Hellweger Montagsgruppe besteht seit zehn Jahren

Wenn aus dem Backofen eine Mühle wird

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Die Skulptur „Schnack übern Gartenzaun“ ist neu auf dem Mühlenhof.

Hellwege - Von Matthias Röhrs. Während beim Mühlentag historische Mühlen das traditionelle Müllerhandwerk gewürdigt haben, gab es in Hellwege ein bisschen mehr zu feiern. Denn vor genau zehn Jahren hat eine 15 Personen große Gruppe entscheidend dazu beigetragen, dass das Dorf an der Wümme überhaupt an der bundesweit an Pfingsten laufenden Veranstaltung mitmachen darf. Denn den Mühlenhof neben dem Heimat- und Kulturhaus (HuK) gab es damals noch nicht. Der wurde in den vergangenen Jahren nach und nach erst aufgebaut.

„Wir wollten eine Stelle schaffen, wo man sich einfach mal hinsetzen und ein Bier trinken kann“, sagt Erhard Thies und lächelt. „Ein Grillplatz wäre immer dreckig gewesen, und wir wollten einen Kontrast zum modernen HuK nebenan.“ Der ehemalige Hellweger Bürgermeister gehört zu den Gründern des Mühlenhofes, der sogenannten Montagsgruppe.

Diese trifft sich – wie es der Name schon vermuten lässt – immer montagmorgens, um für mehrere Stunden den Mühlenhof zu pflegen oder Projekte wie die Restaurierung alter Kutschen voranzutreiben. Das aktuelle Projekt ist eine mehr als 100 Jahre alte Kutsche, die von der Montagsgruppe aufgemöbelt wird.

Die Motormühle ist das Herzstück des Hellweger Mühlenhofs.

Eigentlich wollte man 2008 mit einem historischen Backofen starten. „Bis 1950 gab es 15 davon im Dorf“, erinnert sich Thies. Mittlerweile gibt es nur noch den einen, oder besser: Wieder einen, jenen, den die Montagsgruppe dann doch 2009 als zweites Projekt umsetzte und aus dem es gestern frischen Butterkuchen gab.

Ein Hin und Her sei es damals gewesen, so Thies. Nachdem der Backofen auf dem gemeindeigenen Grundstück vom Rat genehmigt worden war, meldete sich schließlich ein Dorfbewohner. Er habe eine alte Mühle auf dem Hof stehen, die er gerne schenken würde, „nur“ umsetzen müsste die Montagsgruppe sie. „Das mussten wir natürlich machen, das ist ein Unikat“, sagt Thies heute über die 2008 umgesiedelte Ernst-Franzen-Mühle. Der Backofen musste warten.

Viele Besucher nutzten gestern das gute Wetter, um den Mühlentag in Hellwege zu begehen.

Mittlerweile ist der Mühlenhof kräftig gewachsen. Es folgten der historische Brunnen, die Streuobstwiese, der Wageschauer und der Geschichtspavillon, der bald um mehrere Tafeln zur Geschichte des Mühlenhofes und der Gemeinde Hellwege erweitert werden soll. Ganz neu ist ein Kunstwerk: Eine Skulptur zeigt vier Menschen beim „Schnack übern Gartenzaun“.

Auch abseits kommt die Gruppe immer wieder zusammen, macht Radtouren in die nähere Umgebung oder Ausflüge in umliegende Städte. Auch verschiedene Veranstaltungen sind im Kalender vorgesehen: Flohmärkte, Gottesdienste, das Laternenfest oder eben wie am Montag: der Mühlentag.

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