„Tripod“ lassen sich von Startschwierigkeiten nicht aus der Fassung bringen

Heiße Konzertnacht

Obwohl der Anfang des Konzert etwas schleppend ausfiel, schaffte es das Trio „Tripod“ aus Hamburg im Laufe des Abends, dem Publikum ordentlich einzuheizen. - Foto: Diercks

Ahausen - Von Bettina Diercks. Der Ahauser Hof hat sich nun schon zum zweiten Mal in eine Rockarena verwandelt. Dafür sorgte am Freitag erneut die Cover-Band „Tripod“ aus Hamburg. Sie heizte dem Publikum bis in den Morgen ordentlich ein. Einige Zuschauer waren gespannt, ob das Trio seine Vorjahreserfolg wiederholen kann.

Denn viele waren sicher, dass das gleichzeitig stattfindende Hurricane-Festival die Reihen lichten würde. Bassist und Sänger Stefan Ehrhardt feuerte gleich zu Beginn des Konzertes die Tripod-Gäste an: „Das ist eure Chance“. Er zeigte sich zuversichtlich: „Wir werden das Auffangbecken für alle sein, die auf dem Hurricane absaufen werden. Hier ist alles überdacht. Hier ist die eigentliche Main-stage.“ Vermutlich waren die Hurricane-Flüchtlinge allerdings so durchweicht, dass sie nicht mehr in Ahausen aufschlugen.

Wirkte im vergangenen Jahr noch das Publikum wie ausgehungert, gestaltete sich der Auftakt etwas zäh, wenn auch entspannt. Die ersten Songs wie „Mein kleiner grüner Kaktus“ – in gerockter Fassung – und Stücke von The Monkees zogen nicht so recht. Die Gitarre war zu Beginn gar nicht herauszuhören, und immer verschwanden die Musiker im Dunklen, weil die Technik nicht funktionierte. Doch jeder Handgriff saß bei Stefan Ehrhardt, Drummer Christoph Rosenplänter und Gitarrist Henning Walter.

Wie immer: Mega professionell und mit Spaß bei der Sache. Und: spontan! Wenn sich die Leute schon nach Aufforderung bei Bryan Adams „Summer of 69“ nicht zum Tanzen vor die Bühne trauen und am anderen Ende des Saals festzukleben schienen, kommt die Bühne eben zum Publikum. Ehrhardt, ein Mann der Tat, zog einfach die Bistrotische bis nahe vor die Band und damit die Tanzwilligen gleich mit. Die hielt bei „Ein Kompliment“ von den Sportfreunden Stiller dann auch nichts mehr an den Tischen.

Eine coole Nummer war Coldplays „Adventure of a lifetime“. Obwohl das sonst so gar nicht deren Ding sei, ließ der gebürtige Ahauser Rosenplänter wissen. Schätzen gelernt habe er diesen Song, als er vier Wochen durch die USA tourte. Zu seinem Musikerleidwesen konnte er im Leihwagen den ganzen Zeitraum über nur die Top-40 der USA rauf und runter hören. „Mir blieb gar nichts anderes übrig, als irgendwann Justin Bieber toll zu finden“, blödelte Rosenplänter. Bei Coldplay tanzte Ahausen noch. Schlagartig leerte sich die Fläche bei „Atemlos“ von Helene Fischer, im vergangenen Jahr in Rockfassung noch die Headbanging-Nummer schlechthin.

Atem holen war nach dem ersten Set für Band und Publikum drin. Die Pause konnte ausgiebig für das genutzt werden, was eigentliches Ziel eines solchen Abends ist: Kontakte pflegen und mit Anwesenheit honorieren, dass eine solche Party im Ort auf die Beine gestellt wird. So mancher wollte allerdings lieber an der Vorjahresrocknacht anknüpfen. Set zwei holte die Hoffenden dann ab. Von da an blieb die Tanzfläche bis zum Ende des Konzertes voll. Und, die Jungs lieferten eigentlich Unglaubliches: Aufgrund der Innen- und Außentemperatur des Saales sowie üppiger Lichttechnik und Musikeradrenalin verwandelte sich die Bühne nahezu in eine finnische Sauna und forderte Durchhaltevermögen und unzählige Flaschen Wasser.

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