Stellungnahme des Gemeinderats zum Naturschutzgebiet Wümme

Hellwege äußert sich

Die Wümmeniederung wird kreisweit zum Naturschutzgebiet. Foto: imago images/Emmanuele Contini

Hellwege – Ganze sieben Punkte umfasst die Stellungnahme der Gemeinde Hellwege zur geplanten Umwandlung des FFH-Gebietes „Wümmeniederung mit Rodau, Wiedau und Trochelbach“ zum Naturschutzgebiet. Dieses ist im Dorf umstritten, bei einer Ratssitzung Mitte Februar hatten zahlreiche Anwohner und vor allem Landwirte ihrem Unmut dazu Luft gemacht. Nun folgte am Mittwoch eine finale Abstimmung im Rat, der einstimmig für das Papier votierte. „Im Grunde genommen haben wir nur hier und da Bedenken“, so Bürgermeister Wolfgang Harling (SPD) auf der Ratssitzung die Stellungnahme zusammenfassend.

Die geht nun an den Landkreis Rotenburg, der die Umwandlung realisieren soll. Die Gemeinde Hellwege unterstütze das Anliegen, geht aus dem Schreiben hervor. Allerdings seien die Anwohner der Wümmeniederung und die Landwirte, die auf dem Gebiet wirtschaften, besonders betroffen. Auf diese müsse insbesondere auf die Verhältnismäßigkeit bezogen Rücksicht genommen werden. Als Beispiel wird der Gasthof Kaiser genannt, der in der ursprünglichen Fassung im Naturschutzgebiet gelegen hätte und seine Gäste somit nicht draußen hätte bewirten dürfen. Mittlerweile wurde das Grundstück dem Entwurf aber entnommen.

Die Hellweger, heißt es in der Stellungnahme, sollen weiter in der Wümme baden dürfen. Das mache man schon seit Generationen im Sommer. Aus diesem Grunde fordert die Gemeinde Hellwege die Kennzeichnung von Badestellen in den Karten zum Naturschutzgebiet an der Schleuse am Viehweg und vor der neuen Fußgängerbrücke am Ende der Straße Wümmebogen.

Zudem fordert der Rat, dass die Grenze des Naturschutzgebiets zehn Meter von den Grundstücken am südlichen Wümmeufer gezogen wird. Teils ragt das Gebiet stand jetzt in die Gärten hinein. Gärten, die die Gemeinde nicht für schützenswerte Bereiche hält. Für die Milchviehbetriebe, die auf das Gras der Wümmewiesen angewiesen sind, soll es erst Auflagen geben, wenn ein Management-Plan erarbeitet wurde, „in dem Interessen der Landwirtschaft und des Naturschutzes angemessen berücksichtig worden sind“.

„Die Eigentümer der landwirtschaftlichen Betriebe müssen ohne Zweifel finanzielle Einbußen nach dem Inkrafttreten der Naturschutzgebietsverordnung hinnehmen. Aus Sicht der Gemeinde werden die Einnahmeverluste mit den vorgesehenen Sätzen der Erschwernisausgleichsverordnung für Grünflächen nicht ausreichend vergütet. Der Landkreis sollte sich dafür einsetzen, dass die Sätze angemessen erhöht werden“, heißt es weiter.

Die CDU-Fraktion war aufgrund der Coronakrise nicht zur Sitzung erschienen. Sie hätte allerdings dagegen gestimmt, so der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten, Hans Hinrich Willenbrock, auf Nachfrage. Die Fraktion bevorzugt ein Landschaftsschutzgebiet. Zu entscheiden hat es der Hellweger Rat ohnehin nicht. Der Kreistag wird im Sommer abschließend über das Naturschutzgebiet beraten und abstimmen.

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