Ein Start mit kleinen Schritten

Henning Hildebrandt ist neuer Vorsitzender des TV Sottrum

Henning Hildebrandt im Eingangsbereich des neuen Sporthauses.
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Noch ist das neue Sporthaus nicht fertig, aber Henning Hildebrandt freut sich schon auf die Einweihung.

Henning Hildebrandt ist der neue Vorsitzende des TV Sottrum. Für den Sportverein geht es in kleinen Schritten wieder los nach der Corona-Zwangspause - und das fühlt sich gut an, sagt Hildebrandt.

Sottrum – Natürlich ganz stilecht mit seiner hellgrauen Filz-Umhängetasche vom TV Sottrum kommt Henning Hildebrandt zum Antrittstermin bei der Presse. „Damit hat mich Jörn Leiding damals geködert – er wusste, wie es geht“, erklärt der neue Vorsitzende des Sportvereins gut gelaunt. Doch eine direkte Zusage hatte Hildebrandt seinem Vorgänger damals nicht gegeben. Er hat sich ein wenig Zeit erbeten, um im Hintergrund mitlaufen und sich erstmal alles ansehen zu können – und sich dann zur Wahl gestellt.

Vor einigen Jahren sei er schon einmal gefragt worden, ob er sich den Posten vorstellen könne. Da passte es beruflich nicht, erinnert sich der Außendienstler, der für den Norden die Verkaufsleitung beim Dallmayr Gastronomieservice inne hat. Hildebrandt ist viel unterwegs und gab zur Antwort, sie könnten irgendwann nochmal anfragen. Irgendwann kam dann im vergangenen Sommer.

Hildebrandt ist seit seiner Kindheit Mitglied im TV. Fußball, Handball, Leichtathletik, Turnen – er hat vieles ausprobiert. Im Handball war er kurzzeitig Spartenleiter, hatte das aber – berufsbedingt – wieder aufgeben. „Da muss man mehr an der Basis sein“, sagt der Sottrumer. Jetzt kehrt er an selbige zurück, hat im Winter die Entscheidung getroffen – gemeinsam mit seiner Familie, so der zweifache Vater. Die ist ebenfalls Mitglied und unterstützt den 50-Jährigen.

Ihn habe unter anderem die Vorstandsmannschaft überzeugt. „Ich war immer ein Mannschaftsspieler und das wird da gelebt“, erklärt er. Die Aufgaben sind verteilt, keiner schultert die Last alleine – bei gut 1 800 Mitgliedern auch gar nicht anders machbar. „Es passiert viel im Hintergrund, was man als Aktiver oft nicht wahrnimmt“, erklärt er. Auch die Geschäftsstelle nehme viel ab – eine notwendige Einrichtung bei der Vereinsgröße. Umfangreich seien die Aufgaben geworden, aber das Team hinter sich zu wissen, habe ihm die Entscheidung erleichtert. „Keiner duckt sich, es ist ein offener Austausch, dann macht man das gerne“, lobt Hildebrandt.

TV Sottrum-App, Schutzkonzept und Lücken füllen

Doch es seien große Fußstapfen, in die er tritt, merkt er an. „Es gibt noch viel zu lernen.“ Aber Leiding sei als Ansprechpartner verfügbar. „Ich habe viel Respekt für seine Arbeit.“ Vieles, was Leiding in seiner Zeit als Vorsitzender mit angestoßen hat, möchte Hildebrandt weiterführen und ausbauen. Da ist zum einen das Sporthaus, dessen Fertigstellung zwar in den letzten Zügen liegt – doch wird sich die Einweihung ein bisschen nach hinten verschieben, denn auch dort macht sich der derzeitige Baustoffmangel bemerkbar. Zum anderen ist die TV-Sottrum-App am Start, es brauche aber noch Schulungen. Unter anderem können Informationen zu den Gruppen und Trainingszeiten eingesehen werden.

Ein laut Hildebrandt „gutes und wichtiges“ Projekt ist auch das Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt, das der Sportverein im vergangenen Jahr begonnen hat. Dem Verein geht es dabei um Prävention und Sensibilisierung für das Thema. Zwei Vertrauenspersonen – Svenja Reiter und Jeanette Söffker – hat der Verein bereits ernannt. Nun gehe es darum, ein Konzept zu erstellen, gemeinsam mit der Wildwasser-Beratungsstelle und dem Kreissportbund. Wichtig ist, dass es zum Sportverein passt, betont Hildebrandt. So gehe es darum, nicht nur die Sportler, sondern auch die Übungsleiter zu schützen. „Es ist ein intensiver Prozess“, so der Sottrumer.

Und er hat auch eigene Pläne: Er sieht noch eine Lücke dort, wo der aktive Mannschaftssport wie Fußball nicht mehr geht, aber noch kein Seniorensport betrieben werden möchte. Für diese Altersgruppe, in der er sich selber sieht, möchte er noch etwas anbieten. Dazu müssten Ideen zusammengetragen werden, eine hätte er schon mal: vielleicht Wandern, wirft er in den Raum. Einige machten das bereits in kleinen Gruppen. Grundsätzlich sei er aber sehr froh über die Vielfalt, die der Verein seinen Mitgliedern anbieten kann.

Doch nun hat der 50-Jährige zunächst eine andere große Aufgabe vor sich: Nach monatelanger Pause geht es für den TV Sottrum wieder los: Alle Sportarten dürfen ausgeübt werden – allerdings mit Einschränkungen. So bleiben beispielsweise die Duschen weiterhin gesperrt, Dennoch geht es für Hildebrandt jetzt darum, Normalität herzustellen.

Der neue Vorsitzende ist aber vorsichtig: „Wir haben gesehen, dass es nicht selbstverständlich ist, Sport ausüben zu können. Es rollt langsam an und wir müssen die Lethargie aufbrechen – aber es ist noch dünnes Eis, wir wissen nicht, was noch passiert.“ Aber trotzdem ist da Vorfreude – auf den Sport, gemeinsame Aktivitäten, Spiele, Wettkämpfe, Kohltouren. „Da ist jetzt noch nicht der Moment, aber es fühlt sich gut an, wieder etwas zu machen. Es ist ein Rantasten, kleine Schritte.“

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