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Hassendorfer Rat diskutiert über Antrag zu erweiterten Öffnungszeiten des „Spatzennestes“

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Von: Nina Baucke

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Spielplatz beim Spatzennest
Die Frage, wie sich die Öffnungszeiten des „Spatzennestes“ erweitern lassen, ist noch in Klärung © Röhrs

Ein Antrag der Grünen löst eine Debatte im Hassendorfer Gemeinderat aus. Der Inhalt: Für erweiterte Öffnungszeiten der Kita sollen nach Fertigstellung des Anbaus die Planungen beginnen. Die Gemeinde jedoch will zunächst die weiteren Baufortschritte abwarten.

Hassendorf – Bereits seit einer Woche hängt über dem Dachfirst am Anbau der Hassendorfer Kindertagesstätte „Spatzennest“ der Richtkranz: ein entscheidender Schritt für das 1,5 Millionen-Euro-Projekt der Gemeinde. Nichtsdestotrotz bleibt baulich noch viel zu tun, bis in den neuen Räumen der Betrieb losgehen kann. Doch nicht nur baulich, auch der Betrieb selbst bedarf noch der Planung. Dass diese eine Dringlichkeit hat, machten die Grünen in einen Antrag deutlich, der am Donnerstag im DGH auf der Tagesordnung des Gemeinderates stand – und dort für eine hitzige Diskussion sorgte.

„Die Situation in der Kita ist dramatisch, die Notbetreuung hält an und gleichzeitig nehmen Eltern die Betreuungszeiten als unzureichend wahr“, begründete Heike Stäcker (Grüne) ihren Antrag. Gerade für berufstätige Eltern solle die Öffnungszeit erweitert werden – und dies die Verwaltung bis zum Start im September dieses Jahres vorbereiten. „Wir sehen die Möglichkeit, das jetzt alles auf den Weg zu bringen. Gegenüber anderen Gemeinden sind wir das Schlusslicht“, so Stäcker. „Das Thema ist im Fluss, dass die zuständigen Gremien der Verwaltung sich damit beschäftigten, wird jetzt ohnehin Zeit. Ein Antrag ist dafür nicht erforderlich“, verwies Petra Guderian (SPD).

Wir sollen bis September etwas vorbereiten – aber was ist, wenn es mit der Fertigstellung bis dahin nicht klappt?

Klaus Dreyer

Das sahen die Grünen anders. Ihre Kritik: Bereits bei den vergangenen Ratssitzungen sei das Thema nach hinten verschoben worden. „Auch wenn die Planung läuft, ist der Antrag gerechtfertigt“, betonte Hans-Uwe Franke. Er wisse von Hassendorfer Eltern, die ihr Kind bereits in Waffensen angemeldet hätten. „Es ist peinlich, dass wir hier nicht in die Pötte kommen.“

Das sah Bürgermeister Klaus Dreyer (SPD) anders: „Wir sollen bis September etwas vorbereiten – aber was ist, wenn es mit der Fertigstellung bis dahin nicht klappt?“ Denn: Fünf Monate sind es noch bis dahin, für weitere Arbeitsschritte wie Trockenbau und Innenarbeiten laufen noch die Ausschreibungen und sind in Vorbereitung beim Rechnungsprüfungsamt, dazu braucht es für den Betrieb drei weitere Mitarbeiter. „Die haben wir nicht, und die können wir auch erst anstellen, wenn wir definitiv wissen, wann wir eröffnen“, machte Dreyer deutlich. Auch Verwaltungsvertreter Fritz Klee (SPD) stellte klar: „Wir sind als Gemeinde tätig, wir bauen ja nicht zum Spaß für 1,5 Millionen Euro. Aber wir wissen nicht, ob wir nach den Sommerferien auch wirklich fertig sein werden. Und dann sollen wir erweiterte Öffnungszeiten zum 1. September garantieren?“

Bedarf ermitteln

Derzeit ist Klees Vertreter Alexander Oestmann (CDU) dabei, den Bedarf zu ermitteln, wie viele Kinder in absehbarer Zeit einen Betreuungsplatz benötigen. „Diese Bedarfsabfrage wird dann entscheidend sein“, so Guderian. „Ich sehe das Thema mehr bei der Verwaltung. Wir sollten ein virtuelles Konzept erarbeiten – und den Antrag an den zuständigen Fachausschuss weiterleiten“, schlug zudem der stellvertretende Bürgermeister Philipp Willenbrock (CDU) vor. Dem folgten die Ratsmitglieder – trotz der turbulenten Debatte – einstimmig.

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