Technischer Defekt löst Brand aus

Zwei Tote bei Feuer: Sohn stirbt bei Rettungsversuch der Mutter

Flammen schlagen durch das Dach.
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Flammen schlagen durch das Dach. Zwei vermisste Personen kann die Feuerwehr nur noch tot aus dem Haus bergen.

Zwei Menschen sterben bei einem Dachstuhlbrand in Bötersen. Die Löscharbeiten dauern bis in die Morgenstunden an, am Mittwoch beginnen die Brandermittler mit ihrer Arbeit.

Update vom 25. März: Zwei Gutachter vom Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) haben gemeinsam mit Beamten des zuständigen Fachkommissariats und der Kriminaltechnik noch am Mittwochnachmittag den Brandort besichtigt. Das geht aus einer Meldung der Polizei Rotenburg hervor. Demnach sei der Defekt an einem technischen Gerät mit hoher Wahrscheinlichkeit die Ursache für das Unglück gewesen. Andere mögliche Ursachen hatten die Ermittler nach eigenen Angaben zuvor nach und nach ausgeschlossen.

Ursprungsmeldung vom 24. März: Bötersen – Bei einem Dachstuhlbrand in Bötersen in der Samtgemeinde Sottrum sind in der Nacht zum Mittwoch zwei Menschen ums Leben gekommen. Das Feuer in einem Wohnhaus an der Straße In der Worth war gegen 0.50 Uhr gemeldet worden. Zwei Personen galten als vermisst, während die rund 80 Feuerwehrleute versuchten, die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Eine gute halbe Stunde später die traurige Gewissheit: Sie konnten nur noch tot geborgen werden. Es handelte sich laut Angaben der Polizei um eine 73 Jahre alte Bewohnerin des Hauses und ihren 41 Jahre alten Sohn. Dieser hatte zuvor noch seinen 78 Jahre alten Vater in Sicherheit bringen können.

Brandopfer versucht noch, seine Mutter zu retten

Die Brandursache ist noch unklar, die Ermittler haben den Angaben zufolge im Laufe des Mittwochs ihre Arbeit aufgenommen. Ein Ergebnis wird aber im Laufe des Donnerstags erwartet. Feuerwehren aus Bötersen, Hassendorf, Höperhöfen, Schleeßel, Waffensen und Rotenburg waren zu diesem nächtlichen Einsatz ausgerückt. Vor Ort waren außerdem mehrere Rettungswagen sowie die Polizei. „Gegen 0.50 Uhr wurde der in dem Haus lebende, 41-jährige Sohn geweckt“, so ein Polizeisprecher am Morgen. Er sei zunächst in das Erdgeschoss gerannt, um seinen Vater zu wecken. Der Sohn habe ihn in Sicherheit geführt und sei dann umgekehrt, um die noch im Obergeschoss schlafende 73-jährige Mutter zu retten. Das hat der 41-jährige Mann nicht mehr geschafft. Die Feuerwehr konnte beide nur noch tot bergen.

Während der Löscharbeiten stieg dicker Rauch auf, Feuerschein war durch eines der Giebelfenster zu sehen. Ein Nachbar stand nur wenige Meter vom Haus entfernt an der Straße und war fassungslos: „Da kann man nicht hingucken, oder?“ Er hatte eigentlich zu Bett gehen wollen, als er den Brand vom Fenster aus sah. Zu diesem Zeitpunkt war bereits Alarm ausgelöst worden. Die Feuerwehr hatte für die Arbeit nicht nur zahlreiche Atemschutzträger, sondern auch die Drehleiter aus der benachbarten Kreisstadt zur Verfügung.

Die Brandstelle am Morgen nach dem Einsatz.

Das Einfamilienhaus war bis unter das Dach ausgebaut, berichtete Feuerwehrsprecher Erik Robin während des Einsatzes. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf rund 200 000 Euro. Der Nachbar, der nach draußen gekommen war, kannte die Bewohner. Und er ahnte Schlimmes: „Das sieht gar nicht gut aus.“ Seine Befürchtung sollte sich bestätigen. Bei den Menschen in Bötersen dürften in dieser kalten Frühlingsnacht Erinnerungen an einen Feuerwehreinsatz vor einem Monat wach geworden sein: Nur wenige hundert Meter entfernt war ein Strohlager auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Brand geraten. Damals blieb es allerdings bei einem erheblichen Sachschaden. Diesmal sind zwei Todesopfer zu beklagen.

Feuerwehr beendet Einsatz gegen 6 Uhr

Am Morgen, als die Feuerwehr bereits abrückt war, zeugen der starke Brandgeruch, verbranntes Holz und Überreste von Löschschaum von den Geschehnissen in der Nacht. Zwei Polizisten versiegeln die Eingänge des Wohnhauses, nur wenige Nachbarn sind unterwegs.

Die Feuerwehr beendet ihren Einsatz gegen 6 Uhr. Zwei oder drei Tage könne so ein Einsatz noch in den Köpfen nachhängen, erläutert Feuerwehrsprecher Robin. Das hänge aber auch von der persönlichen Situation des Brandschützers ab. Für eine psychologische Betreuung war unter anderem ein Kriseninterventionsteam vor Ort. In der „Nachbereitung“, so Robin, vermittele die Leitstelle in Zeven psychologische Hilfe.

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