Auf allen Wegen

Hermann Rugen blickt auf 30 Jahre im Hassendorfer Gemeinderat zurück

Hermann Rugen vor den Hecken in der Hassendorfer Feldmark.
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Hermann Rugen hat 30 Jahre lang für die CDU im Hassendorfer Gemeinderat gesessen: Als Wegemeister war ihm unter anderem die Pflege der Hecken wichtig.

30 Jahre lang hat Hermann Rugen im Hassendorfer Gemeinderat gesessen. Bei der Kommunalwahl vergangene Woche ist der 70-Jährige allerdings nicht mehr angetreten - um die Politik in jüngere Hände abzugeben.

Hassendorf – Wenn in Kürze der neue Hassendorfer Gemeinderat zum ersten Mal zusammenkommt, werden 30 Jahre Erfahrung in der Lokalpolitik nicht mehr mit am Tisch sitzen: Hermann Rugen, der im März 1990 für einen CDU-Parteikollegen in das Gremium nachgerückt war und ihm dann – regulär gewählt – von 1991 bis 2021 ununterbrochen angehört hatte, hat sich gegen die Kandidatur für eine siebte Legislatur entschieden. „Aber ich hatte 30 Jahre lang Spaß an Lokalpolitik, obwohl es nicht immer leicht war“, betont der 70-Jährige.

Grund für seinen Rückzug: „Wir hatten sechs junge Leute, die kandidieren wollen, da habe ich gesagt: Dann kann ich jetzt aufhören und die Ratsarbeit in jüngere Hände übergeben“, sagt Rugen und Zufriedenheit schwingt in seiner Stimme mit. „Das Schöne ist: Vier dieser jungen Kandidaten haben es in den Rat geschafft.“ Eine Spitze gegen die Konkurrenz von der SPD kann er sich dabei nicht verkneifen: „Wir waren mutig, neue Gesichter ans Ruder zu lassen“, sagt er über Imke Peter, Niklas Vajen, Philipp Willenbrock und Alexander Oestmann, die künftig die Christdemokraten im Gemeinderat vertreten werden. „Wir sind zudem sehr glücklich darüber, jemanden wie Alexander Oestmann jetzt im Rat zu haben, der sich mit Verwaltung auskennt und daher im Gemeindebüro unterstützen kann.“

Guter Umgang miteinander

Nach einer Wahl habe Rugen als Person die meisten Stimmen gehabt, ansonsten sei er immer auf Platz zwei gewesen: „Das war schon eine Bestätigung für mich und die Arbeit, die ich gemacht habe.“ Dennoch blieben Abstriche nicht aus: „Man sieht am Anfang immer, was man alles bewegen will. Dann erfährt man, welches Budget man hat“, erinnert sich Rugen und lacht. Dennoch ist er überzeugt: „Der Umgang der Ratsfraktionen untereinander ist im Laufe der Jahre wesentlich besser geworden. Auch, wenn wir uns am Anfang zusammenraufen mussten: Wir arbeiten alle gut zusammen.“ Denn ohne eines geht es seiner Meinung nach nicht: „Man muss auch mal Kompromisse machen, das ist das Gute daran.“

Die Leute wussten: Wenn sie mich auf Dinge aufmerksam machen, dann wird das auch erledigt.

Hermann Rugen

Rugen hat allerdings nicht nur 30 Jahre im Rat hinter sich, sondern auch 20 Jahre als Wegemeister Hassendorfs, davon fünf Jahre als Stellvertreter. „Es gab immer die Ortskontrollfahrten durch das Dorf, wenn es mal wieder gestürmt hatte. Aber auch so bin ich oft in der Feldmark unterwegs und schaue nach, ob alles in Ordnung ist“, berichtet Rugen. Beispielsweise auf der anderen Seite der Bundesstraße, wo Hecken den Bereich zu den Windrädern abgrenzen: Dort achtet Rugen darauf, dass das Geäst der hohen Gewächse nicht in den Straßenbereich hineinreicht, sondern bei Bedarf so weit wie nötig zurückgeschnitten wird. Ein weiteres Ziel war für ihn immer, dass die Wege im und um das Dorf herum in gutem Zustand sind. „Alle sehen gut aus und sind gut befahrbar, egal ob für die Landwirtschaft oder Radfahrer“, ist Rugen stolz. „Es sind Wege für alle.“ Ihm war es wichtig, immer ansprechbar zu sein: „Die Leute wussten: Wenn sie mich auf Dinge aufmerksam machen, dann wird das auch erledigt.“

Freibad als Herzensangelegenheit

Aber auch über den Tellerrand Hassendorfs hinaus war Rugen politisch aktiv – nämlich vier Perioden lang im Samtgemeinderat Sottrum. „Allerdings mit fünf Jahren Pause zwischendurch.“ Neben den Kindertagesstätten lag ihm immer das Sottrumer Freibad am Herzen, „auch wenn ich nicht so eine Wasserratte bin“, bemerkt er mit einem Augenzwinkern. Und dann ist da natürlich die Feuerwehr, die für ihn als jahrelanger Hassendorfer Ortsbrandmeister eine besondere Bedeutung hat. „Wir haben damals sogar unseren Feuerwehrbedarfsplan in der Samtgemeinde selber aufgestellt – ohne einen externen Gutachter, aber mit allen Feuerwehrleuten im Boot“, ist er zufrieden. „Und wir sind stolz, dass wir es so hinbekommen haben, dass jede Feuerwehr der Samtgemeinde einsatzbereit ist und jeder Brandschützer alle Örtlichkeiten gut kennt.“ Dazu kommt: „Mit Björn Becker haben wir außerdem einen Gemeindebrandmeister, der viel fachliches Wissen hat und wir dadurch schon viel erreicht und an anderen Stellen einiges an Geld eingespart haben – unter anderem beim Kauf von Einsatzfahrzeugen. Denn die Feuerwehr muss immer gut ausgestattet sein und das haben wir mit vernünftigen Gesprächen immer gut hinbekommen.“

Auch wenn der Hassendorfer jetzt viel Zeit für seinen neugeborenen Enkel hat, missen möchte Rugen die Zeit seines politischen Engagements nicht: „Es lohnt sich, mitzumachen und mitzugestalten. Denn das führt am Ende zum Erfolg.“

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