Gemeinde Bötersen bringt Finanzplan für 2020 auf den Weg

Haushalt mit Defizit

Im alten Lehrerhaus der Grundschule sollen Räume für eine Hortbetreuung entstehen.
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Im alten Lehrerhaus der Grundschule sollen Räume für eine Hortbetreuung entstehen.
  • Matthias Daus
    vonMatthias Daus
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Bötersen – Den Haushalt mit einem Defizit, das die Gemeinde aber durch Rücklagen auffangen kann, hat der Bötersener Gemeinderat jetzt genehmigt. Der bestehende finanzielle Puffer und die Notwendigkeit der geplanten Maßnahmen haben die Ratsmitglieder zu einer einstimmigen Entscheidung bewogen. Als Gast auf der dazugehörigen Ratssitzung stellte sich die neue Schulleiterin der Grundschule Bötersen vor.

Es war die erste Gemeinderatssitzung in Bötersen seit Ausbruch der Pandemie, und die Hygieneregeln waren hier ebenso umfassend wie auch selbstverständlich. Auf der Tagesordnung stand unter anderem der Haushalt der Gemeinde, auf Wunsch der Ratsmitglieder war Sigrid Bartels, die Abteilungsleiterin der Verwaltung der Samtgemeinde Sotttrum, zu Gast, um anfallende Fragen beantworten zu können.

Bötersen ist die siebte der Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Sottrum, die ihren Haushalt für das laufende Jahr auf den Weg bringt – das erst im Juli. Eine Verzögerung, die als direkte Auswirkung der Coronamaßnahmen zu werten ist. Am Ende des Ergebnishaushaltes stehen Einnahmen von rund 1 370 000 Euro Ausgaben von ungefähr 1 610 000 Euro gegenüber. Das Defizit von 240 000 Euro sieht Bürgermeister Hermann Holsten (CDU) aber eher gelassen. „Einerseits haben wir genügend Rücklagen, um diese Summe auffangen zu können, und andererseits müssen wir beobachten, ob wir überhaupt alle Maßnahmen umsetzen können“, sagte er. Der Bürgermeister verwies dabei auf das schon weit fortgeschrittene Jahr und die Verzögerungen, die sich durch die Corona-Krise ergäben. Man sei in vielen Dingen noch nicht so weit gekommen, wie man es eigentlich erwartet hatte.

Als Beispiel nannte Holsten den geplanten Umbau des alten Lehrerhauses an der Grundschule. Dort sollen Räumlichkeiten für eine Hortbetreuung entstehen, die Gemeinde hatte 80 000 Euro für die Baumaßnahmen in den Haushalt eingestellt. Derzeit liege allerdings vom zuständigen Architekten noch keine konkrete Planung vor. Dafür konnte Holsten an anderer Stelle Fortschritte vermelden.

„Die Umstellung der öffentlichen Beleuchtungen auf LED ist aktuell angelaufen und zu großen Teilen bereits durchgeführt worden“, so der Bürgermeister. Als Ende der Maßnahme stünde hierbei eine Beleuchtung im Bereich des Kindergartens, für die zusätzliche Kabel verlegt werden müssten. Weiterer Finanzierungsbedarf besteht für die Flutlichtanlage des Sportplatzes (15 000 Euro) und die Erneuerung der Bushaltestelle an der Grundschule, die mit 35 000 Euro beziffert ist und von denen die Gemeinde 15 Prozent aufbringen muss. Geplante Maßnahmen sind außerdem eine Akustikdämmung für das Höper Hus (5 000 Euro) und die Erstellung von Emissionsgutachten für zukünftiges Bauland in der Gemeinde (10 000 Euro). Wobei diese Gutachten aktuell in Arbeit sind.

Für Ratsmitglied Nils Blödorn (SPD) stand im Vordergrund, dass die Gemeinde schuldenfrei bleibt, weil man auf Rücklagen zugreifen könne. „Ein Defizit ist sicherlich nicht schön, aber die anstehenden Projekte sind einfach wichtig“, sagte er und erwähnte dabei die 20 000 Euro, die für den Breitbandausbau veranlagt worden seien. Dem Haushalt stimmten die Ratsmitglieder in seiner jetzigen Form einstimmig zu. „Nun können wir die Investitionen nach und nach abarbeiten und sehen, wo wir am Ende des Jahres landen“, meinte Holsten.

Als weiteren Gast konnte Bötersens Bürgermeister an diesem Abend Isabel Salmen begrüßen. Die neue Schulleiterin der Bötersener Grundschule war ebenfalls auf Wunsch des Gemeinderates zur Sitzung erschienen. Da es bisher noch keine ausreichende Gelegenheit gegeben habe, wolle man seitens des Rates die Schulleiterin ein wenig kennenlernen. Salmen, die in Bötersen ihren ersten Rektorenposten bekleidet, beschrieb ihre bisherige Amtszeit: „In den ersten sechs Wochen war normaler Schulalltag, bevor Corona alles verändert hatte“, warf sie einen Blick zurück. Ihr Hang zum Perfektionismus und ein großes Interesse an technischen Neuerungen sowie digitalen Medien hätten ihr allerdings sehr geholfen, diese Krise zu meistern. Ein sehr gutes Krisenmanagement wurde ihr dabei von Ratsmitglied Stephanie Schramm stellvertretend für die Elternschaft der Grundschule attestiert.

Einen Ausblick auf das kommende Schuljahr konnte Salmen noch nicht konkret geben. „Es gibt drei Szenarien, die von der kompletten Schließung bis hin zum Unterricht ohne Auflagen reichen. Wir planen für alle Möglichkeiten“, sagte sie. Die in der jüngeren Vergangenheit angewandte Kommunikationstechnik könne dabei eine große Chance für die Zukunft sein. Nach ihren Wünschen für die Schule befragt, war ihr der Hort enorm wichtig. Hier musste Bötersens Bürgermeister sie noch ein wenig vertrösten, versprach aber, dass die Sanierung der Bushaltestelle als Trostpflaster kommen werde.

Von Matthias Daus

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