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Abschied vom „Stundenplaner“: Bernhard Weilhammer geht in den Ruhestand

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Von: Nina Baucke

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Ferdinand Pals (l.) und Holger Bahrenburg (r.) würdigten die Verdienste von Bernhard Weilhammer, der das Gymnasium Sottrum von seiner Entstehung an begleitet hatte.
Ferdinand Pals (l.) und Holger Bahrenburg (r.) würdigten die Verdienste von Bernhard Weilhammer, der das Gymnasium Sottrum von seiner Entstehung an begleitet hatte. © Baucke

Bernhard Weilhammer zieht am letzten Tag vor den Ferien einen Schlussstrich unter 43 Jahre im Schuldienst: Der stellvertretende Schulleiter des Sottrumer Gymnasiums hatte die Entwicklung und Entstehung der Schule 18 Jahre lang begleitet und maßgeblich mitgestaltet.

Sottrum – 1996 ist Bernhard Weilhammer, stellvertretender Schulleiter des Sottrumer Gymnasiums, einmal für wenige Tage krankheitsbedingt ausgefallen. „Seitdem ist seine Personalakte in dieser Hinsicht leer“, betonte Schulleiter Ferdinand Pals. Bis vor Kurzem, als Probleme mit der Bandscheibe den 67-Jährigen noch einmal die Bremse ziehen ließen – auf den letzten Metern vor dem Ruhestand.

Allerdings: Sich von Schülern, Kollegen und beruflichen Wegbegleitern zu verabschieden und damit einen würdigen Schlussstrich unter 43 Dienstjahre zu ziehen, ließ sich der Studiendirektor am Mittwoch, dem letzten Schultag vor den Ferien, nicht nehmen.

Ferdinand Pals (l.) überreichte Bernhard Weilhammer die Urkunde des Landes Niedersachsen mit der Versetzung in den Ruhestand.
Ferdinand Pals (l.) überreichte Bernhard Weilhammer die Urkunde des Landes Niedersachsen mit der Versetzung in den Ruhestand. © -

Denn mit ihm geht ein Urgestein der Schule: Er hat das Gymnasium in Sottrum von seiner Entstehung an begleitet – als er nach seinem Referendariat in Neu Isenburg und einigen Jahren in Achim am Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium noch als Studienrat am Ratsgymnasium Rotenburg arbeitete. „Da lag eines Tages ein Zettel bei uns aus, dass man für die Gründung eines Gymnasiums in Sottrum Leute suchte“, erinnerte sich Weilhammer. Auf der Liste der bisherigen Interessenten entdeckte der gebürtige Bremer und studierte Physiklehrer nicht einen einzigen Naturwissenschaftler. „Ich habe das gesehen und dachte: Das geht gar nicht.“ Anfangs habe man der Schule ohnehin wenig Chancen gegeben. „Auch ich wollte erst eigentlich gar nicht, habe es dann aber doch gemacht.“ 2004 war er Mitglied der Planungsgruppe und baute den naturwissenschaftlichen Bereich der Schule auf. „Und als die Oberschule dazu kam, war das ein Traum“, so Weilhammer.

Bernhard lebt Schule.

Ferdinand Pals

Hinter dem Werdegang der Schule war er der Kopf: „Als überlegt wurde, wo die neue Mensa stehen sollte, war es Bernhard, der genau wusste, wo Kanäle unter dem Schulgelände entlang laufen“, sagte Pals. „Jetzt ist die Schule fertig.“ Samtgemeindebürgermeister Holger Bahrenburg wiederum erinnerte an die Turnhallenerweiterung mit dem Problem „Trennvorhang“ oder an den Bau des Forums, wo es Debatten um die Farbgestaltung gab: „Sie haben die Bauabschnitte mit Herzblut begleitet.“ Er habe die ruhige, ausgleichende und lösungsorientierte Art Weilhammers immer bewundert und geschätzt.

Joleen Erhard bedankte sich im Namen der Schülerschaft.
Joleen Erhard bedankte sich im Namen der Schülerschaft. © -

Nicht nur er: „Sie haben uns auch mal mit einem Schülerfahrrad gezeigt, welche Rolle Physik im Alltag spielen kann. Sie sind ein großartiger Lehrer“, bedankte sich Joleen Erhard im Namen des Schülerrates bei Weilhammer. Und auch Pals machte deutlich: „Du hast eine vorbildliche Arbeitseinstellung, dein Wertefundament gibt dir Sicherheit. Und wir wussten immer, wo du stehst. Das ist für eine Schule etwas existenziell Wichtiges.“ Diese Arbeitseinstellung war es, die dafür gesorgt hatte, dass Weilhammer nicht mit 65 Jahren in den Ruhestand gegangen war, sondern noch zwei Jahre hinten dran gehängt hatte: „Ich wollte alles in gute Hände geben“, betonte der Neu-Pensionär und Musikliebhaber, der in den vergangenen Jahren neben seinen anderen Aufgaben die Verwaltung und die Ausstattung der Bläser übernommen hatte. „Bernhard lebt Schule“, betonte Pals denn auch.

Durch die 18 Jahre Arbeit am Sottrumer Gymnasium zog sich allerdings auch die Stundenplanerstellung. „Dazu kommen ungefähr 20 Änderungen pro Jahr – nur, um einmal deutlich zu machen, wie viele Stundenpläne du geschrieben hast“, so Pals. Weilhammer geht: „Aber das fällt mir nicht leicht, ich mag keine Abschiede.“ Andenken gab es an diesem Tag genug, neben Kochlöffeln und einer Urkunde auch einen Reiseführer: Die Zeit für den USA-Trip ist jetzt da.

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