Heimatverein Sottrum bekommt drei Werke von Gustav Könsen geschenkt

Bilder finden den Weg zurück

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Hans-Jürgen Krahn (l.) und Hans-Richard Buthmann präsentieren die drei Ölgemälde von Gustav Könsen.

Sottrum - Von Jessica Tisemann. Drei besondere Bilder sind nun im Besitz des Heimatvereins Sottrum. Die Ölgemälde stammen von einer lokalen Berühmtheit – dem Künstler Gustav Könsen, der viele Jahre in Stuckenborstel gelebt hat. Drei seiner Werke haben nun über einige Umwege wieder den Weg nach Sottrum gefunden – und das sogar signiert.

Was daran so besonders ist, erklärt Hans-Richard Buthmann, stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins. „Gustav Könsen hat nur sehr wenige seiner Bilder signiert und noch wenigere verkauft. Er meinte, er braucht das Geld nicht.“

Doch irgendwie sind die Bilder in den Besitz der Familie von Thomas Weber aus Spelle gekommen. „Im Januar hatte ich ein Schreiben der Familie bekommen, dass sie ein Bild von Könsen in ihrem Besitz hätte und uns dieses zur Verfügung stellen würde“, erklärt Hans-Jürgen Krahn, Vorsitzender des Heimatvereins. Später wurden aus dem einen Werk sogar drei – und das völlig kostenlos.

Die Ölgemälde von Gustav Könsen haben eine weite Reise hinter sich. Die Großeltern von Thomas Weber hatten ein Bildergeschäft in Süddeutschland, weiß Buthmann zu berichten. Von dort seien die Werke von Könsen in den Besitz von Webers Eltern übergegangen und hingen dort einige Jahre an der Wand. Als Webers Eltern dann gestorben sind, landeten die Bilder bei ihm. Weber machte sich dann über den Künstler Könsen schlau und fand heraus, dass er jahrelang in Stuckenborstel gelebt hat. So kam ihm die Idee, die Bilder an den Sottrumer Heimatverein zu übergeben, berichten die beiden Vorsitzenden.

Die Ölgemälde sollen nun einen Platz im Heimathaus finden. „Wir sind uns im Vorstand noch nicht ganz klar darüber, wo wir die Bilder aufhängen wollen. Wir wollen sie aber definitiv der Öffentlichkeit zeigen“, betont Hans-Jürgen Krahn. „Die Bilder haben sicherlich auch einen gewissen Wert“, so der Vorsitzende des Heimatvereins weiter. Schätzen lassen habe der Verein die Bilder aber nicht.

Gustav Könsens Werke lassen auch einen gewissen Einfluss der Künstlerszene aus Worpswede erkennen – immerhin hat der 1889 in Arbergen geborene Maler dort nach dem Ersten Weltkrieg einige Jahre gelebt. In Stuckenborstel gründete er 1930 dann die plattdeutsche Spielgruppe „Spälkring“ und schrieb zwei plattdeutsche Theaterstücke sowie fünf Bücher, ebenfalls auf Platt, berichtet Hans-Richard Buthmann, der sich mit der Geschichte des Künstlers bestens auskennt. Mit 69 Jahren starb Gustav Könsen am 29. Dezember 1957 in Stuckenborstel und wurde auf dem Friedhof in Sottrum beigesetzt. Auf Anraten des damaligen Bürgermeisters von Stuckenborstel, Karl-Heinz Buthmann, entschied sich der Gemeinderat, eine Straße nach dem Künstler zu benennen. So gibt es bis heute die Gustav-Könsen-Straße in Stuckenborstel.

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