Digitalisierung im Unterricht

Gymnasium führt Tablets ein

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Die ersten „iPads“ hat das Gymnasium schon. Ab Sommer sind sie Bestandteil des Unterrichts. 

Sottrum – Die digitale Evolution, Unterricht im Wandel der vergangenen Jahre auf einem Flur: Es war gar kein so langer Weg vom Beamer bis zum interaktiven Display im Klassenzimmer Das zeigte eine Lehrer-Fortbildung am Sottrumer Gymnasium am Mittwoch. Die Schule kommt in der Gegenwart an und macht sich bereit für einen Umbruch.

An diesem Morgen sind es ausnahmsweise mal die Lehrer, die die Schulbank drücken. Erst am Dienstag sind die vier interaktiven Displays in den Räumen der zukünftigen siebten Klasse angebaut worden. Die siebten Klassen sind es, die ab dem kommenden Schuljahr mit Tablets im Unterricht arbeiten sollen. Es ist der erste Jahrgang an der Schule, der sie umfassend beim Lernen einsetzen wird.

Das Display stellt gerade Thorsten Bensch von der Firma Conen vor, die auf die Ausstattung von Schulen und Kindergärten spezialisiert ist. Insgesamt 24 dieser Bildschirme soll das Gymnasium innerhalb von fünf Jahren erhalten – finanziert durch den Landkreis Rotenburg. Das Gerät lässt sich bedienen wie ein Tablet oder ein Smartphone. Bensch macht die typischen Wischbewegungen, schreibt eine Formel auf den Bildschirm, macht sie groß und wieder klein und wischt sie zur Seite. Mittels App können alle Endgeräte – zum Beispiel die Tablets der Schüler und Lehrer – daran angeschlossen und wie gewohnt intuitiv bedient werden.

Kleine Startschwierigkeiten bleiben da nicht aus. Als Bensch das Verbinden von Bildschirm und Tablet vorführen möchte, gibt es keine Internetverbindung. Die ist einfach noch nicht eingerichtet. „Das kann ein paar Wochen dauern, bis wirklich alles reibungslos funktioniert“, sagt Bensch.

IT-Student sorgt für reibungslosen Ablauf

Das Gymnasium hat einen IT-Studenten eingestellt, der sich in Zukunft um eben jenen reibungslosen Ablauf kümmern wird. Er ist es auch, der die Internetverbindung eben schnell für Bensch herstellt. Außerdem ist eine Lehrerin mit der Administration betraut. Zwischen Weihnachten und Ostern hat die Schule ausreichend gutes W-Lan bekommen. Ausreichend? Noch nicht!. „Wenn mehr als 330 Schüler online sind, bricht alles zusammen“, sagt Schulleiter Ferdinand Pals. „Wir brauchen Glasfaser.“

In den beiden Räumen nebenan arbeiten einige Lehrer noch an den vorherigen digitalen Entwicklungsstufen. Beamer, Whiteboard und Co. werden weiterhin im Unterricht genutzt. „Wir beschäftigen uns mit den Möglichkeiten, die wir haben“, sagt Pals. Es gelte, ein Bewusstsein für den Umbruch zu entwickeln, den die Schulen heutzutage durchmachen. „Wir sind mitten im Prozess der Veränderung des Unterrichts.“ Dabei entscheidet aber letztendlich der Pädagoge, wie und wann er welche Technik einsetzt, so Bensch. Daher kann auch das große interaktive Display in Handumdrehen von einer regulären weißen Tafel verdeckt werden, die dann klassisch mit Markern beschrieben wird.

Gesamtkonferenz und Schulvorstand tragen Entscheidung

Der Entschluss, ab Sommer Tablets einzuführen, wird laut Pals sowohl von der Gesamtkonferenz der Schule und vom Schulvorstand gleichermaßen getragen. Insbesondere von den Eltern gebe es positive Reaktionen auf das Vorhaben, insbesondere seit feststehe, dass die Schüler nicht selbstständig Apps installieren können. Es ist ein geschlossenes System; welche Programme genutzt werden, entscheiden die Lehrer. Bezahlen müssen die 481 Euro teuren „iPads“ die Eltern. Es ist eine 36-monatige Null-Prozent-Finanzierung möglich. Wer dann weiterhin Probleme hat, das Geld aufzubringen, kann einen Antrag an die Schule stellen, dass das übrige Geld von anderer Seite kommt, informiert Pals. Auf sechs Jahre Nutzung sind die Tablets ausgelegt – von der siebten bis zur 13. Klasse.

Der Schwenk zum digitalen Unterricht ist wichtig. Das meint auch Maik Rieken von Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualität (NLQ). Die Gesellschaft habe sich zu digitaler Kulturtechnik hingewandt. Die notwendigen Kompetenzen und den richtigen Umgang müsse man in der Schule lernen. Doch dabei hängt viel von den Lehrern ab, weshalb die Schülerschaft am Mittwoch zwecks Fortbildung des Kollegiums zuhause bleiben durfte. Denn, so Rieken: „Nur Geräte einsetzen geht nicht. Wenn man auf einem interaktiven Display nur schreibt, kann man auch wieder zur Kreide greifen.“ Pals: „Es reicht nicht, die Technik und das Material zu haben, die Kollegen müssen sie auch beherrschen können.“

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