Schule macht „Crashtest-Tag“

Sottrumer Gymnasium probt zweiten Lockdown

Die Rückkehr zum Unterricht zuhause ist kein unrealistisches Szenario. Das Gymnasium Sottrum macht am Mittwoch dafür einen Probelauf.
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Die Rückkehr zum Unterricht zuhause ist kein unrealistisches Szenario. Das Gymnasium Sottrum macht am Mittwoch dafür einen Probelauf.

Das Sottrumer Gymnasium bereitet sich auf einen möglichen Lockdown vor. An einem „Crashtest-Tag“ schauen Schüler und Lehrer, wo Problemsituationen aufkommen könnten.

Sottrum – Die Schüler des Sottrumer Gymnasiums müssen am Mittwoch zuhause bleiben. In Zeiten wachsender Corona-Fallzahlen probt die Schule einen zweiten Lockdown und die Szenarios B und C, also die teilweise beziehungsweise komplette Schließung der Einrichtung. Man folge damit einer Anregung aus der Elternschaft, erklärt Direktor Ferdinand Pals. Nach den Homeschooling-Erfahrungen aus dem zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres und mit mehr Wissen über das Virus selbst stelle man nun alles noch mal auf den Prüfstand. Im Ernstfall sei man dann besser vorbereitet und könne Problemstellungen schon im Vorfeld behoben haben.

Dieser „Crashtest-Tag“, so nennt die Schule diesen Test, hat in den vergangenen Tagen eine gewisse Aktualität bekommen. Die Corona-Fallzahlen schießen in die Höhe, und im Vorfeld einer am Mittwoch stattfindenden Konferenz von Bundeskanzlerin und Länderchefs ist immer wieder von einem „Lockdown light“ die Rede. Das könnte dem Vernehmen nach regional die komplette oder teilweise Schließung von Schulen bedeuten. Das Sottrumer Gymnasium selbst hatte den „Crashtest-Tag“ bereits vergangene Woche angekündigt, wohl näher am Puls der Zeit als erhofft. Deswegen: Die Lehrer- und Schülerschaft bleibt zuhause. Nach Absprache mit den Eltern dürfen die Jugendlichen bei Klassenkameraden oder Freunden lernen. Wenn Eltern keine Betreuung der Kinder leisten oder stellen können, dürfen sie in diesem Probelauf auch Räume in der Schule nutzen – als Ausnahme. Der Unterricht findet digital statt wie im Frühjahr, bloß legt man nun einen Fokus auf mögliche Problemfelder wie ein fehlender Technikzugang, eine zu schwache Internetverbindung oder falscher Umgang mit den zu nutzenden Software-Lösungen. Eine Ausnahme gibt es nur für die fünften Klassen. Anstatt eines Crashtests haben sie einen Crashkurs zum Thema Homeschooling generell. Sie lernen die Anwendung der Technik und die richtige Herangehensweise beim Lernen zuhause.

In den kommenden Tagen wird ausgewertet, beteiligt sind alle: Schüler, Lehrer und Eltern. „Jetzt haben wir erste Erfahrungen aus dem Frühjahr, jetzt wissen wir, worauf wir achten müssen, jetzt haben wir in der Zwischenzeit Entscheidungen getroffen bezüglich der zu nutzenden Software“, so Pals. Ganz unvorbereitet würde ein zweiter Lockdown oder ein „Lockdown light“ die Schule nach Monaten des Pandemiegeschehens wohl kaum treffen. Ein wenig dazu gelernt hat man schon. Etwa durch die Anschaffung neuer Tablets aus Bundesmitteln gibt es jetzt zum Beispiel Endgeräte, die die Schule bei Bedarf verleihen kann. Zwar gehört ein „iPad“ in manchen Jahrgängen zum Unterricht dazu, dennoch noch hat nicht jeder Sottrumer Gymnasiast Zugang zu einem geeigneten Gerät für digitalen Unterricht. Und eines weiß man hier schon aus leidvoller Erfahrung: „Ein Smartphone ist nicht ausreichend“, sagt der Schulleiter.

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