Heimatverein Ahausen weiht die Durchfahrtlängsscheune ein

„Offene Türen eingerannt“

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Olaf Mahnken (l.) und Gerhard Holsten freuen sich über die Polo-Shirts.

Ahausen - Der Dachausbau fehlt noch, dennoch hat der Heimatverein Ahausen am Freitag offiziell seine Durchfahrtlängsscheune eingeweiht. Das historische Fachwerkgebäude stammt aus Hassel. Landwirt Friedel Wulf hatte dem Verein das Bauwerk aus dem Jahre 1788/89 gestiftet.

„Die Scheune sollte abgerissen werden. Herr Wulf hat sie uns kostenlos gegen Selbstabbau geschenkt“, erzählte Carsten Kaßburg, Vorsitzender des Heimatvereins, in der kleinen Feierstunde. Dazu eingeladen waren der Gemeinderat und alle Sponsoren. „Wir sind der jüngste Verein mit dem ältesten Vereinsgebäude“, spaßte Kaßburg. In der Region sei es zudem die einzige noch erhaltende Durchfahrtscheune. Wenn jemand etwas Gegenteiliges wisse, solle er sich beim Heimatverein melden. „Vielleicht ist ja eine Partnerschaft möglich.“

2008 half Wulf dem Verein, die Scheune abzubauen. „Die Balken wurden sortiert und nummeriert. Der Großteil sitzt wieder genau an derselben Stelle wie vorher“, sagte Kaßburg. Während seiner Ansprache ließ er eine Fotoshow im Hintergrund laufen, die Abbau und ursprüngliche Bauweise mit Stroh und Lehm dokumentiert.

Ahausens Landwirt Heinz Köster schaffte für das Fundament die Feldsteine herbei, Firma Ernst Gerken brachte den Sand. 2012 fing unter Leitung des damaligen Vorsitzenden Heiko Rosebrock der Wiederaufbau an. Nach etwa einem Jahr stand das Fachwerk, und per Handarbeit wurde der neue Dachstuhl hochgehievt. Nach dem Richtfest im Oktober 2013 ging es unermüdlich mit dem Ausbau weiter. Die Pflasterarbeiten rings um die Scheune erledigten Hein Rosebrock und Ingnot Schmeiser. Ebenfalls in Gemeinschaftsarbeit wurden die Dachziegel sortiert und gereinigt und innerhalb eines Tages die Scheune eingedeckt. Alle Außentüren stellte Olaf Mahnken her, die Beschläge dafür stammen alle aus Ahausen, aus dem alten Haus von Heinz Wöbse, der am Freitag gerade zu Grabe getragen wurde.

„Wenn man Leute gefragt hat, ,kannst Du mich unterstützen?‘, habe ich immer offene Türen eingerannt“, dankte Kaßburg allen Helfern und Sponsoren für Zeit, Baumaterial, Geld und Arbeitsgerät. „Olaf hat gar kein richtiges Auto, sondern eine rollende Werkstatt. So viel Arbeitsgeräte habe ich nicht mal in meiner Werkstatt“, scherzte Kaßurg. Ihm und Gerhard Holsten überreichte er für ihren unermüdlichen Einsatz und ihre Ideen ein extra für sie bedrucktes Polo-Shirt.

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