Wenn die Zeit im Nacken sitzt

Große Resonanz bei Erste-Hilfe-Kurs

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Kursleiter Sascha Kray zeigt zwei Teilnehmerinnen eine Übung.

Höperhöfen - Von Matthias Daus. Wie funktioniert die stabile Seitenlage? Was tun, wenn ein Finger amputiert wurde? Wie funktioniert eine richtige Herz-Lungenmassage? Nimmt man einem verunglückten Motorradfahrer den Helm ab, oder nicht? Wäre man selbst überhaupt in der Lage, in einem Notfall Erste Hilfe zu leisten?

Fragen wie diese beschäftigten Rieke Hesse vom Förderverein Höperhöfen-Jeerhof, und sie ist nicht alleine damit. Grund genug, um einen entsprechenden Kurs anzubieten.

Die meisten sind trotz Erste-Hilfe-Kurs unsicher

Auch wenn jeder Inhaber eines Führerscheins einen Erste-Hilfe-Lehrgang absolviert hat, herrscht doch häufig eine große Unsicherheit darüber, ob das Erlernte auch immer noch für den Ernstfall ausreichen würde. Warum also sollte man nicht einfach sein Wissen auffrischen? Zu diesem Zweck hatte der Förderverein zu einem solchen Lehrgang ins Höper Hus in Höperhöfen geladen und ist dabei auf eine große Resonanz gestoßen.

Unter den Teilnehmern fanden sich daher neben jungen Leuten auch einige Personen, deren Erfahrungen auf diesem Sektor schon eine Weile her waren. Eine bemerkenswerte Mischung, wie Kursleiter Sascha Kray vom DRK-Ortsverband Rotenburg befand. „Normalerweise habe ich nie so viele Freiwillige dabei. Meist sind es Führerscheinneulinge oder Sicherheitsbeauftragte von Unternehmen“, sagte er.

Mit Hintergrundwissen steigt die Chance korrekt zu reagieren

Auf kurzweilige Weise vermittelte er den Kursteilnehmern den aktuellen Standard in Sachen Erster Hilfe und sorgte dabei mehrfach für Erstaunen. Denn im Laufe der Zeit hatte sich doch so einiges geändert – zum Beispiel eine vereinfachte Art der stabilen Seitenlage, oder die Versorgung einer stark blutenden Wunde. Aber auch kleinere Details und Hilfsmittel waren Teil seines Vortrags, beispielsweise die Ausrüstung mit einem Nothammer oder einer Atemmaske, die ebenso erreichbar im Fahrzeug lagern sollten, wie auch Schutzhandschuhe. „Manchmal geht wertvolle Zeit allein dadurch verloren, dass man seinen Verbandkasten noch aus der Schutzfolie auspacken muss“, erläuterte er. Dinge, die ebenso einfach wie logisch sind, über die aber viele vielleicht nicht nachgedacht hatten. Erhellende Momente für alle Teilnehmer, die den Ausführungen interessiert folgten.

Für Rieke Hesse vom Förderverein hatte sich bestätigt, dass der Nutzen an diesem Tag für alle groß war. Und am Ende war allen klar: Niemand kann voraussagen, wie man sich verhält, wenn man in eine Notsituation gerät. Aber je größer das Hintergrundwissen in der Ersten Hilfe ist, desto größer ist die Chance, aktiv helfen zu können. „Und wenn man sich total unsicher ist, dann kann man aber immer einen Notruf tätigen, das ist der wichtigste Schritt als Ersthelfer“, gab Sascha Kray den Teilnehmern mit auf den Weg. Doch wie ist es nun mit dem Motorradhelm wenn es um Leben und Tod geht? „Abnehmen!“, sagte Kray, „Unbedingt abnehmen! Wie soll man denn einen bewusstlosen Motorradfahrer wiederbeleben, wenn er einen Helm auf hat? Die Geschichten, dass dabei größerer Schaden entstehen kann, sind Ammenmärchen!“

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