Gruppe Leporello probt für Premiere am Freitag von „Schweine auf Burg Clüver“

Teufel hat die Finger im Spiel

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Burgherr Heinrich von Clüver (Dietrich Metzger) nimmt sich, was er will. In diesem Fall die Magd Adelheid (Majdra Kalovna).

Clüversborstel - Von Bettina Diercks. Mit durchdachter Dramaturgie und reichlich Witz bringt die Sottrumer Theatergruppe Leporello in Clüversborstel ein „Zeiten-Stück“ in die Landschaft. „Schweine auf Burg Clüver“ spielt nämlich nicht auf Brettern, sondern direkt auf dem Waldboden an der Wieste, dem ehemaligen Burgplatz.

Dort erwächst ein schwarzes Gemäuer während der Spieldauer. Die Burg hat zwei Seiten und es auch noch in sich. Genauso wie die Geschichte. Die spielt sowohl in der Neuzeit als auch im 15. Jahrhundert. Die beiden Zeitstränge fußen auf einer wahren Geschichte des Ortes. 1489 lässt der Bischof zu Verden die Burg Clüver belagern, weil es zu einem Zwist zwischen Bistum und dem Geschlecht von Clüver kommt. Dabei geht es um Geld – und dunkle kirchliche Machenschaften.

In der modernen Variante will der Bauer Berthold Landsbergen einen Schweinemaststall auf dem alten Burggelände bauen. Er sucht den Schulterschluss mit Politik und Banken. Nicht aber mit seinen Mitbürgern. Das rächt sich. Und immer hat der Teufel die Finger im Spiel.

„Wir überlegen zu Anfang immer: Was wollen wir machen, wo gibt es einen lokalen Bezug“, erklärt Regisseurin Ramona Schmalen. Jeder sagt dann, in welche Rolle er schon immer einmal schlüpfen wollte und fertig ist die Geschichte. Naja, fast. Sobald ein Thema gefunden ist, fangen die Darsteller an, sich ihrer Rollen anzunehmen und aus reiner Improvisation heraus entsteht aus der ausgesuchten Geschichte, wie der von Clüver, ein ganzes Bühnenwerk. Schmalen schreibt mit, überarbeitet die Texte und bastelt immer weiter an der Dramaturgie. Welches Vergnügen ihr das bereitet, ist zu erkennen, wenn man sie während der Proben beobachtet: Amüsiert und gebannt hängt sie an den Lippen der Darsteller.

Bestechend ist in „Schweine auf Burg Clüver“ Silke Mehring als Teufel, der mit einem ganz eigenen Akzent agiert. Luzifer hat natürlich seine Finger im Spiel, sowohl im reinen Twist zwischen von Clüver (Dietrich Metzger) und dem Bischof und Bauern Landsbergen (Rudolf Müntefering), als auch beim Liebesgeplänkel, das irgendwie ja immer zum Theater gehört, und in der Auseinandersetzung um den Schweinemaststall.

Karten gibt es im Vorverkauf in den Buchhandlungen Wandel (Scheeßel) und von der Pütten (Sottrum), in Rotenburg im Info-Büro und bei famila.

Weitere Vorstellungen am 25. und 30. April, am 1., 8. und 9. Mai. Beginn ist jeweils um 20 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr.

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