleibt aus: Grindel sagt Kandidatur ab

Ein Zeichen gegen das Vergessen

Ein Zeichen gegen das Vergessen

Sottrums Volksbank-Vorstand Matthias Dittrich über die drohende Wirtschaftskrise

Sottrums Volksbank-Vorstand Matthias Dittrich über die drohende Wirtschaftskrise

Kommentare