Sottrumer Rektorinnen und Verwaltung suchen Kompromiss

Halber Etat für Grundschulen?

An der Grundschule am Eichkamp gibt es einen Investitionsstau. Dennoch soll im Grundschul-Etat der Samtgemeinde zunächst gespart werden.
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An der Grundschule am Eichkamp gibt es einen Investitionsstau. Dennoch soll im Grundschul-Etat der Samtgemeinde zunächst gespart werden.

Sottrum – Auf der Suche nach Einsparungen soll die Samtgemeinde bei den Grundschulen 50 000 Euro einsparen. Das ist ein Kompromiss, den die Schulen und der Schulausschuss des Sottrumer Samtgemeinderats geschlossen haben. Demnach sollen sich die Leiterinnen der Grundschulen am Eichkamp und am Schulzentrum Süd in Sottrum, Bötersen, Ahausen und Horstedt bis zum nächsten Finanzausschuss im Dezember gemeinsam mit der Verwaltung überlegen, wo der Rotstift angesetzt werden kann. Zuvor hatte die CDU-Fraktion während der Haushaltsberatungen beantragt, jeder Schule individuell das Budget zu kürzen – um die Hälfte.

Was bei den Schulleiterinnen erst mal zu ungläubigen Blicken führte, schien so manchem Ratsmitglied im Ausschuss nicht unwillkommen zu sein. Laut Haushaltsentwurf braucht die Samtgemeinde im kommenden Jahr rund 5,4 Millionen Euro Umlagebeiträge von ihren Mitgliedsgemeinden, immerhin 1,3 Millionen Euro mehr als in noch in diesem Jahr. „Diese Erhöhung ist schwer zu schultern“, kommentierte Ausschussvorsitzender Wolfgang Harling (SPD), der auch Bürgermeister in Hellwege ist, den von Friedericke Paar (CDU) vorgetragenen Antrag.

Der Vorschlag der Christdemokraten sah vor, das Budget der Grundschulen in Ahausen, Bötersen und Horstedt von 20 000 auf 10 000 Euro zu senken. Die Grundschule am Eichkamp in Sottrum sollte demnach 25 000 anstatt 50 000 Euro bekommen, ihre Außenstelle Morgenstern-Grundschule nur noch 3 500 statt 7000 Euro.

Mit ihren Budgets können die Grundschulen kleinere Anschaffungen selbstständig tätigen. Für größere Maßnahmen ist ein anderer Etat vorgesehen, der von der Samtgemeinde kontrolliert wird. Dazu zählen zum Beispiel Tische und Stühle, wie Schulamtsleiter Holger Bahrenburg klarstellen musste. Dennoch: „Mit 10 000 Euro lässt sich nicht viel stemmen“, so Isabel Salmen, die seit Jahresbeginn Grundschule in Bötersen leitet.

An den Grundschulen besteht an vielen Stellen Nachholbedarf, was die Infrastruktur angeht. Insbesondere am Eichkamp besteht ein großer Investitionsstau. Es scheint sich aber zu bessern. Annette Römer, Leiterin der Löwenzahn-Grundschule in Horstedt, merkte an, dass sich die Schulen wieder wahrgenommen fühlen. Mit zum Beispiel neuen Möbeln sei zuletzt viel passiert. Wenn aber jetzt gekürzt würde, müsse sichergestellt werden, dass die Bedarfe an den Schulen weiter anerkannt werden, sagte sie – heißt: mehr Geld in den Folgejahren.

Melanie Schumann, derzeit kommissarisch verantwortlich für die beiden Sottrumer Schulen, wies darauf hin, dass besser ausgestattete Schulen einen Wettbewerbsvorteil hätten, wenn es um die Einstellung neuer Lehrkräfte geht. Auch mit Blick auf ihre eigene Position: Sie wechselt demnächst an eine Rotenburger Grundschule, der Leitungsposten am Eichkamp ist noch vakant.

„Wir wollen nicht grundsätzlich an den Schulen sparen“, so Hans-Jürgen Krahn (CDU). Angesichts der Finanzlage sei man aber nun in einer Situation, in der man sich zurechtfinden müsse und in der man nicht einfach Haushaltspläne durchwinken könne. Er regte zudem an, einen Schulplan ähnlich dem Feuerwehrkonzept zu erarbeiten, um die Schulen in Zukunft besser aufzustellen. Aber so ein Plan sei eher was für die nächste Wahlperiode ab Ende 2021.  mro

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