Hassendorfs Bürgermeister Klaus Dreyer zeigt uns seinen Lieblingsort

Verstecktes Juwel der Natur

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Klaus Dreyer, Bürgermeister von Hassendorf, zeigt in unserer neuen Serie seinen Lieblingsplatz in der Region: Der See in der alten Tonkuhle.

Hassendorf - Von Jessica Tisemann. Ein idyllisches Plätzchen am Wasser, die Vögel zwitschern und nur das Geräusch von einem kleinen ferngesteuerten Motorboot stört die Ruhe. „Das ist eine der schönsten Stellen in meiner Gemeinde“, sagt Hassendorfs Bürgermeister Klaus Dreyer über den versteckten See bei den ehemaligen Tonkuhlen. Nur leider ist dieses Plätzchen nicht für jeden frei zugänglich. Nur die Gäste des Campingplatzes von Familie Kruse haben zu dem See Zutritt – und der Bürgermeister.

Nördlich der Bundesstraße 75 zwischen Rotenburg und Sottrum lag schon lange Zeit eine Schicht von Geschiebelehm und blauschwarzem Ton. 1892 errichteten die Brüder Sackmann aus Horstedt und Hassendorf an dieser Stelle die erste Ziegelei. Das geht aus der Hassendorfer Chronik von 1999 hervor. Nach dem zweiten Weltkrieg waren die Tonziegel immer weniger nachgefragt und um 1955 stellte die Ziegelei ihren Betrieb ein. Es wurde Zeit für den Campingplatz, der seit Anfang der 70er Jahre dort für die Besucher bereit steht. Nach und nach füllte sich die alte Tonkuhle mit Grundwasser und schaffte so ein paradiesisches Fleckchen mitten in der Natur – ein bisschen versteckt hinter den zahlreichen Bäumen, Feldern und Sträuchern.

„Ich hab hier als Kind noch Schwimmen gelernt“, erzählt Klaus Dreyer. Doch das Schwimmen ist mittlerweile nur noch den Gästen auf dem Campingplatz vorbehalten. „Das ist einfach zu gefährlich. Das Wasser ist unterschiedlich tief, und dadurch kann es schnell auch mal sehr kalt werden“, erklärt Dreyer. Also lässt sich der Lieblingsplatz in Hassendorf nur von der Ferne betrachten.

Und wie der Bürgermeister so auf der Holzbank am Wasser sitzt und in die Ferne blickt, ist ihm anzumerken, wie sehr dieser Ort auf ihn wirkt. „Man kann alles vergessen, wenn man hier ein paar Stunden sitzt, und ich kann komplett abschalten und muss mal nicht über Politik nachdenken“, gibt Dreyer offen zu.

Ein echter Geheimtipp sei der Ort. Von den knapp 1100 Einwohnern Hassendorfs kennt vermutlich nur noch die ältere Generation den See. Hassendorfs Ortskern ist noch heute stark von der Landwirtschaft geprägt.

Und die Natur ist es auch, die Klaus Dreyer so begeistert. „Die Ruhe an diesem Platz ist fantastisch.“ Vor allem morgens sei es am See idyllisch. „Dann hört man nur die Vögel und den Wind – das ist Natur pur“, sagt der Bürgermeister begeistert. Und die Natur soll auch bleiben. „Wir wollen hier nicht so etwas machen, wie am Bullensee in Rotenburg“, betont Dreyer. Das Fleckchen Erde solle ein „verstecktes Juwel der Natur“ bleiben.

Unsere Serie

Alle haben Ferien und sind weg? Muss doch gar nicht sein! Auch unser Landkreis birgt so manches Plätzchen, das nur darauf wartet, (wieder-)entdeckt zu werden. Für unsere Sommerserie haben wir die Bürgermeister der Region gefragt, wo es aus ihrer Sicht besonders schön ist. Diese Orte stellen wir nun in loser Reihenfolge vor.

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