Rat ist noch unentschlossen

Hellweger Ruheforst kommt noch nicht

Der Ruheforst in Lauenbrück gilt als Vorbild für das Hellweger Projekt.
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Der Ruheforst in Lauenbrück gilt als Vorbild für das Hellweger Projekt.

Nach mehr als einem halben Jahr hat sich der Hellweger Gemeinderat immer noch nicht zu einer Entscheidung durchringen können. Ob der örtliche Realtverband einen Ruheforst anlegen darf, bleibt daher offen. Bei seiner jüngsten Sitzung hat der Rat das Thema vertagt.

Hellwege – Nach wie vor gibt es in der Gemeinde Hellwege kein klares Ja oder Nein zur Idee des Realverbands, einen Ruheforst einzurichten. Dieser soll in einem Waldstück gegenüber vom Friedhof entstehen. Zwar stand die Änderung des Flächennutzungsplanes nun auf der Tagesordnung einer Ratssitzung, einen Beschluss wollten die Mitglieder des Gremiums jedoch nicht fassen.

Bürgermeister Wolfgang Harling (SPD) erläuterte, dass die Gemeinde in diesem Fall den Antrag bei der Samtgemeinde Sottrum stellen und auch die Kosten für die benannte Änderung des Nutzungsplans übernehmen müsse. Allerdings habe der Verband ein privatwirtschaftliches Interesse und die Gemeinde würde sich die Kosten dann „zurückholen“.

„Mir fehlt ein Konzept, ein Plan“, kritisierte Annemarie Lange (Hellweger Bürgerliste). Das Ganze sei schwer zu verstehen, zudem befürchte sie ein Mehraufkommen an Verkehr und auch Konkurrenz zum Gemeindefriedhof. Sie stellte auch die Frage, was der Verband konkret der Gemeinde anbiete.

„Wir sehen die Idee grundsätzlich positiv, vermissen aber auch ein Konzept“, meldete sich auch Timo Pantel (SPD) zu Wort. Jan-Christoph Otten (SPD), Ratsherr und zweiter Vorsitzender des Realverbands, bezog nach diesen Wortmeldungen Stellung. Einige Details konnte er erläutern, zum Beispiel erklärte er, dass der Verband fünf Prozent der erzielten Einnahmen an die Gemeinde zurückführen wolle. Auch wäre der Verband bereit, sich an den Kosten für die Toiletten zu beteiligen und ein Konzept zur Wegepflege aufzustellen. Er erläuterte zudem einige erste Ideen für die Aufforstung des Waldes.

„Wir wollen einen Mischwald“, betonte er. Fichten habe man allerdings wegen der Probleme in Sachen Borkenkäfer nicht gepflanzt. „Ich finde die Idee gut und denke, dass sie auch überregional gut ankommt“, bemerkte Uwe Brauer (Grüne). Eine gewisse Verkehrsbelastung werde entstehen, aber diese sei nicht gravierend. „Der alte Buchenbestand wird vor der Abholzung geschützt, das finde ich positiv“, lobte er den Vorschlag.

Michaela Strube (HBL) erinnerte daran, dass der Wald aktuell ein Wirtschaftswald sei. Auch sie stellte fest, dass durch den Ruheforst eine Art Bestandsschutz entstehe. Harling berichtete ergänzend, dass die Lauenbrücker den dortigen Ruheforst positiv angenommen hätten.

Am Ende einigte sich der Rat einstimmig, die eigentliche Entscheidung in Sachen Flächennutzungsplan noch einmal zu verschieben. Zur nächsten Sitzung solle der Verband ein Konzept vorlegen, in dem genau zu beschreiben sei, wie viel Plätze der Ruheforst später einmal enthalten soll und auch, welche Kosten mit der Realisierung entstehen und wer genau welche Kosten übernehmen muss.

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