Hans-Jürgen Krahn will sein Bürgermeister-Amt verteidigen

Sottrum: Hans-Jürgen Krahn will Bürgermeister bleiben

Hans-Jürgen Krahn steht vor einer Hecke.
+
Sottrums Bürgermeister Hans-Jürgen Krahn (CDU) ist noch lange nicht amtsmüde. Er ist erneut der Spitzenkandidat bei der Gemeinderatswahl im Herbst.

Hans-Jürgen Krahn tritt erneut als Spitzenkandidat der Sottrumer CDU bei der Kommunalwahl an. Seit 20 Jahren steht er im Ortsverein ganz oben auf der Liste.

Sottrum – Wenn man so will, ist Hans-Jürgen Krahn der ewige Spitzenkandidat der Sottrumer CDU. Seit 20 Jahren stellen ihn die Christdemokraten zu Wahlen ganz oben auf der Liste auf, und sie sind in der Regel auch erfolgreich damit. Nun möchte der 62-Jährige bei der Kommunalwahl am 12. September weitere fünf Jahre Bürgermeister seiner Wahl-Heimat werden.

Er sei zwar in Rotenburg geboren und aufgewachsen, aber Sottrum sei mittlerweile „sein Ort“ geworden, sagt Krahn. Hier ist er inzwischen tief verwurzelt, seit Jahrzehnten bereits lokalpolitisch aktiv und leitet mittlerweile auch als Vorsitzender die Geschicke des Heimatvereins. Dass er ein weiteres Mal Bürgermeister werden will, hat er schon früh geäußert. Ende 2019 hat er seine Kandidatur bereits angedeutet. „Wenn ich 2021 gesund bin“, sagte er damals noch. Gesund ist er, und so steht dem Wahlkampf nichts mehr im Wege.

2006 erstmals Bürgermeister, 2014 dann wieder

Mit Lühr Klee von den Grünen hat sich bereits ein erster Kontrahent in Stellung gebracht. Klee rechnet sich selbst gute Chancen aus, aber im ländlichen Niedersachsen ist die CDU fast schon traditionell eine starke Kraft. Das lässt sich auch an der Personalie Krahn erkennen. 2006 wird er das erste Mal Bürgermeister, muss nach der Wahl 2011 aber zunächst trotz meister Personenstimmen seinen Platz einem rot-grünen Bündnis im Gemeinderat zur Verfügung stellen.

„Damals hat das Bundespolitische eine gewisse Rolle gespielt“, glaubt Krahn im Rückblick. Sein Comeback kam aber schneller als erwartet: Nachdem Christa Kirchhoff (SPD) nicht wie abgesprochen das Amt zur Mitte der Wahlperiode den Grünen übergeben wollte, kommt es zum Eklat im Rat. Sie tritt zurück, der „ewige CDU-Spitzenkandidat“ Krahn wird dann vom Gemeinderat zum neuen Bürgermeister gewählt. Das war 2014, der Wahlsieg 2016 war dann nahezu unangefochten. „Bei Kommunalwahlen geht es um Personen“, sagt Krahn selbstbewusst.

Sottrums Problem mit der B75

Sollte er im Herbst gewinnen, möchte Krahn vermehrt die Nachbarn mit einbeziehen, sprich die anderen Gemeinden in der Samtgemeinde Sottrum. „Die Gliedgemeinden muss man zusammen in die Zukunft bringen.“ Dabei habe er Sottrum als Kernort auch für die Nachbardörfer natürlich besonders im Blick, aber auch die sogenannte Schnittstellenoptimierung als Reform der Strukturen innerhalb der Samtgemeinde. „Wir müssen Dinge neu regeln, wir können nicht alles alleine machen“, sagt er. „Innenpolitisch“ gelte es, die Struktur der Ortschaft Sottrum zu verändern, aber ohne die anderen Gemeindeteile Everinghausen und Stuckenborstel zu vernachlässigen.

