Ein halber Liter für den guten Zweck

Blutspendemobil des DRK in Höperhöfen getestet

Unser Autor Matthias Daus auf dem Weg ins Blutspendemobil des Deutschen Roten Kreuzes. Vor drei Jahren hat er das letzte Mal Blut gespendet, seitdem hat sich vieles verändert, hat er im Selbstversuch festgestellt.

Höperhöfen - Von Matthias Daus. Statistisch betrachtet benötigen 80 Prozent der Bevölkerung irgendwann im Leben Spenderblut. Der hauptsächliche Verwendungszweck ist allerdings nicht wie erwartet die Transfusion nach einem großen Blutverlust, sondern die Behandlung von Krankheiten wie zum Beispiel Krebs. Also ist es wichtig, dass Blut gespendet wird. Unser Autor hat daher die Gelegenheit beim Schopf gepackt, als am Montag das Blutspendemobil, vor dem „Höper Hus“ in Höperhöfen seinen Standort hatte.

Das Blutspendemobil ist ein enorm großes Fahrzeug, in dessen Inneren eine Art Empfangsbereich, ein kleines Arztzimmer und acht Liegeplätze für die Spender Platz finden. Ein Team vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) sorgt hier für einen reibungslosen Ablauf. Doch bevor es so weit ist, muss ich erst einmal zur Anmeldung ins „Höper Hus“. 

Seit dem 18. Geburtstag etwas schleifen lassen

Dort treffe ich auf die ersten freiwilligen Helferinnen aus der Gemeinde. Sie nehmen meine Personalien auf und ich muss neben dem Spenderausweis auch meinen Personalausweis vorzeigen. Das ist mir neu. Mit 18 Jahren habe ich zum ersten Mal Blut gespendet. Lang ist’s her, und wenn man bedenkt, dass ein Mann theoretisch bis zu sechsmal pro Jahr spenden dürfte, hätten mittlerweile mehr als hundert Spenden zusammenkommen können. Tatsächlich war ich aber nur 22 Mal dabei.

„Das DRK darf nur noch Spenden von Personen annehmen, die sich ausweisen können“, erklärt mir Manuela Ottens, die seit dem Jahr 2013 als Ansprechpartnerin für das DRK in Sachen Blutspende in der Gemeinde Bötersen tätig ist. Zusammen mit acht Helferinnen sorgt sie an diesem Tag unter anderem auch für den Imbiss nach der Spende.

Nadeln sind kaum spürbar

Drei Jahre sind mittlerweile seit meiner letzten Spende vergangen. Seitdem hat sich schon ein bisschen was verändert. So scheint mir der Fragebogen zum körperlichen Befinden, den jeder Spender als erstes ausfüllen muss, umfangreicher geworden zu sein. Aber manche Fragen kehren immer wieder. Wiegen sie unter 50 Kilogramm? Eindeutig nein. Besteht eine Schwangerschaft? Optisch wäre es denkbar, aber biologisch unmöglich, und außerdem ist die Frage nur für Frauen. Mit dem ausgefüllten Fragebogen geht’s ins Mobil. Ein freundlicher junger Mann begrüßt mich und pikst mir in einen Finger, um einen Tropfen Blut für die Bestimmung meines Eisenwertes zu entnehmen. Davon merke ich fast gar nichts. Das war früher anders, genauso wie die Bestimmung der Körpertemperatur. Dafür gibt es heutzutage eine Art Scanner, der mir vor die Stirn gehalten wird und erkennt, wie warm mir ist. Faszinierend. Es folgt ein kurzes Gespräch bei der Ärztin inklusive Blutdruckmessung in dem Minisprechzimmer. Gleich darauf kann es losgehen.

Ich nehme auf einer dieser erstaunlich bequemen Liegen Platz und zwei Mitarbeiterinnen des DRK befassen sich damit, mir den Zugang zu legen, durch den gleich darauf mein Blut in einen speziellen Plastikbeutel fließt. Ein heikler Moment, denn ich habe erwiesenermaßen schlechte Venen. Davon gänzlich unbeeindruckt schiebt mir eine Helferin vom Blutspendedienst die Nadel in den Arm, und obwohl ich in dieser Hinsicht eher sensibel bin, bemerke ich den Einstich fast gar nicht.

Bratwurst statt Schnittchen

An diesem Montag läuft mein Blut schnell und störungsfrei in den Beutel, schon nach kurzer Zeit – nachdem ich einen halben Liter Blut gelassen habe – kann ich wieder „abgenabelt“ werden. Jetzt noch schnell ein Pflaster auf die Einstichstelle (ich hätte sogar einen Verband bekommen können), dann darf ich aufstehen und zum Imbiss gehen. Die Idee, statt der sonst üblichen Schnittchen, gegrillte Bratwurst mit Salaten anzubieten, stößt auf eine sehr positive Resonanz – besonders von mir. 

Zusammen mit mir spenden an diesem Tag 68 Leute Blut. Ein durchschnittliches Ergebnis, wie mir Manuela Ottens erläutert, mit dem sie aber zufrieden ist. Sie betont, dass gerade junge Leute gerne gesehen werden. „Vielleicht könnten sie ja als Team wie eine Fußballmannschaft zu uns kommen“, sagt sie. Gelegenheit dazu wäre in Bötersen nach Ende der Sommerferien 2018. Und auch dann wird gelten: Ohne Personalausweis ist keine Spende möglich.

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