Schmerzexpertin war Teilnehmerin

Rednerin Susanne Leipnitz aus Hellwege ist erneut Rekordhalterin

Susanne Leipnitz ist Schmerzexpertin und Rednerin.
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Susanne Leipnitz ist Schmerzexpertin und Rednerin. Nun hat sie an ihrem zweiten Weltrekord teilgenommen.

Susanne Leipnitz redet gern – im besten Sinne. Die 43-Jährige ist Rednerin und macht mit sarkastischen Vorträgen auf sich aufmerksam.

Hellwege – Einen Weltrekord sozusagen fürs Reden: Susanne Leipnitz aus Hellwege hat mittlerweile bereits zwei davon. Und das merkt man ihr an, fröhlich begrüßt die 43-Jährige ihre Gäste in ihre Praxis, es folgt der erste kleine Witz, Schuhe bitte ausziehen und wenn man sie lassen würde, würde es vermutlich lange so weitergehen.

Doch darum geht es ja auch, mittlerweile ist zum ersten Standbein als Schmerzexpertin der Job als Rednerin gekommen („Das hat mir in der Pandemie den Hintern gerettet.“), und in beiden Gebieten kommt sie schnell zur Sache, redet nicht drum herum, ist nicht zimperlich. Aber was hat es nun mit diesem Rekord auf sich?

Man muss sich wohl vor Augen führen, dieser Rekord ist recht eng definiert: Noch nie haben wie jetzt im Mai so viele Teilnehmer – nämlich 312 – nacheinander eine kurze Rede gehalten, die sich um die Hacks – früher nannte man das vielleicht mal Trick 17 – dreht. Die Idee kam kurzfristig bei einer Onlineveranstaltung – ein sogenannter Hackslam – des Redners Hermann Scherer, die Vorbereitungszeit war entsprechend kurz.

Ahnung habe sie eigentlich nur von zwei Themen, sagt Leipnitz. Schmerz und Mikrobausteine – sprich Ernährung. Der Beitrag „47 Bausteine braucht der Mensch“ entstand, darin fasste sie die Notwendigkeit von Mikronährstoffen für die Gesundheit zusammen. Ihren ersten Excellence Award und Weltrekord als Rednerin holte sich die Hellwegerin im Oktober 2020 bei einem ähnlichen Seminar, nur eben auf einer Bühne.

60 Sekunden – für die Hellwegerin eigentlich ein viel zu kurzer Zeitraum. Sie könne etwa zwei bis drei Stunden auf einer Bühne reden, erklärt sie, bei den meisten Vorträgen gingen ihre Beiträge aber eher 20 bis 60 Minuten. Sie nehme keinen Blatt vorm Mund, scheue sich nicht, anzuecken, sagt sie über sich selbst. Bei ihrem ersten Vortrag hätten viele den Raum verlassen. Ihr Programm sei es damals im Wesentlichen gewesen, den anwesenden Ärzten zu erklären, was sie falsch machen würden.

Das sei nicht bei allen gut angekommen, erinnert sie sich lächelnd. Sie selbst kommt aus einem Ärztehaushalt – ihr Vater hat in Sottrum praktiziert –, hat aber eine andere Laufbahn eingeschlagen. Diverse Fortbildungen in den Vereinigten Staaten und in Deutschland, nennt sich Schmerzexpertin und mittlerweile gebe der Erfolg ihr Recht. Sie erzählt von viele Ärzten, die ihre Patienten an sie verweisen, wenn die üblichere Herangehensweise nicht klappe.

Wer aber zu ihr in die Praxis komme, müsse viel aushalten. Ihren Job mache sie mit „vollem Körpereinsatz“ sagt sie und lacht wieder. „Da bin ich böse.“ Es gebe nicht viele, die sich auf die Bekämpfung von Schmerzen spezialisiert hätten, und die meisten würden einen medizinorientierten Ansatz nehmen. Das ist nichts für jemanden, der die ersten Schritte mit einem Massagestand auf Mittelalter-Märkten gemacht hat („Das ist mein Urlaub.“), nachdem sie ihren dritten Ehemann rausgeworfen habe und Geld brauchte.

Sie bezeichnet sich als rabiat und als Querulantin, nehme mit viel Sarkasmus die Fachleute auseinander. „Ich liebe es einfach, Spaß zu haben.“ Wenn sie in ihren Reden nicht gerade Ärzte gegen sich aufbringt, spricht sie auch vor „normalen Publikum“. Da ginge es aber mehr um humorvolle Bilder und den Versuch, dass die Zuhörer mehr auf sich acht geben. Zur ersten Rede vor den Ärzten ist sie eher durch Zufall gekommen, weil jemand ausgefallen sei, skizziert hatte sie dabei noch ihre eigene Leidensgeschichte mit Schmerzen, war wegen diesen auch lange arbeitsunfähig.

Nach der Rede, es war Frühjahr 2018, habe sie dann Blut geleckt. Und sie möchte unbedingt wieder auf die Bühne zurück, sagt sie, setzt sich gerade mit der Frage auseinander, ob sie in Zukunft mehr vor Unternehmen oder normalen Publikum sprechen möchte. Mittlerweile hat sie auch ihre Angst vor Kameras unter Kontrolle, plant deswegen Video-Onlinekurse und sogar ein Buch. „Ich will mein ganzes Wissen rausbringen.“

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