Es gehe um verträgliche Verdichtung, bei der man die Leute vor Ort mitnimmt. Ist Sottrum zersiedelt? „Definitiv nicht“, sagt Krahn. Sottrum habe allerdings ein Problem mit der Teilung durch die Bundesstraße 75. Diese Teilung müsse man überwinden, wie andere Problemstellungen auch. Heutzutage seien die großen Themen alle vernetzt und miteinander verwoben, glaubt Krahn und spricht dabei von Klimawandel, Verkehr und Einzelhandel. Er habe den Ansporn, Lösungen auf den Weg zu bringen. Nur dauere die Umsetzung auch mal länger.

Krahn hat im Berufsleben lange für einen Energieversorger gearbeitet, nach einer Fusion hat er sich mit einem Partner selbstständig gemacht und der Branche Dienstleistungen wie Zählerablesen angeboten. Zu seinen Interessen neben der Lokalpolitik zählt insbesondere das Reisen.

Beruf: Lokalpolitiker

Jetzt, im Ruhestand, kann man Krahn ohne große Bedenken als kommunalen Berufspolitiker bezeichnen. Seit 25 Jahren ist er nun aktiv dabei. Im Herbst will er neben dem höchsten Amt der Gemeinde Sottrum auch seinen Platz im Samtgemeinderat, wo er CDU-Fraktionsvorsitzender ist, verteidigen. Dasselbe gilt für das Rotenburger Kreistagsmandat, in dem er Mitglied in den Ausschüssen Arbeit und Wirtschaft sowie Arbeit, Soziales und Gesundheit ist. Außerdem ist er einer der drei Stellvertreter von Landrat Hermann Luttmann (CDU).

Und in fünf Jahren? Was plant der „ewige CDU-Spitzenkandidat“ langfristig? Kommt vielleicht sogar noch eine weitere Kandidatur hinzu? Irgendwann wolle er sich mal Gedanken machen, wie es weitergehen soll, sagt der amtierende Bürgermeister. Man müsse selbst erkennen, wann es Zeit ist, wieder kürzerzutreten. Die kommenden fünf Jahre möchte Krahn aber auf jeden Fall für Sottrum und vielleicht auch einen Nachfolger nutzen. „Man muss das Feld auch für eine Übergabe bestellen.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Blutiger Dornfelder: ein Krimi-Rotwein-Paket zum Genießen

Blutiger Dornfelder: ein Krimi-Rotwein-Paket zum Genießen

Trauerfeier für Prinz Philip am kommenden Samstag

Trauerfeier für Prinz Philip am kommenden Samstag

Große Anteilnahme am Tod Prinz Philips

Große Anteilnahme am Tod Prinz Philips

Bayern verlieren Final-Wiedersehen gegen Paris Saint-Germain

Bayern verlieren Final-Wiedersehen gegen Paris Saint-Germain

Meistgelesene Artikel

Landwirte-Ehepaar Schröder setzt auf Direktvermarktung

Landwirte-Ehepaar Schröder setzt auf Direktvermarktung

Landwirte-Ehepaar Schröder setzt auf Direktvermarktung
Freunde und Helfer: Polizisten über besondere Herausforderungen ihres Berufs

Freunde und Helfer: Polizisten über besondere Herausforderungen ihres Berufs

Freunde und Helfer: Polizisten über besondere Herausforderungen ihres Berufs
„Putinsche Drohung“: Der Ton in der Sottrumer Politik wird rauer

„Putinsche Drohung“: Der Ton in der Sottrumer Politik wird rauer

„Putinsche Drohung“: Der Ton in der Sottrumer Politik wird rauer
Pastor Matthias Wilke verlässt Kirchwalsede nach gut sieben Jahren

Pastor Matthias Wilke verlässt Kirchwalsede nach gut sieben Jahren

Pastor Matthias Wilke verlässt Kirchwalsede nach gut sieben Jahren

Kommentare