Das Helfernetzwerk Aheu ist auch in der Corona-Zeit aktiv

„Wer Hilfe sucht, dem wird geholfen“

Doris Pietsch-Kavarmaci (v.l.), Annelies Wibbelt, Kerstin Küsel, Claus Pluntke und Joachim Bulmahn
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Koordinieren und organisieren das Helfernetzwerk Aheu: Doris Pietsch-Kavarmaci (v.l.), Annelies Wibbelt, Kerstin Küsel, Claus Pluntke und Joachim Bulmahn.

Eversen – Unkompliziert und ohne groß Fragen zu stellen dort helfen, wo Hilfe eben gebraucht wird. Das ist das Konzept hinter dem Helfernetzwerk Aheu, das seit mittlerweile sechs Jahren in Ahausen, Hellwege, Eversen und Unterstedt (die Anfangsbuchstaben ergeben den Vereinsnamen) wirkt. Es handelt sich im Prinzip um eine niederschwellige Nachbarschaftshilfe.

Muss zum Beispiel eine ältere Person zum Arzt gefahren werden, kann sie sich an das Netzwerk wenden. Braucht man Hilfe beim Einkaufen, ist auch hier Aheu zur Stelle. Kann jemand nicht selbst den Schnee schippen, der Anruf beim Verein kann sich lohnen.

Claus Pluntke, zweiter Vorsitzender, gehört zu den Gründungsmitgliedern und Initiatoren des Helfernetzwerks. Inspirieren lassen hat er sich damals bei einer Reise durch Süddeutschland, wo es bereits mehrere Helfernetzwerke gibt. „Das war aber viel zu groß für uns. Die haben zum Beispiel Essen auf Rädern oder auch Behindertenbetreuung angeboten.“ Ihm und den mehr als 30 anderen Gründungsmitgliedern von Aheu schwebte allerdings etwas anderes vor: Man wollte es kleiner und unkomplizierter halten. Daher beschränkt man sich geografisch auch auf das Kirchspiel Ahausen und hat nicht noch einen größeren Ort wie Sottrum mit eingeschlossen. „Wir wollten nachbarschaftlich bleiben“, sagt der zweite Vorsitzende.

So haben sie sich also überlegt, was für Hilfe sie anbieten können. Die Zielgruppe sind zunächst ältere Menschen, aber auch Leute, die krank oder verletzt sind und denen man das Leben für diese Zeit mit Alltagshilfe erleichtern kann. „Wir wollen Älteren ermöglichen, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu leben“, erklärt Pluntke. Man gebe kleinere Hilfen. Dazu kann zum Beispiel auch gehören, dass jemand vorbei kommt, um eine kaputte Glühlampe auszutauschen. Eine Hilfeleistung der anderen Art wäre zum Beispiel die Begleitung ins Theater nach Bremen, so Pluntke weiter. Bei größeren Leistungen, etwa die Fahrt zum Arzt, sei eine kleine Aufwandsentschädigung von acht Euro pro Stunde für den Helfer fällig. Im Vergleich zu zwei Taxifahrten sei das fair.

Rund 80 Mitglieder hat der Verein jetzt. Die Mitgliedschaft ist erforderlich, um die Nachbarschaftshilfe von Aheu in Anspruch zu nehmen. Dazu zählen die Helfer und einfache Beitragszahler als Unterstützer zu den Mitgliedern. Man möchte gerne jüngere Helfer gewinnen, sagt Doris Pietsch-Kavarmaci, die die Einsätze der Helfenden koordiniert. Ein Drittel der Mitglieder ist mehr als 80 Jahre alt. „Es gibt keinerlei Verpflichtungen“, erläutert Kassenwart Joachim Bulmahn. „Wenn jemand gerade nicht helfen will, dann reden wir nicht darüber.“ Das gilt auch für die Hilfesuchenden. „Wer Hilfe sucht, dem wird geholfen.“ Natürlich gehört eine gewisse Planung dazu, kurzfristige Hilfe ist nicht garantiert, manche der Helfer haben ja auch noch einen Beruf. Überdies versucht Pietsch-Kavarmaci, möglichst vor Ort einen Helfer zu finden.

Die Hilfen finden weiterhin statt – auch trotz Corona. Die zweite Säule des Vereins mit den Monatstreffen liegt indes auf Eis. Die Kontaktbeschränkungen machen sie unmöglich. „Das fehlt schon“, sagt die erste Vorsitzende Annelies Wibbelt. Man telefoniere noch miteinander, aber das reiche oft nicht aus. Immerhin: FFP2-Masken hätten sie vor Weihnachten noch an die Mitglieder verschenken können. Die Monatstreffen sind außerhalb der Pandemie vielfältig. Man versucht, Unterhaltung, Kultur und Information in ihnen unterzubringen. Im Mehrzweckhaus Eversen, dem Treffpunkt von Aheu, kommt es sonst zu Opern-Videoabenden, Spieletreffs oder zu verschiedenen Vorträgen – etwa zu Hilfsmitteln wie Rollatoren oder altersgerechtem Wohnen.

Kontakt zu Aheu

Es gibt mehrere Wege, um mit dem Helfernetzwerk Aheu in Kontakt zu treten. Am einfachsten ist der Weg über die Website www.hn-aheu.de, wo es auch weitere Informationen zum Verein gibt. Man weiß aber im Verein: Nicht jeder hat Internet oder ein Smartphone und damit Zugang zu etwa der vereinseigenen „WhatsApp“-Gruppe. Darüber hinaus ist die Koordinatorin Doris Pietsch-Kavarmaci daher unter der Telefonnummer 0152/ 23126060 erreichbar.

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