Geweihstückchen stillen Kaubedürfnis der Vierbeiner

Hirschsnack für Hunde

Sabine Weber aus Bötersen macht aus Hirschgeweih einen Snack für Hunde. - Foto: Daus

Bötersen - Von Matthias Daus. Manche Ideen sind ebenso genial wie einfach. Man muss aber erst einmal darauf kommen. Sabine Weber aus Bötersen hatte einen derartigen Einfall. Darauf gekommen ist sie durch ihren Hund, und das Ganze hat sich dann zu einem Geschäftsmodell entwickelt: „Deer for Dogs“.

Die Webers aus Bötersen haben einen Hund. Den Bobtail Balu, der neben dem normalen Futter auch leidenschaftlich gerne zwischendurch auf einer kleinen Leckerei herumkaut, was in der Vergangenheit immer zu Problemen führte. „Die Sachen, die wir im Fachhandel kaufen konnten, rochen meist sehr streng, und wenn sie angekaut herumlagen, war es kein Vergnügen, die Reste zu beseitigen“, erinnert sich Sabine Weber. 

Zusammen mit ihrem Mann Detlev suchte sie im Internet nach einer Alternative. Sie wurden fündig bei einem skandinavischen Anbieter, der Snacks aus Elchgeweih herstellte. Eine Probebestellung erwies sich als Erfolg. Eine saubere Sache ohne Geruchsbelästigung und das Beste, der Hund der Webers war verrückt danach. 

„Ich habe dann gedacht, hier in unserer Region gibt es doch auch genug Wild. Warum also sollte das Geweih vom Hirsch nicht ebenso geeignet sein, wie das eines Elches“, erläutert die Bötersenerin. Sie ging sogar noch einen Schritt weiter, denn wenn es für den eigenen Hund ein offensichtliches Kauvergnügen darstellt, warum sollten es nicht auch andere Hunde gerne mögen? Somit war aus dem eigentlichen Grundgedanken eine Geschäftsidee geworden. Allerdings musste sie noch die Frage klären, wie sie an das Rohmaterial herankommen könnte.

Geweihe ohne Gewalt 

„Man geht ja nicht einfach in den Wald und sägt einem Hirsch das Geweih ab“, sagt sie scherzhaft. Die Lösung ist eine Laune von Mutter Natur, denn einmal im Jahr (Februar bis April) werfen Rot- und Damwild ihr Geweih ab. Diese Abwurfstangen sammelt sie aber nicht einfach so in Wald und Flur, sie bezieht sie vielmehr von einem Wildzüchter aus der Lüneburger Heide.

 Die nächste Problematik stellte sich bei der Verarbeitung der Rohmaterialien. Denn besonders das Geweih vom Rotwild erwies sich als sehr hart und ließ sich nur schwer durchtrennen. Nachdem sich eine Lösung in Form einer Bandsäge fand, stand der eigentlichen Produktion nichts mehr im Wege. Und diese läuft mittlerweile auf Hochtouren, Sabine Weber sägt und entgratet die Hundesnacks in verschiedenen Größen. Die Produktpalette beginnt mit der Größe „S“ für kleine Hunde und geht mittlerweile bis „XXL“ für die richtig großen Vierbeiner.

Gesunder Snack für Vierbeiner 

Doch was macht das Geweih so interessant? „Hunde haben ein natürliches Kaubedürfnis“, erklärt Sabine Weber, „und außerdem ist das Mark im Inneren des Geweihs eine Delikatesse.“ Außerdem habe es auch noch weitere Vorteile, fügt sie hinzu. Es sei gut für die Zähne, habe keine Kalorien, sei ohne Allergene, und neben den gesunden Inhaltsstoffen und einer ausgesprochenen Langlebigkeit, ergebe sich auch der angenehme Effekt, dass manch ein Hund nicht mehr auf Möbeln oder Schuhwerk herumkauen würde. 

„Deer for Dogs“ ist der Name ihres kleinen Unternehmens. „Deer“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „Hirsch“. Seit nunmehr zwei Jahren ist die Bötersenerin im Geschäft, und sie vermarktet ihr Produkt erfolgreich auf Märkten, oder auf Schloh’s Spargelhof in Hellwege und mittlerweile auch im Internet. Unter www.deerfordogs.de gibt es alle wichtigen Angaben und Informationen rund um die Hundesnacks. Zu ihren Stammkunden gehören Hundeschulen, ein Hundeladen in Fischerhude und auch ein Tierheim. Von dort stammt auch die schöne Anekdote von einem Schäferhund, der mit dem Leben schon abgeschlossen zu haben schien, und nachdem er einen dieser Snacks bekam, wieder vor Energie nur so strotzte. „Eine bessere Werbung kann man gar nicht bekommen“, freut sich Sabine Weber, deren bester Kunde aber immer noch Balu, der eigene Bobtail, ist.

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