Großer Spaß – Schlag auf Schlag

Firmen und Vereine zeigen ihr Können bei „Drum Sottrum Drum“

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Gewinner des Wettbewerbs wurde die Gruppe der JFW historische Lkw aus Stapel. Sie überzeugten das Publikum mit Musik, die sie mit selbstgebauten Instrumenten erklingen ließ.

Rotenburg - Von Heidi Stahl. So viele Besucher hat das Heimathaus im beschaulichen Hellwege sicher nicht oft.

Ein vollbesetzter Saal, Stehplätze im Raum vor der Theke, zusätzliche Stühle auf dem Flur und das bunte Zirkuszelt der Kulturinitiative Sottrum auf der Wiese für die Akteure und ihre Instrumente – ein buntes wirbelndes Bild von freudig erregten Zuhörern und vor Lampenfieber zappelnden Musikern, von denen fast alle zum ersten Mal auf einer Bühne standen, bot sich an diesem Abend.

Der Musikwettbewerb 2017 „Rhythmische Performance“ der Samtgemeinde Sottrum ging in die letzte Runde. Nachdem Mitorganisator Edwin Bohlmann und Samtgemeindebürgermeister Peter Freytag die vielen Gäste begrüßt und den Sponsoren gedankt hatten, konnte der mit Spannung erwartete Wettstreit losgehen. Die Reihenfolge der sechs Teilnehmergruppen wurde ausgelost. Auf Kühlkisten aus Styropor und Kisten mit Löffeln und Gabeln, dem „Tafel-Silber“, wie Brigitte Mintenbeck, die Leiterin der Tafel scherzhaft bemerkte, begannen die fünf Teilnehmer aus Afrika und Afghanistan ihre rhythmische Performance und brachen das Eis als Erste für die nachfolgenden Gruppen.

Auch die Jüngeren zeigten, was sie für Rythmen eingeübt hatten.

Lebhafter Beifall begleitete auch die fünf Mitstreiter vom Autohaus Hesse, als sie einzeln mit Blechdosen voller Schrauben oder klirrenden Schraubenschlüsseln aus dem Publikum kommend, im Wiegeschritt auf die Bühne kamen. In Arbeitskleidung mit türkisen T-Shirts und grauen Latzhosen boten sie auf Autoteilen und gelben Fässern ein immer lauter werdendes Trommelfeuer. In solcher Arbeitskleidung hat man die Chefin des Autohauses, Rieke Hesse, wohl auch noch nicht gesehen. Diesem Hesse-Quintett folgten die vier Akteure vom Autohaus Ottens mit ebensolchen Instrumenten aus ihrer Arbeitswelt, wobei man sich fragte, wo denn der Riesenauspuff mit der zierlichen Kira Klatt hin wollte. In schönster Jazz-Manier wurden die einzelnen Protagonisten von ihrem Rhythmuslehrer während ihres trommelnden Solo-Vortrags angekündigt: „... an den Trennscheiben ... am Auspuff… an der Kühlerhaube ...“ Man merkte allen an, welch großen Spaß sie an ihrem Vortrag hatten, der sich eins zu eins auf das Publikum übertrug.

Bälle, Reifen, Stäben, Springseil und Trillerpfeife

Es folgte die Gruppe der Firma Aries Umweltprodukte mit zusätzlich schauspielerischen Leistungen, wobei der am Boden liegende Moses Voangu mit lautem Trommelschlägen zum Leben erweckt wurde und dann lebhaft an seinem selbstgebauten Pappkarton-Instrument zu Hochform auflief.

Danach errichteten die Mitwirkenden der JFW historische Lkw aus Stapel auf der Bühne ein ganzes Symphonie-Orchester aus selbstgebauten Instrumenten. Mit zusammengeschweißten Rohren und Blechtanks, Werkbank, Felgen und Eimern entfachten sie ein wirklich mitreißendes Spektakel. Ohrenschützer und Schweißhauben ergänzten die Arbeitskleidung und ließen einen Blick auf ihre tatsächliche Arbeitswelt werfen.

Den Abschluss bildete der TuS Hellwege in Vereins-Sportkleidung mit Bällen, Reifen, Stäben, Springseil und Trillerpfeife in einer humoristischen Perfomance. Dass dieser Wettbewerb mit seinem ganz besonderen Konzept, das sich an Laien und musikferne Gruppen aus Firmen und Vereinen aus der Samtgemeinde richtete, auch eine Identifikation und einen Zusammenhalt für die dörfliche Gemeinschaft bot, war nicht zu übersehen und zu überhören. Jede Gruppe wurde von ihrer eigenen Fan-Gemeinde lautstark angefeuert und letztendlich war es auch egal, wer Sieger wurde. Verdient hätten sie es alle.

500 Euro als erster Preis

Dennoch war es ja ein Wettbewerb – und so wurden mit Bonbons, die das Publikum in den jeweiligen, von den Teilnehmern selbst gestalteten Schuhkarton warf, die drei Sieger ermittelt. Während der Auszählung der Stimmen unterhielten die Kinder der vierten Klasse aus der Schule am Grafel in Rotenburg mit ihrer Musiklehrerin Bertild Freud an Djembe-Trommeln temperamentvoll die vielen Gäste. Die 500 Euro für den ersten Preis durfte dann die Gruppe der JFW aus Stapel mitnehmen, gefolgt von Firma Aries aus Horstedt mit 300 Euro, und auch der TuS Hellwege konnte sich noch über den dritten Preis von 200 Euro freuen, die die Samtgemeinde dafür ausgelobt hatte. Einen solchen Erfolg hatte sich das Orga-Team der Kulturinitiative Sottrum um Edwin Bohlmann erhofft, der sich, getragen von dem Schwung und Erfolg dieses Abends, schon Gedanken um eine Fortführung der Veranstaltung in den nächsten Jahren machte. Vielleicht geht es dann um Tanz und Bewegung, wie er verriet.

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