Grünen-Fraktion fordert Radwege-Konzept für Sottrum

Große Straße als Fahrradstraße?

Die Gerberstraße in Rotenburg: ein Vorbild für Sottrum?
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Die Gerberstraße in Rotenburg: ein Vorbild für Sottrum?

Sottrum – Der Wind hat sich gedreht. Das Entwicklungskonzept „Sottrum 2030“, das erfolgreiche Stadtradeln der Samtgemeinde: Die Grünen-Fraktion im Sottrumer Gemeinderat wagt daher einen neuen Anlauf für ein Radwege-Konzept im Ort. Im Jahr 2015 ist ein solches Ansinnen noch krachend gescheitert, aber Marlis Musfeldt, Sven Plaschke und Lühr Klee sind sich sicher: Der „massiven Ablehnung“ von damals steht nun ein neuer Zeitgeist gegenüber. Die Sottrumer fahren gerne Fahrrad, haben sie beobachtet, und nun soll es ihnen einfacher gemacht werden. So stellen es sich die Grünen zumindest vor.

Der Radverkehr ist immer mehr in den Fokus gerückt. „Das sieht man schon an den Pop-up-Fahrradspuren in den Großstädten“, so Klee. Im Corona-Lockdown waren einige Kommunen dazu übergegangen, zwischenzeitlich große Straßen teils für den Autoverkehr zu sperren, um daraus Radwege zu machen. Früher wäre das nicht denkbar gewesen, solche Maßnahmen kurzfristig und unbürokratisch umzusetzen, glaubt Klee. Auf Kurzfristigkeit und wenig Bürokratie hoffen die Grünen auch beim zweiten Teil ihres Antrages auf ein Radwegekonzept, den sie mittlerweile bei der Gemeindeverwaltung eingereicht haben.

Als Sofortmaßnahme schlagen sie vor, aus der Großen Straße eine Fahrradstraße zu machen. Klee hat in Rotenburg gute Erfahrungen mit einer Fahrradstraße gemacht, berichtet er. Als Leiter der früheren Theodor-Heuss-Schule hat er miterlebt, dass das Verkehrschaos zu den Stoßzeiten auf der Gerberstraße dadurch beseitigt wurde, weil die Stadt dort dem Radverkehr Vorrang einräumte. Als chaotisch empfindet Klee stellenweise auch die Situation auf der Großen Straße. Sie gilt bei vielen bereits als Fehlplanung. Fußgänger und Radfahrer haben dort kaum Platz, behindern sich unter Umständen gegenseitig – nur ein Kritikpunkt.

Nun ist die Große Straße nicht wirklich für den Radverkehr prädestiniert. Das fange schon bei der Pflasterung an. Die Umwandlung zur Fahrradstraße könne zunächst aber als Test erfolgen. „Eine Fahrradstraße hängt nicht vom Belag ab“, sagt Musfeldt. Sie und ihre Parteifreunde wollen herausfinden, wie sich der Verkehr dort verändert, ob mehr Radfahrer sie nutzen und welchen Einfluss das auf die Aufenthaltsqualität hat. Laut Klee löse man damit zwei Probleme: Zum einen werde die Große Straße für die Autofahrer unattraktiver, die über sie von Rotenburg aus Richtung Norden abkürzen. Zum anderen würde man den Bereich beruhigen.

Laut den Grünen ist ein Radwegekonzept folgerichtig, wenn man das Thema „Sottrum 2030“ in den Blick nimmt. Das Entwicklungskonzept sieht eine Verbesserung des Radverkehrs vor. Ihnen schwebt vor, dass man zunächst den Quell- und Zielverkehr bei den Radlern analysiert. Orte wie der Bahnhof, die Schulen, Sportstätten und die Supermärkte im Ortskern müssten eine gute Zuwegung haben, schnell und vor allem sicher. Dazu gehören auch Abstellmöglichkeiten und vielleicht auch Ladesäulen für E-Bikes. Dann würden vielleicht auch mehr Sottrumer das Rad nutzen. Klee: „Es muss einfach Spaß machen, das Fahrrad zu nehmen.“

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