Jugendliche diskutieren über „Sottrum 2030“

„Im Herzen Dorf“

Wege wie hier im Bereich Lienworth könnten nach dem Prinzip „grünes Band“ mehrere in Sottrum entstehen. Das ist zumindest eine vorgeschlagene Idee zu „Sottrum 2030“. Foto: Röhrs

Sottrum - Von Matthias Röhrs. Es lag wohl nicht nur an der versprochenen Pizza, dass das letzte Dialogforum für das Entwicklungskonzept „Sottrum 2030“ am Mittwochabend wieder gut besucht war. Dieses Mal hatte die Jugend das Wort. Das beauftragte Planungsbüro „plan zwei“ hatte vorab an den Schulen, beim Jugendtreff und bei den Vereinen dafür geworben, dass sich auch die jungen Sottrumer einbringen. 25 Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren sind diesem Aufruf gefolgt. Sie haben bewiesen, dass sie zur Zukunft der Gemeinde auf Augenhöhe mitreden können.

Ebenfalls vorangegangen war laut Chef-Planer Ulrich Berding eine Umfrage unter den Schülern des Gymnasiums und den Besuchern des Jugendtreffs an der Alten Dorfstraße. Rund 200 Rücksendungen gab es. Schon vor Beginn des Dialogforums konnte man daher schon auf einige Impulse zurückgreifen und in den Arbeitsgruppen vertiefen. So konnten die Planer zum Beispiel feststellen, dass zwei Drittel der Sottrumer Jugend sich mindestens einmal in der Woche im Ortskern aufhält, etwa 15 Prozent laut Berding sogar fast täglich – auch wegen der Einkaufsmöglichkeiten. So stand dieser mit im Mittelpunkt der Diskussionen. So wünschen sie die Jugendlichen mehr Treffpunkte, aber auch eine bessere Anbindung mit dem Bus. Hier würden sie häufig Defizite zum Beispiel in der Taktung feststellen, so Berding. Grundlage dafür ist auch der Schulverkehr mit dem Bus. Hier durften die Jugendlichen auch selbst Planer spielen und sich überlegen, wie ein Bussystem in Sottrum strategisch aussehen könnte.

In Sachen Lebensqualität und Ortscharakter tauschten sich die Jugendlichen ebenfalls auch. Wie schon bei den vorangegangenen Dialogforen hat Berding dabei ein „Spannungsverhältnis“ zwischen Stadt und Dorf festgestellt. Sottrum scheint auch aus Sicht der Jugend beides zu sein. „Im Herzen Dorf“ oder „Dorf oder Stadt – such’s dir aus“ waren am Mittwoch entwickelte Slogans, die das widerspiegeln. „Sie sehen die Qualitäten eines Dorfes, aber man braucht auch die Möglichkeiten des täglichen Lebens.“ So fehle den Jugendlichen zum Beispiel ein Laden, in dem man Technik kaufen kann.

Berding zieht nach den nun vier abgeschlossenen Dialogforen ein positives Fazit. Es seien gut besuchte und konstruktive Veranstaltungen gewesen. Er habe eine große Identifikation mit den Themen im Ort erkennbar gewesen, ohne zu sehr in der Vergangenheit zu denken. So könne man etwa unter den neuen Vorzeichen wieder über das Thema Wochenmarkt nachdenken. Das sieht Sottrums Bürgermeister Hans-Jürgen Krahn (CDU) ähnlich. „Das war schon sehr interessant, was alles vorgeschlagen wurde.“ Ihm ist wichtig, dass mit „Sottrum 2030“ irgendwann ein Papier vorliegt, das langfristige Handlungen ermöglicht und späteren Politikergenerationen heutige Entscheidungen erklärt – unabhängig davon, ob sie in Zukunft nun weiterverfolgt werden oder nicht.

Krahn war bei allen Dialogforen dabei, hielt sich eigener Aussage in den Diskussionen zurück. Vieles kannte er schon aus der Lokalpolitik, stellte somit fest, dass die Sottrumer über Themen sprechen. Er wollte in diesem Rahmen die Leute diskutieren lassen, ihre Meinung hören. „Im Rat wird dann immer gleich gefragt, ob es überhaupt machbar ist.“ Denn auch Träumen war, so Berding, durchaus erwünscht. Auf Basis von unwahrscheinlichen Ideen wie zum Beispiel eines autofreien Ortskerns könne man weiterdiskutieren und neue Vorschläge erarbeiten.

So rückte zum Beispiel das „grüne Band“ – eine Fahrradverbindung von Norden nach Süden – in das Bewusstsein des Bürgermeisters. Diese Überlegungen finde er gut. Im eigenen Fokus waren sie bis zu den Dialogforen aber noch nicht.

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