Pastor De van Nguyen bereitet typische Gerichte aus seiner Heimat im Gemeindehaus Ahausen zu

Ein Hauch Vietnam

Pastor De van Nguyen hat bereits alles vorbereitet. Das Gemüse ist geschnippelt, jetzt geht es ans Kochen und gemeinsame Essen in Ahausen. - Foto: Diercks

Ahausen - Von Bettina Diercks. Irritiert blickten die Besucher des Ahauser Gemeindehauses in die Runde: „Schon alles fertig?“, fragten sie sich. Denn sie waren zum vietnamesischen Kochen mit Pastor De van Nguyen gekommen, und alle Zutaten befanden sich bereits geschnippelt auf dem Tisch.

Vom Gastgeber war erst einmal nichts zu sehen. Der sammelte gerade seine Schäfchen in und rings ums Gemeindehaus ein und begrüßte sie. Van Nguyen, in Can Tho im Mekongdelta (Vietnam) aufgewachsen, vertritt bis Ende Juni Pastorin Marita Meixner in Ahausen.

Die 17 Teilnehmer waren auf Gemüseschnippeln eingestellt, hatten neben Appetit auch ihre Schürzen eingepackt. Van Nguyen hielt sich nicht mit einer ausschweifenden Begrüßung auf sondern Schritt gleich zur Tat, denn: „Um 21 Uhr ist Fußball.“ Bis dahin wollte er fertig sein. Deshalb hatte er schon alles vorbereitet, und selbst zum Kochen musste keiner mehr mithelfen. Van Nguyen kochte, erklärte und führte vor, seine Gäste im Gemeindehaus lauschten.

„Ich gehe davon aus, dass Sie Reis kochen können“, sagte der Pastor. Den hatte er in der Küche schon in den Reiskocher gefüllt. Zum Abmessen und Kochen gab der Vietnames witzelnd den Tipp: „Ein Handvoll Reis, eine Handvoll Wasser.“ Van Nguyen empfahl im Gegensatz zur häufig deutschen Methode mit zwei Tassen Wasser nur eine auf eine Tasse Reis: „Sonst muss der Reis länger kochen, bis er das ganze Wasser aufgenommen hat. Am besten ist, es wie früher zu machen: Aufkochen und dann eine Decke um den Topf“. Dann ziehe der Reis von alleine gar.

So wird es bei Van Nguyen auch mit dem Gemüse gemacht: Das Portionsweise angebratene Fleisch kommt in einen Topf, in dem ein wenig Wasser heiß gemacht wurde. Je nach Garungsanspruch kommen Zwiebeln, Möhren und Blumenkohl dazu und werden untergerührt, die Herdplatte aber abgestellt. Das fein zerteilte und geschnittene Gemüse zieht von alleine gar. „Das spart ein wenig Geld“, sagte Van Nguyen augenzwinkernd, der mit einer von ihm selbst mit Fisch-Soße verfeinerten Soja-Soße alles abschmeckte. Brokkoli kommt ganz zum Schluss in die heiße Masse.

Noch ein kleiner asiatischer Kochtipp: Da in Deutschland nur schwer Bambus zu bekommen ist, kann wahlweise Kohlrabi genommen werden. Allerdings muss dieser in ganz dünne Streifen geschnitten werden und darf erst ganz zum Schluss zum Essen gegeben werden, weil das Gericht sonst doch zu sehr den Kohlgeschmack annimmt.

Der Salat aus Tomaten, Gurken und Karotten war auch nicht typisch vietnamesisch. Dabei wurden die Zutaten vermischt und mit Essig, Zitrone, Salz und Zucker abgeschmeckt. In Vietnam stehen die Gemüsesorten alle in separaten Schüsseln auf dem Tisch und können nach Belieben zusammengestellt werden.

Van Nguyen war anzusehen, dass er regelmäßig kocht. Jeder Handgriff saß. Flink und geschickt zerkleinerte er das Gemüse, schneidete Fleisch und briet alles an. Ruckzuck stand dann auch die fertige Mahlzeit auf dem Tisch. Für Gebet und Gesang reichte die Zeit auch noch, damit alle pünktlich zum Anpiff Zuhause sein konnten.

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