Silvia Westphal macht Betonbildbau

Hellwegerin macht Skulpturen aus Styropor und Beton

Schicht für Schicht trägt Silvia Westphal den Betonmörtel auf. Das Material darf nicht zu schnell trocknen.
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Schicht für Schicht trägt Silvia Westphal den Betonmörtel auf. Das Material darf nicht zu schnell trocknen.

Silvia Westphal aus Hellwege macht Skulpturen aus Styropor und Beton. Mit Pilzen hat sie damals begonnen, mittlerweile hat sie sich aber auf Tiere spezialisiert. Kurz vor der Corona-Pandemie hat sie sich selbständig gemacht.

Hellwege – Verschmitzt schauen fünf Vögel vom Birkenholzstuhl auf Besucher, die den Garten Auf der Meente 11 in Hellwege betreten. Die fünf sind nicht alleine, sondern mehrere Wichtel, ein schlummernder Bär, ein gehalftertes Pony sowie viele weitere Figuren leisten ihnen dort Gesellschaft. Ihr Dasein verdanken alle Silvia Westphal, die sie seit 2013 aus Styropor und Betonmörtel entstehen lässt.

„Beim Anbau unseres Hauses hatten wir uns bei der Styropor-Bestellung verrechnet“, berichtet die heute 50-Jährige. Da das Material länger als gedacht liegen blieb, war eine Rückgabe nicht mehr möglich. „Daher habe ich das Styropor als Grundlage für Pilze genutzt“, erzählt Westphal.

Auf das sonst zur Dämmung verwendete Material trug sie mehrere Schichten Betonmörtel auf, sodass der Pilz seine Form erhielt. Schnell verflog aber ihr Interesse an Pilzen, und die Hellwegerin traute sich an schwierigere Werke wie einen Schwan. „Nicht kleckern, sondern klotzen“, sagt Westphal schmunzelnd. Für die Ergebnisse, die als Deko für den eigenen Garten und als Geschenke in der Familie sowie im Freundes- und Bekanntenkreis verwendet wurden, erntete sie viel Lob. Verständlich, denn Westphal geht mit viel Liebe zum Detail an die Arbeit, um den Tieren und Fabelwesen Leben einzuhauchen. So weiß sie aus einem Anatomiebuch, wo bei den Tieren Knochen und Muskeln sitzen.

Herz eines jeden Werkes ist weiterhin Styropor, das bei Bedarf um ein Drahtgeflecht ergänzt wird. „Ohne Planung geht es dabei nicht“, sagt Westphal, die den Hartschaum für das Grundgerüst zurechtschneidet und zusammenfügt. Im Anschluss trägt sie in der kleinen Werkstatt, die an das Wohnhaus grenzt, auf das Styropor Künstlermörtel auf. Mit einem Arbeitsgang ist es allerdings nicht getan, denn es sind viele Schichten erforderlich. „Es wird immer weiter aufgebaut. Wichtig ist, dass das Material nicht zu schnell trocknet“, betont Westphal. Dabei profitiert sie auch von ihrer Erfahrung auf dem Bau, denn nach der Ausbildung zur technischen Zeichnerin arbeitete sie als Projektleiterin auf Baustellen.

Im Anschluss werden die Kunstwerke, die witterungs- und frostbeständig sind, mit selber angerührten Lasuren aus Acrylfarben verziert. „Durch die Lasuren kann später wieder aufgefrischt werden, ohne vorher abschmirgeln zu müssen“, hebt sie als Vorteil hervor.

Durch den hohen Zuspruch kam schnell die Idee, nicht nur dem näheren Umfeld eine Freude zu machen, sondern auch anderen Interessenten die Möglichkeit zu geben, die handgefertigten Kunstwerke aus Betonmörtel zu erwerben. Die Nachfrage war so gut, dass Silvia Westphal im März 2020 den Schritt in die Selbständigkeit wagte. Doch Corona machte ihr einen Strich durch die Rechnung, denn Ausstellungen auf Kunsthandwerks-Märkten fielen durch die Pandemie ins Wasser.

So musste sich die Hellwegerin, die auch auf Bestellung arbeitet, auf Postings in den sozialen Netzwerken beschränken. Auch werden immer wieder Auto- und Radfahrer auf ihre Kunstwerke aufmerksam, denn der Garten liegt an der Straße, die Hellwege und Posthausen verbindet. Von der Straße aus zu sehen ist auch mit der Giraffe, die über eine Höhe von stolzen 1,80 Meter verfügt, das bisher größte und auch schwerste Werk von Silvia Westphal. „Die Giraffe ist als einziges Objekt unverkäuflich“, verrät die Betonbildbauerin. Interessenten bittet sie, über die Mail einen Termin abzustimmen. Weitere Infos sind auf der Internetseite zu finden.

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