Große Veränderungen

Ganztag und G9 in Sottrum: Gymnasium denkt sich neu aus

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Schulleiter Ferdinand Pals (v.l.), Stellvertreter Bernhard Weilhammer und Ganztag-Koordinatorin Angelika Hornfeck gestalten die Veränderungen am Sottrumer Gymnasium maßgeblich. Mit G9 und Ganztag ist einiges zu tun.

Sottrum - Von Matthias Röhrs. Bis auf ein paar Reinigungskräfte sind die Flure und Klassenräume im Sottrumer Gymnasium verwaist. Jetzt, nach etwa anderthalb Wochen Sommerferien, herrscht absolute Ruhe dort, wo zwischen den Unterrichtsstunden sonst reger Trubel Alltag ist. Für die Schule ist sozusagen eine Ära zu Ende gegangen: Wenn die Schüler Anfang August zurückkehren, ist das Gymnasium eine Ganztagsschule. Während sie sich erholen, ist man in der Schulleitung am Planen. Es ist nicht die einzige Herausforderung, die es in naher Zukunft zu organisieren und zu bewältigen gilt.

Schulleiter Ferdinand Pals muss „sein“ Gymnasium in den kommenden Jahren durch bewegte Zeiten führen. Nicht nur die Rückkehr zum sogenannten G9 – dem Abitur nach 13 Jahren – gilt es an der Schillerstraße zu bewältigen, auch ist man ab August eine Ganztagsschule. Für Pals die Möglichkeit, „Schule neu zu denken“, wie er sagt.

Schule zu eng für steigende Schülerzahlen

Die Schule wird wachsen. Etwa 75 Schüler mehr, schätzt Pals, werden die Schule im Jahr 2021 besuchen, wenn der erste G9-Jahrgang sein Abitur macht. Eine Zahl zwischen 650 und 700 werde es wohl sein. Ende des vergangenen Schuljahres waren es 591 Schüler. Dazu braucht es mehr Platz, und das möglichst bald. Schon jetzt sei es eng, sagt Pals’ Stellvertreter Bernhard Weilhammer. Die Schule ist kurz nach der Einführung des G8 gebaut worden, das Gebäude voll auf das Abitur nach bereits zwölf Jahren ausgerichtet. Bis 2020 – das Jahr ohne Abiturjahrgang – soll daher ein Anbau mit sechs Klassenzimmern, drei Fachräumen und drei Arbeits- beziehungsweise Aufenthaltsräumen für Schüler und Lehrer entstehen.

Schon früher soll dagegen die neue Mensa kommen, die sich bislang aber noch im Planungszustand befindet. Das Problem: Stand jetzt ist die Mittagsverpflegung am Gymnasium für eine Ganztagsschule unzureichend.

Einschränkungen für die Oberstufe

Die Oberstufen-Schüler müssen daher als Übergangslösung zur Mittagszeit ihre Cafeteria zur Verfügung stellen, wo dann ein Caterer das Essen ausgibt. „Das wird den Oberstufen-Schülern nicht gefallen“, sagt Pals. „Das kann nur eine vorübergehende Lösung sein“, fügt Weilhammer hinzu. Zufrieden, so wird es deutlich, ist mit dieser Lösung keiner. „Der Bedarf ist jetzt da“, so der stellvertretende Schulleiter.

Auch das Kollegium wird wachsen. Etwa fünf Lehrer mehr braucht das Gymnasium durch G9, dazu suchen sie derzeit nach einem pädagogischen Mitarbeiter, außerdem sind zwei Stellen im Bundesfreiwilligendienst zu besetzen. Auch Angelika Hornfeck ist mit einem Jahr noch relativ neu an der Schule. Sie ist die für den Ganztag zuständige Koordinatorin und hat in den vergangenen Monaten ein umfangreiches Angebot für die Nachmittage ausgearbeitet. Schwerpunkte liegen auf sprachlichen und sportlichen Angeboten, wobei Musik und Naturwissenschaften nicht zu kurz kommen.

Um ein breiteres Angebot an Arbeitsgemeinschaften zu schaffen, möchte das Gymnasium in Zukunft gerne vermehrt mit auswärtigen Partnern kooperieren. Dazu gehören „das Rote Kreuz zum Beispiel, oder die Feuerwehren und Vereine“, denkt Pals laut nach. Aber erst mal wolle man mit Ganztag starten. Zu tun gibt es genug.

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